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Ein Rückblick auf eine 50-jährige Balltradition

19.01.2007

Der Ball der Wiener Kaffeesieder zählt gemeinsam mit dem Wiener Opernball zu den größten Bällen Wiens und ist, im Gegensatz zu vielen anderen Bällen, ein Publikums- und kein Standesvertretungsball. Der Kaffeesiederball gehört zu den ältesten Bällen Wiens und fand seinen Ursprung am Ende des 18. Jahrhunderts, als Joseph II. das Privileg des Adels auf höfische Bälle aufhob. Heute hat es schon Tradition, dass der Bundespräsident den Ehrenschutz für den Ball übernimmt.

Kinder wie die Zeit vergeht,... 50 Jahre Wiener Kaffeesiederball in der Hofburg im Wandel der Zeit

Die Zeitrechnung des Wiener Kaffeesiederballs begann mit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Gegründet hat den Ball KR Franz Bibersteiner, der die Bälle bis in die 70er Jahre organisierte. Historisch gesichert ist, dass der erste Ball 1957 im Palais Schwarzenberg, der zweite Ball 1958 im Palais Auersperg stattfand, und seit 1959, also seit nunmehr 48 Jahren, tanzen die Wiener Kaffeesieder in der Hofburg.

In der 50-jährigen Geschichte des Wiener Kaffeesiederballs spiegelt sich auch die Entwicklung von Stadt, Kultur und Kaffeehaus wider. Jeder Ballobmann - KR Franz Bibersteiner (1957-1970), KR Dkfm. Ernst Weidinger (1971-1981), KR Kurt Falk (1982-1984), KR Franz Grundwalt (1985 bis 1995) und KR Maximilian K. Platzer (seit 1996) - hat dem Ball seine persönliche Note gegeben. „Früher genügte es, das Licht zu Beginn des Balls aufzudrehen und zu Ballschluss wieder abzudrehen. Doch heute erwartet das Publikum ein aufwendiges Rahmenprogramm“, erklärt Ballobmann Maximilian K. Platzer. Bereits Mitte der 60er Jahre lud man ein Gastland ein, das besondere Akzente für den Ball setzte. Nicht nur die Botschafter der jeweiligen Länder kamen, auch Künstler umrahmten die Eröffnung mit landestypischen Einlagen. Die Damenspenden kamen ebenfalls aus den Gastländern und wurden zu beliebten Sammelobjekten. „Diese Tradition lebt nun seit Jahren wieder auf. Die diesjährige Damenspende ist eine speziell von Matteo Thun designte Kaffeetasse, gespendet von Meinl Kaffee. Und in den kommenden Jahren sollen weitere Designtassen folgen“, so Maximilian K. Platzer. Seit nunmehr fünf Jahren gibt es eine Kunstdamenspende, einen Fächer, gestaltet von zeitgenössischen Künstlern, unterstützt durch die Galerie Hilger.
Mit Beginn des neuen Jahrtausends begannen die Kaffeesieder sich namhafte internationale Kaffeehäuser einzuladen, wie etwa das Caffè Florian aus Venedig, das Gran Caffè Gambrinus aus Neapel oder das Café Gerbeaut aus Budapest. 2007 wird das Café Sabarsky als „Kaffeehaus zu Gast“ am Ball der Wiener Kaffeesieder sein. Seit den Anfängen des Balls gibt es am Kaffeesiederball eine ­Tombola, die nun zu Wiens größter Balltombola – 4.000 Lose sind gleich 4.000 Treffer – zählt. Und seit damals wird der Reinerlös für kulturelle Zwecke verwendet.
Der Ball überdauerte alle Krisen, etwa auch die Krise der Ballszene zu Beginn der 90er Jahre und die Kuwait-Krise, denn der Kaffeesiederball gehörte zu den wenigen Ballveranstaltungen, die nicht abgesagt wurden. So wurden Mitte der 90er Jahre nur 1.800 Karten verkauft, doch je mehr Rahmenprogrammm und künstlerische Einlagen in den Festsälen angekündigt wurden, umso größeren Zuspruchs erfreute sich der Ball und ist regelmäßig ausverkauft. Mit der stetig steigenden Zahl der Ballbesucher wuchs auch der Ball. Getanzt wird seit dem Jahr 2000 auch in den Redoutensälen und im Dachfoyer – von 5.000 Ballbesuchern. Beim Balljubiläum erlebt der Ball seine größte Ausdehnung. So können nach den Umbauten in der Hofburg die Ballgäste auch die neuen Wehdorn-Ebenen sowie den Schatzkammersaal und die zur Roten Bar umgestaltete Botschafterstiege genießen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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