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Bundespartenobmann Hans Schenner: "Dann wird nicht mehr frisch gekocht"

Einheitsbrei statt frischen Gerichten?

29.11.2012

Wien. Die geplante EU-Reglung zu allergenen Stoffen könnte die heimischen Gastronomen und Hotellies in Bedrängnis  bringen. Die EU will die Auszeichnung von Lebensmitteln für Menschen mit Gesundheitsproblemen verschärfen. Damit  könnten laut Spartenobmann Hans Schenner frisch gekochte Gerichte in Restaurantküchen in  Gefahr sein

Die heimischen Beherbergungsbetriebe sehen die frisch gekochten Gerichte in ihren Restaurantküchen in Gefahr. Denn die EU will die Vorschriften für die Auszeichnung von Lebensmitteln für Menschen mit Gesundheitsproblemen wie beispielsweise Allergien verschärfen. "Eine entsprechende Verordnung ab 2015 ist fix", sagte der Geschäftsführer der Bundessparte Tourismus, Rainer Ribing am Dienstag vor Journalisten. Über allergene Stoffe wie etwa Gluten muss dann informiert werden.

Qualität der Speisen würde abnehmen

"Davon sind die Gastronomie, der Handel und das Gewerbe mit seinen Bäckern und Fleischern betroffen - alle, die offene Lebensmittel anbieten", so Ribing. Die von der Verordnung erfassten Produkte machen nach Angaben des Europaparlaments zwischen 1 und 2 Prozent aller Lebensmittel aus. "Wenn das kommt, ist das eine große Belastung für die Wirte, die dann verpackte Produkte von der Industrie kaufen müssten", fürchtet Bundesspartenobmann Hans Schenner. Der Schweinsbraten würde dann überall gleich schmecken - so wie Essen von McDonald's in Wien genauso schmecke wie in Hongkong, sorgt sich der Branchensprecher um Lokalkolorit. Die Qualität des Produktangebots sieht Schenner schwinden, gleichwohl sich die Tourismus- und Gastronomiebranche mit vorgekochten Gerichten hohe Personalkosten ersparen könnte. Zum Aufwärmen von Speisen muss nicht stundenlang ein Koch im Einsatz sein. "Dann wird nicht mehr frisch gekocht."

Gesundheitsministerium in Nachdenkphase

Betreffend Umsetzung der EU-Regelung befindet sich das österreichische Gesundheitsministerium den Angaben zufolge seit einigen Wochen "in einer Nachdenkphase". Mögliche Varianten wären ein Auskunftssystem über die in einem Lebensmittel enthaltenen allergenen Stoffe, also Informationen auf Anfrage, oder eine Deklarationspflicht. Auf der sicheren Seite wären die Touristiker und Wirte natürlich mit abgepackten Waren, auf denen alles draufsteht. "Das wäre der Traum der Industrie und wir werden denen den Traum verpatzen", hofft Schenner auf den Weiterbestand der regional typischen Kulinarik in der bisher gewohnten Qualität, mit der auch die verschiedenen Tourismusregionen Österreichs beworben werden.
(apa)

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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