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Energieeffizienz spielt eine immer größere Rolle

31.10.2014

Barbara Schenk, Vorstandsvorsitzende der hogast, und Vorstand Günther Obmascher über Trends in der Hotellerie

ÖGZ: Die hogast wächst. Wie wird die Entwicklung in den nächsten Jahren aussehen? Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Schenk: Der Erfolg der hogast ist natürlich der Erfolg unserer Mitglieder. Wir sind immer nur so gut wie unsere Mitglieder. Zum Erfolg unserer Mitglieder tragen wir durch unsere Dienstleistungspalette bei, die immer feiner, differenzierter und punktgenauer wird.
Obmascher: Unsere Mitglieder können zum Beispiel alle notwendigen Daten ihrer Lieferanten über unsere Datenbank easygoing abrufen. Easygoing ist eine Informationsplattform, die gratis alle Daten und Informationen unseren Mitglieder zur Verfügung stellt – inklusive Artikelstamm der Lieferanten und Preisaktionen. Das erweitern wir ständig. Hier können unsere Kunden jederzeit ihre Buchhaltungsdaten abrufen, ihr Einkaufsverhalten analysieren, das ist ein sehr gutes Werkzeug für ein effektives Controlling. Wir arbeiten daran, immer mehr Betriebe in dieses System zu integrieren.

Lohnt sich easygoing für jeden Betrieb, egal wie groß er ist?
Schenk: Unbedingt. Außerdem gibt es auf dieser Plattform einen großen Wissensbereich, wo wir eine Vielzahl an Beratungsthemen zur Verfügung stellen, zum Beispiel zum Thema Finanzierung und Förderungen: Was wird gefördert, wie komme ich an Förderungen? Auch was heutzutage im Bereich WLAN und mobiler Endgeräte notwendig ist.
Obmascher: Hier steigen ja die Ansprüche ständig. Es kommen vierköpfige Familien ins Hotel, jeder möchte seine mobilen Endgeräte benutzen. Da müssen wir dafür sorgen, dass eine ausreichende Infrastruktur zur Verfügung steht.

Was brennt Ihren Mitgliedern sonst noch unter den Nägeln?
Schenk: Bei der Barrierefreiheit treten Ende 2015 neue gesetzliche Vorschriften in Kraft. Da werden wir intensive Unterstützung leisten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Übergabe bzw. Nachfolge in den Betrieben.
Obmascher: Auch bei Chemikalien wollen wir dazu beitragen, dass diese im Sinne der Nachhaltigkeit und auch der Ökonomie effizienter eingesetzt werden. Dosieranlagen, Wäsche – da bieten wir Checklisten an. Oder alles, was mit den Überprüfungen durch den TÜV zu tun hat: Wir klären darüber auf, was wirklich zu tun ist. Wir haben mit dem TÜV spezielle Stundensätze verhandelt. Und natürlich beschäftigt die neue Verordnung zur Kennzeichnung von allergenen Stoffen unsere Mitglieder.

Wo sehen Sie aktuell den größten Investitionsbedarf in der Hotellerie? Ist der Wellnessboom vorbei?
Obmascher: Es ist die Frage, was man unter Wellness versteht. Wenn man das sehr weit definiert und damit auch Erholung oder das Erlebnis von sauberer Natur meint, dann ist das natürlich nach wie vor ein Kernangebot der Hotellerie, gerade in Österreich.
Schenk: Wenn man jetzt an den technischen Aspekt denkt, dann steht dort heute der möglichst effiziente Einsatz von Energie im Vordergrund. Was hilft mir der schönste Wellnessbereich, wenn ich es nicht mehr schaffe, diesen auch wirtschaftlich und letztendlich nachhaltig zu betreiben. Daher können wir auch einen Trend zur autarken Energieversorgung feststellen. Genau solche Betriebe, die auf effiziente Energieversorgung setzen, haben wir gerade mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.
Obmascher: Die Hardware in der Wellness ist mittlerweile mehr oder weniger ausgereizt. Aber im medizinischen Bereich liegt noch Potenzial, wenn man Wellness und Gesundheitsvorsorge zusammendenkt.
Schenk: Das Thema Nachhaltigkeit, auch wenn manche von uns diesen Begriff bald nicht mehr hören können, spielt generell und ganz konkret eine immer größere Rolle. Auch im Bereich Marketing. Immer mehr Gäste schauen darauf, wählen sich ihre Gastgeber aufgrund nachhaltiger Angebote aus. Da zählt auch gelebte Regionalität dazu. Immer mehr Menschen wollen wissen: Wo kommt die Energie her, woher das Essen? Und diese Gästegruppe ist auch bereit, für diesen Mehrwert zu bezahlen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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