Direkt zum Inhalt

Energiefresser Wellnessanlagen

01.04.2010

Energieverbrauch und Energiekosten lassen sich jedoch mit geringen Investitionskosten senken. Gerade im energieintensiven Wellnessbereich können Touristiker viel Geld sparen, wenn sie auf erneuerbare Energie setzen.

Michael Brandl, Tirol Werbung, Werner Aloys, Hotel Tirol Ischgl, Sonja und Martin Eberharter, Cappella Natura Vitalis Hotel, Neustift im Stubaital, und Bruno Oberhuber, GF Energie Tirol

„Wir bieten daher gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Energie- und Sanierungsberatungen speziell für Tourismusbetriebe an", sagte Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf zum Auftakt der Veranstaltung „Energiefresser Wellnessanlagen". 280 Hoteliers aus ganz Tirol waren auf Einladung von Land Tirol, Wirtschaftskammer Tirol, Energie Tirol, Zukunftsstiftung und Tirol Werbung dazu kürzlich ins Innsbrucker Landhaus gekommen. Erörtert wurden Sparpotenziale sowie das Beratungs- und Förderangebot von Land Tirol, Bund und Wirtschaftskammer vorgestellt.

100 Mio. Energiekosten/Jahr

Durchschnittlich fünf Prozent ihrer Einnahmen geben die Tiroler 3- bis 5-Sterne-Betriebe für Energiekosten aus. Das sind nach Schätzungen von Energie Tirol etwa 100 Millionen Euro im Jahr. Zu viel, wie Energiereferent LHStv. Anton Steixner meint: „Die Energiekosten sind für viele Tiroler Tourismusbetriebe schon jetzt eine starke Belastung. Werden keine Effizienzmaßnahmen gesetzt, steigen diese durch die Angebotsverbesserungen in den Tourismusbetrieben weiter. Besonders betroffen davon sind Hotels mit Wellnessbereichen."

Dieser Entwicklung will das Land Tirol und die Wirtschaftskammer Tirol nicht weiter tatenlos zusehen. Die Wirtschaftskammer bietet deswegen für interessierte Betriebe den kostenlosen Tourismus-Check – eine Kurzberatung – sowie gemeinsam mit dem Land Tirol eine geförderte 24-Stunden-Beratung an. Anton Steixner: „Das Einsparpotenzial liegt bei Gesamtsanierungen bei mindestens 50 Prozent. Das Beratungsangebot ist eine Hilfestellung für Betriebe, dieses Potenzial auszuschöpfen." Jeweils 100.000 Euro stellen Land und Wirtschafskammer Tirol jährlich für die Energieberatungen in den Betrieben zur Verfügung. Derzeit werden ca. 200 Beratungen im Jahr durchgeführt, die Hälfte der Beratungskosten wird gefördert.

Interessierte Betriebe melden sich bei der Wirtschaftskammer Tirol, Abteilung Wirtschaft und Umwelt, Herr Stöckl, 0590905-1414, richard.stoeckl@wktirol.at

7.500 Euro Einsparung

Wie hoch das Einsparpotenzial in absoluten Zahlen ist, zeigen Berechnungen von Energie Tirol. Bruno Oberhuber: „Der Energiekostenanteil liegt bei den 3- bis 5-Sterne-Betrieben bei etwa 5 Prozent des Umsatzes. Geht man von durchschnittlichen Einnahmen in der 4- und 5-Sterne-Kategorie von 1,5 Mio. Euro aus, so betragen die durchschnittlichen Energiekosten pro Betrieb etwa 75.000 Euro im Jahr. Zwischen 10 und 20 Prozent dieser Kosten können bereits mit geringfügigen Maßnahmen und ohne hohe Investitionskosten eingespart werden", so der Geschäftsführer von Energie Tirol. Der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Wirtschaftskammer, Nobert Beyer, geht davon aus, dass 500 Wellnessanlagen in Tirol saniert werden müssen.

Heizkosten um 23.000 Euro gesenkt

Einer, der sich mit den hohen Energiekosten nicht mehr abfinden wollte, ist Hotelier Werner Aloys aus Ischgl. Vor vier Jahren erneuerte der Chef des 4-Sterne-Hotels mit hundert Betten die bestehenden Kühlanlagen. Die hohen Kosteneinsparungen veranlassten Aloys das Beratungsangebot der Wirtschaftskammer in Anspruch zu nehmen. Seitdem setzt der Hotelier eine Sparmaßnahme nach der anderen. Aloys nutzt inzwischen die Abwärme aus Waschraum und Küche für die Heizung und hat vor zwei Jahren die gesamte Heizanlage auf den erneuerbaren Energieträger Pellets umgestellt. Aloys: „Wir sind selber erstaunt. Durch die Nutzung der Abwärme und die Umstellung auf den Energieträger Pellets konnten wir im Winter 2008/09 die Heizkosten von 37.000 Euro auf 14.000 Euro senken, das sind 23.000 Euro weniger Energiekosten im Jahr."

Grund genug für Werner Aloys, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Derzeit saniert und erweitert der Ischgler Hotelier den bestehenden Wellnessbereich von rund 200 auf 600 Quadratmeter auf höchsten energietechnischen Stand. Aloys: „Trotz Verdreifachung des sehr energieintensiven Bereichs werden die Heizkosten dann noch immer bei der Hälfte des Ausgangswertes liegen", freut sich der Hotelier über mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen. Mit einer sehr guten Dämmqualität, hochwertigen Verglasungen, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie einer Wärmerückgewinnung aus dem Spülwasser erreicht der Hotelier sein Ziel.

Barbara Egger

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Am Wort
20.03.2014

Fisch ist ein preislich sehr volatiles Produkt, die Lohn- und alle Nebenkosten steigen ständig, es wird immer schwieriger, einen Deckungsbeitrag zu erzielen.

Cafe
23.09.2011

Das Lebensmittelunternehmen Kraft Foods – in Österreich für Kaffeemarken wie Jacobs, Tassimo oder Café HAG bekannt – möchte bis 2015 durch den Ausbau der Zusammenarbeit mit Organisationen wie ...

Befasst sich am „Tag der Hotellerie“ (10. April auf der Hotel & Gast) mit Energieeffizienz: Christian K. Holzinger
Tourismus
07.04.2011

Die Unternehmensberatung des Wifi Wien nimmt Energiekosten von Hotels unter die Lupe. Energiekosten zählen im doppelten Sinn des Wortes zu den Dauerbrennern jedes Hotels.

Hannes Haller „Mit einer intelligenten Vernetzung aller Onlinemaßnahmen wird die Effizienz von Onlinewerbung vergrößert.“
Expertise
09.12.2010

Das Internet hat den Vertrieb im Tourismus längst revolutioniert. Heute geht es darum, im weltweiten digitalen Netz die richtigen Fäden zu ziehen. Tourismusberater GFB folgt dabei dem Motto „Von ...

Werbung