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Enormes Konsumpotenzial der Generation 50plus

04.08.2011

Wien/München. Keine andere Zielgruppe ist so zukunftsträchtig und wird so stiefmütterlich zugleich behandelt: die Altersklasse 50plus. Erstmalig für Österreich hat RegioData Research die Kaufkraft dieser Zielgruppe erhoben und ist auf erstaunliche Ergebnisse gekommen - die Klientel im besten Alter verfügt über enorme 44 Prozent des gesamten österreichischen Kaufkraftvolumens.

Mit rund 22.300 Euro pro Kopf im Jahr verfügen die Menschen ab 50 Jahren über eine um 22 Prozent höhere Kaufkraft als der durchschnittliche Österreicher. In der Zielgruppe 50 bis 59 Jahre ist die Kaufkraft sogar um 33 Prozent höher. Die Altersgruppe 50plus kommt auf ein Kaufkraftvolumen von rund 68 Milliarden Euro. Dies macht mehr als 44 Prozent des österreichischen Kaufkraftvolumens aus.

Zielgruppe 50plus wächts stetig

Über 3 Millionen Österreicher, das entspricht etwa 36 Prozent der Bevölkerung, sind 50 Jahre oder älter. Die Zielgruppe 50plus ist eine, die in der Zukunft beträchtlich wachsen wird. Sie bietet ein riesiges Konsumpotenzial, wird aber von der Wirtschaft wenig oder schlecht angesprochen. Wer glaubt, dass die Menschen im besten Alter Senioren-Kampagnen erwarten, irrt gewaltig.

Viele halten sich für jünger

Angesichts der enormen wirtschaftlichen Bedeutung dieser Zielgruppe mag man sich fragen, warum die Wirtschaft nicht explizit und sichtbarer um diese Menschen wirbt. „Verschiedene Untersuchungen belegen, dass Menschen im höheren Alter sich oft für jünger halten als sie sind“, erklärt Ruhsam. „Eine explizite Ansprache dieser Menschen mit Begriffen, wie seniorengerecht oder für Pensionisten ist kontraproduktiv.“ Gerade bei Lifestyle-Produkten, wie Kleidern, Schuhen, Technologieprodukten, Urlaube, etc. will sich die Generation 50plus kaum von den Jungen unterscheiden, die zu den Trendsettern der Gesellschaft gehören. Durch den Kauf von modischen Produkten zeigen sie, dass sie mit der Zeit gehen. Worauf die Generation besonderen Wert legt, sind Qualität und Beratung sowie mehr Serviceangebote, gerade im Handel. Zwar will man als ältere Person beim Kauf eines Mobiltelefons oder eines Kleidungsstücks länger beraten werden, jedoch steigt mit dieser Beratungszeit auch die Wahrscheinlichkeit eines teureren Kaufs.

Pensionisten leiden unter der Inflation

Betonen muss man aber auch, dass die Zielgruppe keine homogene ist. Während die 50- bis 59- Jährigen 33 Prozent mehr Kaufkraft haben als der österreichische Schnitt, verfügen die Pensionisten über eine Kaufkraft, die um 8 Prozent niedriger als der Durchschnitt ist. Einem österreichischen Pensionisten stehen nur knapp 17.000 Euro Kaufkraft pro Jahr zur Verfügung. Unter den 2 Millionen Pensionisten gibt es weiters etwa 240.000 Personen, die nur die Mindestpension erreichen. Nicht nur die niedrigere Kaufkraft, sondern auch die höhere Inflation macht den Pensionisten zu schaffen. Der speziell die Ausgabenstruktur von Pensionisten berücksichtigende Pensionisten- Preisindex (PIPH) ist regelmäßig höher als der allgemeine Verbraucherpreisindex. Lag beispielsweise der PIPH im Durchschnitt 2010 bei 2 Prozent, so betrug die allgemeine Inflation 1,9 Prozent „Die hohe Inflation lässt gerade für die Pensionisten so gut wie nichts von den Kaufkraftzuwächsen über. In den vergangenen zehn Jahren ergaben sich für die österreichischen Pensionisten in sechs Jahren reale Kaufkraftrückgänge“, erklärt RegioData-Pressesprecher Mag. Mark Ruhsam.

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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