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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert man am besten durch Teilhabe und Training.

Enthusiasmus ist ansteckend

12.06.2014

Auf der Londoner Caffee Show im Mai verriet Edward Harrison, der junge Inhaber zweier gutgehender Londoner Szene-Coffeehouses, sein Konzept der Mitarbeiterführung

Text: Thomas Askan Vierich

Wie kann man erreichen, dass der Laden auch läuft, wenn man selber nicht hinter der Budel steht? Wie schafft man es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bekommen und zu halten, die verlässlich gute Qualität abliefern, auch wenn sie mal nicht so gut drauf sind, weil sie jung sind und die letzte Nacht durchgefeiert haben? Durch „pride and passion"!
Edward Harrison ist selbst kaum älter als dreißig und ihn interessiert Kaffee wirklich. Er war in Uganda, um zu erleben, wie Kaffee angebaut und geerntet wird, hat dort in einem nachhaltigen Projekt mitgearbeitet und dann die Idee gehabt, in London ein Café zu eröffnen. Daraus sind mittlerweile zwei geworden, in keinen Toplagen, aber sie laufen trotzdem.

Erfahrungen teilen
Seine Erfahrungen aus Uganda gibt Harrison an seine Mitarbeiter weiter. „Man muss sie verstehen lassen, was guten von schlechten Kaffee unterscheidet, worauf es beim Brühen ankommt." Das gelinge nicht durch „mehrseitige Gebrauchsanweisungen", sondern durch regelmäßige Workshops. Er nennt sie „Senior Barista Programmes", die er verdienten Mitarbeitern kostenlos als „Belohnung" anbietet. Man müsse das Verständnis ständig vertiefen. In seinen Cafés gibt es „Latte Art Competions" und den „Swan Sunday", an denen es darum gehe, ausgefallene Muster auf dem Cappuccinoschaum zu malen.


Mit gutem Beispiel voran
Man müsse aus dem Prozess des Kaffeemachens eine Haltung machen. Wer sich seines Handwerks sicher ist, solle das ruhig auch zeigen dürfen, ein wenig Show gehöre zum Geschäft. Dann könne man auch mal einen Fehler zugeben. Noch wichtiger: „Leading by example". Zum Beispiel bezahlt Harrison für alles, was er im eigenen Laden konsumiert. Das verhindere die verbreitete Selbstbedienungsmentalität unter Angestellten. Er ist sich auch nicht zu schade für „niedere Dienste", putzt auch mal selber. Am allerwichtigsten: Enthusiasmus ist ansteckend! Auch und gerade im Detail.

Machen lassen
Man müsse seine Mitarbeiter beteiligen, ihnen Bereiche übertragen, in denen sie selbstständig operieren können. Zum Beispiel können Mitarbeiter Mitarbeiter akquirieren. Für die fühlen sie sich dann verantwortlich, weil es „ihre Leute" sind. Man müsse als Chef Kontrolle abgeben, Fehler zulassen, weil Mitarbeiter aus Fehler lernen. Und man müsse auf seine Sprache achten, „the subtlety of language": Mitarbeiter vor anderen loben, täglich Respekt zeigen, mit Worten und Taten. „Keep it fun and interesting": interne Wettbewerbe veranstalten, Staff-Fotos auf die Website stellen, ständig neue Ideen kreieren. „Dann muss man nicht immer selbst im Laden stehen, dann kann man sich auf Dinge konzentrieren, die wirklich den Chef angehen: Management statt Administration. Neue Ideen sammeln und umsetzen, reisen, schauen, wie das andere machen. Kontrolle ist gut, machen lassen ist besser.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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