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Erfolgsrezept für drei Sieger

17.09.2003

Optimaler Weise sollte es in der Hotellerie immer drei Gewinner geben: den Gast, den Unternehmer und den Mitarbeiter. Letzere zählen nur leider nicht immer dazu, vor allem, wenn sie hinter den Kulissen tätig sind, wie beispielsweise die Zimmermädchen.

Viel zu lange Arbeitswege
Zimmermädchen müssen oft mit einfachsten Mitteln Unglaubliches leisten. Oft fehlt es an den richtigen Werkzeugen oder sie sind veraltert. Die Arbeitswege sind oftmals nicht nur schmal und eng, sondern auch lang. Zusätzliche Wäscheabwurfsschächte haben Seltenheitswert, eigene Wirtschaftslifte sind kaum berücksichtigt. Wenn, dann gehen sie meist nur bis zur Küche, aber nicht weiter hinauf bis zur Etage. Und die Wäschereien, so hauseigene vorhanden sind, befinden sich in der Mehrzahl der Fälle im hintersten Eck des Gebäudes.

Irmi Schüttelkopf, die sogenannte „Mutter der Zimmermädchen“, gibt gerne Auskunft über die mangelhaften Voraussetzungen die ihr im Laufe ihrer Berufstätigkeit untergekommen sind. Wahrscheinlich könnte sie ganze Romane darüber schreiben. Denn selbst Unternehmer, die schon spüren, dass sie in diesem Bereich dringend etwas ändern sollten, können sich bei Nachrüstungen beziehungsweise Umbauten nur schwer dazu entschließen, tatsächlich aktiv zu werden. „Ich habe schon Hotels erlebt, wo mich die Direktoren während der Bauphase zur Begutachtung geholt haben, doch die Architekten haben es jedes Mal geschafft, sich gegen die praktischen Ideen durchzusetzen“, berichtet Irmi Schüttelkopf. „Es ist scheinbar schwer, den Architekten die dringende Notwendigkeit der Verbesserungen zu vermitteln und der Mut der Unternehmer ist leider nicht immer zu hundert Prozent vorhanden“. Dabei hätte es nur Vorteile, den Reinigungsbereich so gut und schön wie möglich zu gestalten. Wer schneller arbeitet, kann in der gleichen Zeit mehr erledigen, sprich für das gleiche Geld wird mehr Arbeit erledigt und unter Umständen mit weniger Personal. Ein weiterer Punkt ist die Gesundheit der Mitarbeiter. Zu tiefe Betten, zu schwere Matratzen und Ekzeme hervorrufende Reinigungsmittel erhöhen die Krankenstände. Das kostet dem Unternehmer viel Geld und demoralisiert die motiviertesten Mitarbeiter. „Oft wird am falschen Ort gespart“, weiß Markus Ronacher, Besitzer des Thermenhotels Ronacher in Bad Kleinkirchheim, aus eigener Erfahrung.

Höchster persönlicher Einsatz
Er hat schon vor zehn Jahren, als er den Betrieb von seinen Eltern übernommen hat, die Wäscherei neu konzipiert und den Haushaltslift um viel Geld bis zur Etage verlängert. Sein Reinigungspersonal ist seit damals mit viel mehr Liebe und persönlichem Einsatz bei der Arbeit. Sie gehen beim täglichen Zusammenräumen sogar von sich aus auf die Bedürfnisse der Stammgäste ein. „Ein Zusatzservice, das man so gar nicht anbieten kann“, ist Markus Ronacher überzeugt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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