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Ergonowiebitte? Ergonowas?

03.08.2018

Ergonomie (ein Teilbereich der Arbeitswissenschaft) spielt in der Arbeitswelt eine wichtige Rolle. Ihr zufolge soll sich nicht der Mensch den Verhältnissen anpassen, sondern die Verhältnisse an den Menschen angepasst werden. Dies ist oft schon mit einfachen Maßnahmen erreichbar.

„Ist es nicht egal, wie man arbeitet, solange man sich gesund und kräftig fühlt?“ Nein. Denn bei der Arbeit auftretende Kräfte werden dadurch nicht geringer, sondern sind im fitten Zustand lediglich leichter zu ertragen. Unergonomische Arbeitsbedingungen lassen im Zuge des Arbeitsprozesses Hebel und Kräfte auftreten, die eigentlich nicht notwendig wären. So ist z. B. beim „falschen“ Heben eines „Mörtelkübels“ der Druck auf die Bandscheibe zwei- bis viermal so groß wie bei optimierter Hebetechnik. Jede Belastung ist ein Punkt auf dem persönlichen Belastungskontingent. Sind diese viermal so hoch oder noch höher, ist das Kontingent schneller erschöpft, und die belasteten Strukturen (Bandscheiben, Sehnen, Knorpel und Knochen) werden schneller mechanische Überlastungserscheinungen zeigen. Das kann alles Mögliche, von einfacher Schmerzsymptomatik bis zum Bandscheibenvorfall mit motorischen Ausfällen, bedeuten.

Wenn der Rücken schmerzt

Nicht alle ungünstigen Belastungen können aufgrund vorgegebener Arbeitsprozesse optimiert werden. Was also tun?

  • Arbeitshöhen anpassen
    Richtige Arbeitshöhen, und damit aufrechte Körperhaltungen, verringern die Hebelkräfte auf die Wirbelsäule. Je aufrechter der Oberkörper im Arbeitsprozess, desto geringer diese Kräfte – egal, ob mit oder ohne Lastenhandhabung. Am Bau lassen sich Ablagen für Arbeitsmittel und Materialien z. B. mit einer Leerpalette erhöhen. Vorteil: Jede Ent- bzw. Aufnahme von einer erhöhten Ablage bewirkt einen aufrechteren Oberkörper. Selbiges gilt bei einer Anpassung der Bockhöhe – je nach Arbeitsvorgang
     
  • Richtiges Heben und Tragen
    Auch beim Heben und Tragen von Lasten gilt: Aufrechter Oberkörper, gebeugte Knie – geringere Kräfte. Werden schwere Lasten, Materialien und Arbeitsmittel (ab ca. 10 kg) nicht am Boden, sondern möglichst über Kniehöhe gelagert, lassen sich die Hebelkräfte von vornherein verringern. Das gelingt z. B., indem manche Arbeitsmittel wie eine Schlagbohrmaschine oder ein Rührwerk nicht am Boden abgelegt, Materialien mit der Scheibtruhe gerollt oder per Flaschenzug/Schrägaufzug aufs Gerüst transportiert werden. Neben einer ergonomischen Entlastung führen diese Maßnahmen auch zu Zeitersparnis, weniger Ermüdung und somit zu einem geringeren Unfallrisiko.
    Umgekehrt gilt: Verringert man die Lasten nicht, führen die dadurch entstehenden Belastungen zu einer schnelleren Ermüdung und einem erhöhten Unfallrisiko (Stürzen, Fallen, Umknicken, …).
     
  • Wahl des Schuhwerks
    Die Verwendung von geeigneten Sicherheitsschuhen wird am Bau glücklicherweise nicht mehr in Frage gestellt. Aber auch hier hat der Markt neben Fußbett und leichteren Ausführungen dazu beigetragen, dass sich die Arbeitnehmer in ihrem Schuh wohl fühlen und dadurch auch den Rücken positiv beeinflussen. Zu empfehlen sind zusätzlich zu ergonomischen Überlegungen knöchelhohe Schuhe – zum einen, weil Umknicken verringert werden kann, zum anderen, weil viele Schnittverletzungen durch Verpackungen oder anderes am Boden liegendes Material meist in Knöchelhöhe entstehen.
     
  • Verwendung von PSA
    Im Zuge der Diskussion um die Verwendung von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) stehen meist Helm, Schuhe und Warnwesten aus Sicherheitsgründen im Vordergrund. Andere Teile der PSA genießen einen geringeren Stellenwert. So bieten Handschuhe nicht nur Schnittschutz, sondern können – je nach Ausführung – auch Vibrationen reduzieren, die Haut vor Austrocknung schützen oder durch mehr Grip den Hand-Arm-Apparat bei der Arbeit entlasten. Vor allem bei knienden Tätigkeiten auf einer Baustelle schützen Schoner das Kniegelenk.

Ergonomie als Präventionsmaßnahme

Ergonomie ist nicht zwingend ein Kostenfaktor. Vielmehr ist zu betonen, dass die Wichtigkeit des Themas von der Führungsebene erkannt und mitgetragen wird. Erst wenn Ergonomie den Stellenwert einer „MUSS-“ statt einer „KANN“-Bestimmung bekommt, wird die Bedeutung für alle Beteiligten deutlich und die Maßnahmen werden nach und nach wie selbstverständlich umgesetzt. Dann bringt ergonomisches Arbeiten dem Unternehmen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Vorteil.

AUVA-Medien zum Thema:

Merkblatt M 021 „Ergonomie“

Merkblatt M 025 „Heben und Tragen”

App „Heben und Tragen“


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