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Erleichterung bei Betriebsübergabe

12.05.2005

9.000 bis 10.000 österreichische Tourismusbetriebe stehen bis 2007 vor der Übergabe an den Nachfolger. Auf jeden einzelnen dieser Betriebe warten neben organisatorischem Aufwand enorme Steuerbelastungen. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) setzt sich bereits seit Jahren für Erleichterungen in diesem Bereich ein. Ein erster Teilerfolg wurde jetzt erreicht. Die Übergabe ohne Besteuerung der stillen Reserven wurde erleichtert. Die Umsetzung von zwei Kernforderungen – von Aufwertungsbilanz und funktionaler Abschreibung – stehen jedoch noch aus. Hier gilt es jetzt anzusetzen.

Bei der Besteuerung der stillen Reserven im Rahmen der Betriebsaufgabe gibt es seit Anfang dieses Jahres eine wesentliche Änderung. Die fünfjährige Sperrfrist für Vermietung oder Verwendung für andere Einkünfte wurde gestrichen. Bisher musste für so ein Vorhaben eigens eine GmbH gegründet werden. Nunmehr können Gebäude nach der Betriebsaufgabe problemlos vermietet oder einem Anderen zur Erzielung betrieblicher Einkünfte überlassen werden. „Das ist ein wesentlicher Vorteil“, so Erwin Prodinger, Rechtsberater der ÖHV. „Es muss jedoch in jedem Fall ein individuelles Konzept ausgearbeitet werden, denn sonst ist die Gefahr von Fehlern und damit verbundenen steuerlichen Konsequenzen groß und darüber hinaus ergeben sich im Familienverband äußerst interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die unbedingt genutzt werden sollten“, ergänzt Prodinger.

"Zwei Kernpunkte stehen zum Thema Unternehmensübergabe noch ganz oben auf unserer Agenda: Die Aufwertungsbilanz und die funktionale Abschreibung. Bei diesen Punkten herrscht weiterhin dringender Handlungsbedarf“, erklärt Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der ÖHV.

Bei der Aufwertungsbilanz geht es darum, dass der Nachfolgeunternehmer die stillen Reserven ohne steuerliche Wirkung in der Unternehmensbilanz berücksichtigen kann. Das ist nötig, um die geringe Eigenkapitalquote vieler Hotels zu erhöhen. Diese liegt in der Hotellerie großteils unter 15 %, während sie in anderen Branchen bei mehr als einem Drittel der österreichischen Familienunternehmen mehr als 36 % beträgt. Besondere Bedeutung hat die Eigenkapitalsquote in Bezug auf die verschärften Kreditrichtlinien im Rahmen von Basel II.

Die funktionale Abschreibung soll bei außergewöhnlichen Baumaßnahmen an Gebäuden (Beauty, Wellness) eine kürzere Abschreibung erlauben. Auch eine Aufteilung von Großreparaturen auf mehrere Jahre wäre sinnvoll. Damit lassen sich Steuerbelastungen besser verteilen, wodurch die Eigenkapitalbasis des Betriebes ebenfalls besser dargestellt werden kann.

Weitere Infos: www.oehv.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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