Direkt zum Inhalt

Erste Staatsmeisterschaft im Kaffeeverkosten

26.02.2007

Österreichs Kaffee-Kenner haben heuer erstmals die Möglichkeit, ihre feinen Geschmacksnerven zu beweisen. café+co, der führende Kaffee-Caterer in Österreich und Zentraleuropa, und die SCAE Österreich, der europäische Spezialitätenkaffeeverband, veranstalten am 2. März 2007 die erste österreichische Cup-Tasting Meisterschaft 2007.

Bei der Veranstaltung im Wiener Kaffee-Kompetenz-Zentrum ist das beste Geschmacks-Unterscheidungsvermögen gefragt. Die Teilnehmer wurden im Rahmen einer Vorausscheidung von einem Fachmann der Society of Coffee Associations of Europe (SCAE) aus den bei café+co eingelangten Anmeldungen ausgewählt. Dabei war vor allem ein besonders ausgeprägtes Geschmackssensorium entscheidend. Es verwundert also nicht, dass unter den 15 Teilnehmern der Kaffeeverkostungs-Meisterschaft "Geschmacksprofis" wie Sommeliers sowie Spezialisten aus der Kaffee-Branche stark vertreten sind.

Die Cup-Tasting Meisterschaft findet seit etwa fünf Jahren in den meisten europäischen Ländern statt, nur in Österreich gab es sie bisher nicht. "Wir haben uns entschlossen, die Patronanz über die Meisterschaft in Österreich zu übernehmen" sagt café+co Geschäftsführer Mag. Gerald Steger. "Unser Land hat nicht nur eine große Kaffeetradition, in den vergangenen fünf Jahren hat sich auch eine revolutionäre, neue Kaffeekultur entwickelt. Daher soll 2007 ein in der Österreichischen Cup-Tasting Meisterschaft gekürter Staatsmeister für Österreich bei der Weltmeisterschaft antreten."

Die Weltmeisterschaft im Kaffeeverkosten findet vom 18. bis 20. Mai 2007 in Antwerpen statt. Der österreichische Meister reist auf Kosten des Sponsors café+co nach Belgien, um Österreich bei dieser Veranstaltung zu vertreten.
Wo es um's Verkosten köstlicher Getränke geht, darf natürlich Österreichs feinste Nase, nämlich die von Weinpfarrer Hans Denk, nicht fehlen. "Duft, Dichte, Abgang - das alles ist beim Kaffee genauso wichtig wie beim Wein. Beides - Kaffee und Wein - hat Gott geschaffen, um uns Menschen zu erfreuen.", meint Denk, der das Finale der Cup Tasting Meisterschaft einleiten wird.

In den vier Vorrunden treten insgesamt 15 Wettbewerber an, pro Durchgang jeweils 3 Teilnehmer. Die drei Besten der Vorrunden ziehen ins Finale ein. Für alle Runden gelten die gleichen Wettbewerbsregeln: Für jeden Teilnehmer wird eine Serie von acht Triangular-Sets aufgebaut. Jedes Triangular besteht aus drei Bechern, von denen jeweils zwei identischen Kaffee enthalten. Der Verkoster muss nun jenen Kaffee identifizieren, der von den beiden anderen abweicht. Dabei ist es nicht nötig, die Kaffeesorte zu bestimmen, es geht ausschließlich darum, jenen Kaffee zu erschmecken, der nicht zu den anderen passt. Die acht Triangular-Sets sind für jeden Teilnehmer gleich.
" Die Kandidaten müssen präzise und rasch entscheiden, welcher Kaffee von den beiden anderen abweicht. Dabei sind besonders sensible Geschmacksnerven und Übung in der Kaffeeverkostung gefragt.", erläutert Rüdiger Eggers von der SCAE Austria. Es geht auch um besondere Finessen. So wird etwa Kaffee derselben Sorte, jedoch aus unterschiedlichen Anbaugebieten, verkostet.

Bei der Identifizierung des nicht dazupassenden Kaffees setzen die Tester alle Sinne ein. Geschmack, aber auch Geruch sind Ausschlag gebend. Verkostet wird nicht direkt aus dem Becher, sondern mit Hilfe eines sogenannten Cupping-Löffels. Jeder Verkoster, der seine Entscheidung getroffen hat, signalisiert dies durch ein Handzeichen. Die individuell benötigte Zeit wird gestoppt, jedoch haben die Verkoster für den Testvorgang maximal acht Minuten Zeit.
Die Ergebnisse werden von Hauptjuror Alf Kramer, SCAE Gründungsmitglied und ehemaliger Präsident der SCAE, sowie von den beiden Wettbewerbsjuroren Rüdiger Eggers von der SCAE Austrian Chapter, und Edmund Mayr vom Kaffee-Kompetenz-Zentrum, kontrolliert und protokolliert. Die Rangreihung der Teilnehmer ergibt sich daraus, wer die meisten Becher richtig zur Seite gestellt hat. Bei einem Unentschieden entscheidet die benötigte Zeit.

Spezialröstungen für die Kaffeeverkostungs-Staatsmeisterschaft
Bei der Verkostung gilt es, für alle Teilnehmer exakt gleiche Bedingungen zu gewährleisten. Brühtemperatur, Brühdauer und Verkostungstemperatur müssen für alle Kaffees gleich sein. Dafür zeichnet die Vienna School of Coffee, eine Aus- und Weiterbildungsinstitution für Kaffeeliebhaber, verantwortlich. Die verkosteten Kaffees - pro Runde werden 16 verschiedene Sorten benötigt - röstet der Wiener Kaffeespezialitäten-Händler "Mocca Club" speziell für die Staatsmeisterschaft.
Kaffee verkosten ist dem Verkosten von Wein ähnlich: Es gibt etwa 200 Provenienzen mit ganz unterschiedlichen Geschmackseigenschaften. So hat z.B. äthiopischer Mokka ein blumiges, florales Aroma mit ausgeprägtem Zitrusfrüchte-Akzent. Robusta-Kaffee aus dem Kongo schmeckt hingegen herb, mit holzigen Aromen und vollem Körper. Der teuerste Kaffee der Welt, Jamaica Blue Mountain, zeigt komplexe Aromaklänge ins Nussige und Fruchtige mit edler Säure. "Weil die Geschmacksunterschiede bei Kaffee besonders fein sind, erfordert das Verkosten von Kaffee höchste Konzentration", erläutert Johanna Wechselberger, Eigentümerin des Mocca Clubs und Mitgründerin der Vienna School of Coffee.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Wein
18.11.2020

Sogar der Gesetzgeber verleiht einer heimischen Paradedisziplin Auftrieb: Es „muss“ längst nicht mehr Süßes sein, zu dem man Auslesen, Trockenbeerenauslesen oder Eiswein reicht.

Wein
18.11.2020

Kalk oder Schiefer? Die beiden Gesteine prägen die Weingärten rund um den Leithaberg. Doch man muss kein Geologe sein, um die Mineralität der Weißweine von hier zu schätzen.

Wein
18.11.2020

94 Prozent aller Blaufränkisch-Reben stehen im Burgenland. Vom „Einheitsstil“ ist man aber weit entfernt. Im Gegenteil: Für Sommeliers sind die herausgekitzelten Nuancen der unterschiedlichen ...

Gastronomie
18.11.2020

Das Portal restaurant.info hat es sich zum Ziel gesetzt, ein möglichst umfangreiches Verzeichnis von Gastronomiebetrieben aus ganz Österreich anzubieten, die ihre Speisen auch zum Abholen oder ...

Wein
18.11.2020

Lasst die Korken knallen: Im letzten Quartal wird mehr Schaumwein getrunken als in den neun Monaten davor. Es liegt an der Gastronomie, dem Gast das Beste anzubieten – Durst auf Prickelndes hat er ...

Werbung