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Essen gut, alles gut?

03.09.2014

In Österreich kann wirklich gut gespeist werden. Nicht nur die größeren Städte warten mit hervorragender Küche auf, auch abseits vom Schuss haben sich kulinarisch wertvolle Ausflugsziele etabliert. So weit, so gut. Doch mit spannender Haute Cuisine allein ist es leider oft nicht getan. Der Gast erwartet in der High-End-Gastronomie auch den dazupassenden Service. Wenn die Küche Meisterleistungen auf den Teller bringt, sollte die Crew beim Gast ebenso überzeugen. Von der Theorie zur Praxis: Wir sitzen sonntagmittags im Juli in einem der besten heimischen Restaurants und entscheiden uns für das große Menü. In den folgenden vier Stunden lernen wir ca. acht Personen kennen, die sich um unser Wohl bemühen. Aber irgendwie läuft an unserem Tisch nichts rund. Der Wein kommt, das Essen (noch) nicht. Als das Essen serviert wird – und das Glas bereits geleert ist –, bestellen wir wieder Wein. Das Essen ist bereits aufgegessen, der Wein erst im Anmarsch. Das zog sich leider durch. Ein Zwischengang brauchte gar 45 Minuten, bis er zu uns fand. Neben etwas Unmut hat sich bereits auch Sättigung eingestellt. Obwohl das Essen grandios war, verlässt man wehmütig das Lokal – es hätte ein Highlight werden können. Anderes Beispiel: Abendessen im August, in einem nicht minder gut bewerteten Restaurant. Es gibt nur ein Menü und wir fragen nach, ob es außer dem Geflügel noch einen anderen Hauptgang gibt. Darauf der Kellner: „Wieso? Wollen Sie das nicht?“ Na, weil wir eben lieber Fisch oder Fleisch möchten. „Sind Sie gegen eine Zutat des Ganges allergisch?“ NEIN, wir möchten aber etwas anderes! Die gleiche mühsame Prozedur beim Dessert. Gutes Essen allein macht den Gast nicht zufrieden. Deshalb: Essen gut, Service gut, alles gut.
b.altenburger@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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