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Ethik als Erfolgsfaktor

06.05.2005

Keinen herkömmlichen Vortrag über Wirtschaft hielt Kaffeepapst Ernesto Illy in der Max Gandolph Bibliothek der Universität Salzburg. Doch wer Ernesto Illy kennt, hätte dies ohnehin nicht erwartet.

Dass „Kaffeerösten nicht einfach“ ist, äußerte Ernesto Illy mit einem leichten Schmunzeln. Immerhin finden sich in einer Bohne rund 2300 verschiedene Geschmacks- und Geruchskomponenten, die von Gorgonzola über Rosen bis zu „Katzenpipi“ reichen. Und um 100-%igen Genuss garantieren zu können, kommt es auf die richtige Selektion an. Nur eine einzige defekte Bohne würde die Harmonie der Aromen massiv beeinträchtigen und dann wäre laut Ernesto Illy „der Teufel los“. Daher werden alle Bohnen mittels computergesteuertem und hochsensiblem Verfahren nach strengen Qualitätskriterien kontrolliert und jede fehlerhafte Bohne entfernt.

Wettbewerb
Seit der Gründung des Triester Familienunternehmens haben sich die Wettbewerbsbedingungen auf dem Weltmarkt verschärft. Doch worauf es im Geschäftsleben wirklich ankommt, um erfolgreich zu sein, beschreibt Ernesto Illy bescheiden und eindringlich: „Man muss die Sache lieben“ und die Wünsche der Konsumenten erfüllen, dann stelle sich der Erfolg von selbst ein, nicht der Profit dürfe im Vordergrund stehen. Diese Aussage könnte ungläubiges Erstaunen auslösen, würde sie nicht von einem Mann stammen, der durch seine authentische Ausstrahlung fasziniert. Illy besticht durch Charisma, er versteht es, auf philosophisch-tiefgehende, aber auch humorvolle Weise komplexe Zusammenhänge zu erläutern. Stundenlang könnte man dem passionierten Chemiker zuhören, der Zitat um Zitat aneinander reiht und seine Zuhörerschaft auf eine philosophische Reise mitnimmt.

Moralische Werte
Laut Ernesto Illy ist die freie Marktwirtschaft das einzig funktionierende ökonomische System, das transparente Geschäftsbedingungen für Konsumenten und Produzenten ermöglicht, jedoch auch hohe Ansprüche an die moralischen Werte der Unternehmen stellt. Seiner Meinung nach könne die freie Marktwirtschaft nur unter Einhaltung ethischer Regeln funktionieren: Der Respekt zwischen Unternehmen und Konsumenten müsse durch Ehrlichkeit und kohärente Kommunikation gewahrt werden. In Zeiten von Enron und Parmalat klingen derartige Aussagen fast obsolet, der weltweite Erfolg der Marke Illy aber gibt der Philosophie des Firmenoberhauptes erfreulicherweise recht. Die einfachste Regel, führt der charmante Dottore weiter aus, sei es, nach dem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten“ zu handeln, denn „Liebe ist ein Virus wie Hass, nur die Liebe ist besser!“.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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