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Europa-Tourismus trotzt der Krise

23.11.2011

Berlin. Der ITB World Travel Trends Report kommt zum Ergebnis, dass bei den europäischen und internationalen Reisenden solide Zuwächse zu verzeichnen sind, wobei Städte- und Kurzreisen am beliebtesten sind.

Gute Zeiten für den europäischen Tourismus: Trotz anhaltender wirtschaftlicher Turbulenzen verzeichnet die Reiseindustrie in Europa steigende Zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt der ITB World Travel Trends Report, der von IPK International im Auftrag der ITB Berlin erstellt wird. Die Zahlen basieren auf Auszügen des European Travel Monitors und des World Travel Monitors sowie auf Einschätzungen von über 50 Tourismus-Experten und Wissenschaftlern aus aller Welt.

Ausgaben um zwei Prozent höher

Demnach stiegen Reisen aus Europa im Vergleich zum selben Zeitraum 2010 um vier Prozent an. Die wirtschaftliche Unsicherheit in vielen europäischen Ländern schlug sich nicht auf die Ausgaben der Reisenden nieder, welche sich um zwei Prozent erhöhten. Mit Blick auf internationale Reisende nach Europa wuchs die Zahl nach Angaben der UNWTO von Januar bis August 2011 um 4,5 Prozent auf 671 Millionen Reisende. Auch der Ausblick auf das nächste Jahr ist positiv: Im September 2011 wurden Reisende in 13 europäischen Ländern gefragt, ob und wenn ja wie häufig sie im nächsten Jahr verreisen wollen.

Solides Wachstum bei den Reisen
43 Prozent gaben an, 2012 genauso oft wie in diesem Jahr verreisen zu wollen, 27 Prozent planen mehr Reisen, 20 Prozent wollen hingegen weniger verreisen als 2011. IPK International hat einen Travel Confidence Index für Europa errechnet, der mit 103 Punkten für 2012 auf ein weiteres Wachstum von zwei bis drei Prozent im nächsten Jahr schließen lässt. Dies würde ein solides Wachstum und eine neue Rekordzahl an Reisen bedeuten, die über dem bisher besten Jahr 2008 lägen.

Weiterhin wichtigster Quellmarkt

Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenters Travel und Logistics der Messe Berlin kommentiert: „Die europäische Reiseindustrie navigiert trotz einiger angeschlagener Euro-Staaten bisher sicher durch das Jahr. Vor allem stabile Preise und Buchungserleichterungen durch das Internet sorgen dafür, dass Europa auch weiterhin sowohl im Incoming-Tourismus als auch als nach wie vor global wichtigster Quellmarkt attraktiv bleibt.“Als besonders reisefreudig erwies sich die Schweiz, mit einer Zunahme von neun Prozent Reisenden, gefolgt von Schweden mit sieben und Belgien mit sechs Prozent. Die Deutschen waren zurückhaltender, deren Reisetätigkeit erhöhte sich 2011 lediglich um ein Prozent.

Kurztrips nehmen weiter zu

Bevorzugte Ziele für europäische Reisende waren laut European Travel Monitor Kurzstreckenziele mit einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sie machen rund 90 Prozent aller Reisen aus. Drei Prozent mehr entschieden sich für eine Langstreckenreise. Die Zahl der Kurztrips nahm mit ein bis drei Übernachtungen um zehn Prozent zu, längere Aufenthalte mit mehr als vier Nächten stagnierten. Auf der Kurzstrecke dominierten unter den befragten 13 europäischen Ländern Reisen nach Nord- und Zentraleuropa sowie Südwest-Europa. Einen Einbruch von 15 Prozent musste Nordafrika hinnehmen, das aufgrund der politischen Revolutionen in Ländern wie Tunesien und Ägypten von vielen Touristen gemieden wurde. Reisen in den Asien-Pazifik-Raum stagnierten ebenfalls, bedingt durch weniger Reisen nach Japan nach der Fukushima-Katastrophe. Als Gewinner gingen Nord- und Südamerika hervor, die zusammen ein Plus von sechs Prozent Reisenden auf sich vereinten. 

Städtereisen weiterhin sehr gefragt

Metropolen entdecken steht bei europäischen Reisenden auch dieses Jahr hoch im Kurs. Städtereisen gehören mit einer Zunahme von zehn Prozent zu den beliebtesten Reiseformen, gefolgt von Rundreisen mit acht Prozent und Strandurlaub mit sechs Prozent. Einbußen hinnehmen mussten 2011 Reisen in ländliche Regionen und Skireisen, mit Rückgängen von sieben und fünf Prozent. Lust auf Sparen haben europäische Reisende offensichtlich bei der Anreiseart: Flüge zum Low Fare Tarif nahmen um zehn Prozent zu, während traditionelle Flugreisen ein Minus von vier Prozent verkraften mussten. Bislang noch wenig Bedeutung haben Buchungen via Smartphones. Nur drei Prozent der europäischen Reisenden gaben an, ihre Reisebuchung über ihr mobiles Endgerät vorgenommen zu haben. 97 Prozent der Online-Nutzer nehmen ihre Buchung am PC oder Laptop vor. Bei der Buchung von Unterkünften zeigte sich, dass die Online-Buchung mit 63 Prozent der Telefon- oder persönlicher Buchungen mit 37 Prozent schon den Rang abgelaufen hat.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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