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Europäische Gastgewerbeverbände diskutieren heiße Eisen

16.10.2007

Die neuen Herausforderungen an das Hotel- und Gastgewerbe standen dieser Tage im Mittelpunkt der 56. Generalversammlung des europäischen Gastgewerbe-Dachverbandes HOTREC in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Diskutiert wurden unter anderem das neue europäische Alkoholforum, reduzierte Steuersätze für das Hotel- und Gastgewerbe, die Agenda für einen nachhaltigen und konkurrenzfähigen europäischen Tourismus sowie internationale Normierungsbestrebungen.

Das Thema Alkoholmissbrauch beschäftigt seit einiger Zeit auch die Europäische Kommission. Der Leiter der Europäischen Direktion für Gesundheit und Konsumentenschutz, Robert Madelin, stellte den Delegierten von 40 Verbänden aus 25 Staaten, darunter Österreich, das von der EU-Kommission geplante Alkohol- und Gesundheitsforum vor. Diese Plattform verfolgt das Ziel, alkoholbedingte Schäden zu reduzieren. Die Mitglieder des Forums verpflichten sich, konkrete und detaillierte Aktionen im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung festzulegen und über die Umsetzung zu berichten. Nach den Mitwirkenden in der "Vermarktungskette" (Wein-, Bier- und Spirituosenproduzenten, Groß- und Einzelhändler) sind jetzt auch HOTREC und einige Mitgliedsverbände dem Forum beigetreten.

Francesco Ianniello, Leiter der Tourismusabteilung in der Unternehmensgeneral¬direktion, präsentierte die "Agenda für einen nachhaltigen und konkurrenzfähigen europäischen Tourismus". Diese wird beim Europäischen Tourismusforum am 26. d. M. an der Algarve der Öffentlichkeit vorgestellt. HOTREC und ihre Mitglieder wurden eingeladen, aktiv an der Realisierung der Agenda mitzuarbeiten.

Ein weiters Thema waren reduzierte Steuersätze für das Hotel- und Gastgewerbe. Die Europäische Kommission hat im Juli ein Paket mit steuerbezogenen Dokumenten veröffentlicht und damit eine Debatte über reduzierte Steuersätze entfacht. Diese Dokumente bedürfen noch einer ausführlichen Begutachtung, da nicht alle Maßnahmen positive Auswirkungen auf das Gastgewerbe haben. Generell wird bezweifelt, dass die Resolution eine echte Chance auf Realisierung hat. Derzeit verfügen 21 von 27 Mitgliedstaaten über reduzierte Steuersätze für Hoteldienstleistungen. Die Einführung einheitlicher Steuersätze für Hotels würde zu einem signifikanten Kostenanstieg und zu negativen Auswirkungen auf den Incomigtourismus führen. HOTREC wird sich weiter für die geringsten Steuersätze für Hotel- und Restaurantdienstleistungen in allen Mitgliedsstaaten einsetzen.

Ein weiteres Thema war schließlich der Bericht des Europäischen Parlaments von MEP Paolo Costa über Qualitätsmanagement und Klassifizierung. Um den Befürwortern einer europaweit einheitlichen Kategorisierung den Wind aus den Segeln zu nehmen, hat HOTREC das European Hospitality Qualität Scheme ins Leben gerufen. Dadurch soll ein System zur Evaluierung der in den Mitgliedsstaaten bestehenden Modelle entwickelt werden, anstatt diese zu ersetzen.

Der bulgarische Hotel- und Restaurantverband wurde als neues Mitglied aufgenommen. Nunmehr vertreten 40 Verbände die Interessen des Hotel- und Gastgewerbes von 22 Mitgliedstaaten, sowie von Mazedonien, Norwegen und der Schweiz. Österreich ist durch die Fachverbände Gastronomie und Hotellerie sowie durch den Veranstalterverband vertreten. Mag. Susanne Kraus-Winkler wurde als Mitglied des HOTREC-Vorstandes für zwei weitere Jahre wiedergewählt.

http://diegastronomie.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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