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Ewige Klassik und regionaler Hit: Whisky braucht Vielfalt

02.03.2019

Der Getreide-Brand war nie weg, doch mit Leidenschaft entdeckt eine neue Gästegeneration Single Malts neu. Heimische Newcomer und die Größen Schottlands und Kentuckys stehen dabei Seite an Seite

Dem Malz auf der Spur: Whisk(e)y-Verkoster Sylvie Hütter, Gerald A. Gsöls, Erhard Ruthner und Roland Graf von der ÖGZ (v. l. n. r.).

Man darf ein bisschen stolz sein, wenn man in die Whisky-Regale schaut. Denn mittlerweile ist der heimische Single Malt in die Jahre gekommen. Wer hätte sich in den bescheidenen Anfangsjahren (1995 wurden die ersten Whiskys in die Fässer gelegt, drei Jahre später gab es den ersten Austro-Malt) gedacht, dass einmal ein „15 years“ aus heimischer Produktion kommt. Der österreichische Whisky, für den die Produzentenvereinigung AWA (Austrian Whisky Association) unschätzbare Pionierarbeit leistete, steht aber nicht nur aus lokalpatriotischen Gründen im Fokus des Barangebots.

Experimente im Kleinen

Was den großen Herstellern in Schottland und Kentucky nur schwer möglich ist, stellt für die Austro-Brenner das tägliche Geschäft dar. Experimente mit einzelnen Fässern von Topwinzern stehen etwa an der Tagesordnung. Aber während es etwa zehn Gebinde sein müssen, damit z. B. Glenfiddich überhaupt einen Whisky aus Eiswein-Fässern angeht (3.000 Flaschen sind so etwas wie die Unter- unter-Grenze), fährt der Austrobrenner einfach zum Winzer des Vertrauens. Und selbst die Verwendung anderer Getreide als Gerste haben die heimischen Destillateure längst vorweggenommen. Im Gegenteil, der Eigenanbau von Roggen (J. Haider) oder Hafer (Josef Farthofer) wird immer mehr zur Norm unter den Whisky-Herstellern. Diese Vielfalt kommt der Gastronomie zustatten, die nunmehr eine dreigeteilte Whisk(e)y-Karte anbieten kann: Sie umfasst erstens runde und süße Klassiker aus den USA, die gerne mit Cola oder Soda als Highball konsumiert werden können. Dazu intensive aber ebenfalls „smooth“ gemachte Getreidebrände für den meditativen Pur-Genuss und nicht zuletzt zumindest einen regionalen Whisky. Denn gebrannt wird das „Lebenswasser“ heute in allen Bundesländern. Wie man diese neuen, acht bis zwölf Jahre alten Austro-Malts attraktiv verkauft, darf man sich bei David Bandak in Zürich abschauen: Das Verkost- Brett mit drei Whiskys gehört zu den beliebtesten Bestellungen im weltbekannten „Widder“-Hotel. Was man darauf platzieren könnte, hat die ÖGZ für Sie verkostet.

Autor/in:
Roland Graf
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