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Expertentipp - Was ist eigentlich Tee?

12.02.2015
Tee

Der Tee besticht derzeit durch starke Umsatzzahlen, besonders auch in der Gastronomie. Hochwertige Tees finden reißenden Absatz, Teeläden boomen (wenn auch noch nicht in Österreich), der Besuch von Tee-Foren liegt in der Tagesplanung vieler Genussmenschen, und Branchengrößen wie Starbucks decken sich mit ganzen Teeläden-Ketten ein. Grund genug, dass wir uns hier im ÖGZ-Caféjournal im Jahr 2015 besonders intensiv mit dem Thema Tee beschäftigen möchten.
Definitionsgemäß stammt Tee ausschließlich aus Blättern, Blattknospen und zarten Stielen des Teestrauches Camellia sinensis aus der Familie der Teegewächse, die nach üblichen Verfahren bearbeitet sind.
Seit im 17. Jahrhundert das Wort Tee in unseren Sprachgebrauch Einzug gehalten hat, wird der Begriff fälschlicherweise nicht nur für die Blätter der Camellia sinensis, sondern auch für den Aufguss fast aller Pflanzenteile, eines jeden Krautes und getrockneter Früchte verwendet. Aufgüsse aus Kräutern sind teeähnliche Erzeugnisse, aber keine Tees! Die Begriffe Kräutertee oder Früchtetee sind schlichtweg falsch. Teeähnliche Erzeugnisse stammen aus Pflanzenteilen, die nicht vom Teestrauch stammen, jedoch in der Art wie Tee verwendet werden.

Für das bei uns bekannte Getränk Tee sind heutzutage zwei Pflanzenvarietäten von Bedeutung: die Camellia sinsensis und die Camellia assamica. Diese Pflanzen gehören zur Familie der Teestrauchgewächse (Theaceae) und zählen zur Gattung der Kamelien. Diese beiden Pflanzen wurden bis heute unzählige Male miteinander gekreuzt, sodass man davon ausgehen kann, dass der Großteil der heutigen Teepflanzen aus einem Hybrid aus Camellia sinensis und Camellia assamica bestehen, die sich zwar morphologisch und in den Inhaltsstoffen voneinander unterscheiden, die man aber heutzutage nicht eindeutig voneinander abgrenzen kann.
Und von diesen Hybriden stammen alle für den Weltmarkt bedeutenden Teeklassen ab: Grüner Tee, Schwarzer Tee, Oolong-Tee, Weißer Tee, Gelber Tee und Dunkler Tee (Pu-Erh-Tee). Die Unterscheidung aller Tees, so verschieden sie letztendlich auch sind, erfolgt also ausschließlich durch das Aufbereitungsverfahren: Grüntees werden gedämpft oder geröstet, aber nicht fermentiert, Weißer Tee wird nur getrocknet, Oolong-Tees sind nur leicht bis mittel am Blattrand „anfermentiert“, Schwarze Tees sind durchfermentiert und Pu-Erh-Tees sind postfermentiert. Alle diese Tees können darüber hinaus z. B. mit Blüten oder Kräutern gemischt (Jasmintee, Rosenblütentee …) oder auch aromatisiert werden, wodurch sich noch zusätzlich weitere Geschmacksrichtungen ergeben. Tee ist also vielfältig wie kein anderes Getränk, und dementsprechend kann er auch eingesetzt werden: als Frühstücksgetränk, als Zwischendurchgetränk, zum Relaxen, als Energy-Drink, als Aperitif, als Digestif oder als Muntermacher.

 

Martin Kienreich
... ist Autor, u.a. des bekannten Buches und Nachschlagewerkes FAQ KAFFEE (faq-kaffee.com) und veröffentlichte im Jänner 2015 sein neues Buch FAQ TEE (faq-tee.com).

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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