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Exportrekord für heimischen Wein

27.11.2003

ÖWM-Chef Thurner: „Mit Qualität und Nachfrage steigen auch die Preise“ – Niveau aber insgesamt in Ordnung.

Österreichs Weinwirtschaft konnte im Vorjahr zwar mit 60,3 Mio. Liter einen Rekordwert beim Export verbuchen – es wurde sogar mehr Wein exportiert als importiert. „Es sei jedoch kritisch, dass nach wie vor zwei Drittel der Weinlieferungen ins Ausland im Fass passieren“, sagt der Geschäftsführer der österreichischen Weinmarketingservicegesellschaft (ÖWM), Michael Thurner. An konkreten Maßnahmen stellt sich die ÖWM vor, das Vermarktungssystem für heimischen Wein verstärkt auf das DAC-System auszurichten und zu versuchen, mehr Weißwein – zum Beispiel in die USA – zu exportieren. Auch die osteuropäischen Märkte – allen voran Tschechien und Polen – sollen künftig verstärkt bearbeitet werden, weil auch dort noch „Platz für Weißwein ist“.
Das von der EU geförderte Programm zur Umstellung von Weiß- auf Rotweinproduktion werde darüber hinaus weiter forciert, zumal österreichischer Rotwein nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland immer gefragter wird (die Rotwein-Exporte sind 2002 im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 16,5 Mio. Liter gestiegen). Derzeit wird hier zu Lande auf rund 14.000 ha Rotwein angebaut.
Die Österreicher konsumieren jedoch Rotwein von 24.000 ha, so Thurner. Durch das Förderprogramm könnte 3.000 ha Rotwein-Fläche dazu kommen.
Überzeugende Qualität
Im Ausland kann Österreich über Qualität punkten, denn weltweit werden 50 Mio. Liter – oder ein Fünftel der Gesamtweinerzeugung von 250 Mio. Liter – an Überschusswein produziert. Zum Vergleich: Die Gesamtproduktion in Österreich liegt im Schnitt zwischen 2,5 und 2,6 Mio. hl. In den Export gehen davon rund 20 Prozent, wobei ein gutes Viertel der Exportmenge Rotwein ist. An Überschuss erzeugt Österreich etwa 20 bis 30 Mio. Liter Wein im Jahr, vor allem aus dem „absoluten Billigsegment“.
Wichtigster Exportmarkt für heimischen Wein ist nach wie vor Deutschland. Dort gebe es keine Sprachbarriere und ein ähnliches Weingesetz. Der Marktanteil liege dort bei 2 Prozent. 1 Prozent Zuwachs würde ein Plus von 15 Mio. Liter bedeuten und bereits einen Großteil der Überschussmenge auffangen, rechnet Thurner vor.
Nach vielen Jahren sind im Vorjahr die Weinimporte von 59 auf 51,5 Mio. Liter erstmals wieder zurück gegangen, freut sich Thurner. Dies zeige, dass Österreichs Weine im Inland wieder mehr Bedeutung bekommen und dadurch der Importbedarf nicht mehr so groß sei.
Vorwürfe mancher Kritiker, dass mit der Nachfrage auch die Preise für heimische Weine dramatisch gestiegen seien, bezeichnet Thurner als ungerechtes Pauschalurteil: „Natürlich ist auf Grund der hohen Qualität und der im internationalen Vergleich geringen verfügbaren Mengen, teilweise ein gewisser Preisdruck da, Die meisten Winzer haben aber nach wie vor sehr vernünftige Preise.“ Zudem würde sich in dieser Hinsicht der Markt sehr einfach von selber regeln. Insofern sieht Thurner auch kaum Gefahr, dass die Gastronomie verstärkt auf Importweine umsteigt: „Die Gastronomie war immer einer unserer wichtigsten Partner und hat wesentlich zum Aufstieg des heimischen Weines beigetragen. Ich denke, dass die meisten Wirte, denen manches Weingut zu teuer geworden ist, einfach auf eine günstigere heimische Alternative ausweichen.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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