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Exzellenter Wein-Jahrgang erwartet

27.11.2003

Speziell bei Rot- und gehaltvollen Weißweinen wird die Qualität sehr gut - Trockenheit kein Problem.

Die Hitze verspricht den Weinliebhabern einen ganz besonders edlen Tropfen: Österreichs Winzer erwarten 2003 wieder einen Spitzenjahrgang.
In einigen Regionen läuft bereits die Weinlese, weil Sonne und Trockenheit die Trauben schneller reifen ließen. Zwar werden geringere Mengen erwartet, dafür ist die Qualität hervorragend. Der Österreichische Weinbauverband geht nach derzeitigem Stand von einer „guten Durchschnittsernte“ von rund 2,3 Mio. hl aus – jedoch mit „sensationeller Qualität bei Rot- und auch bei Weißwein“, sagte Weinbau-Präsident Josef Pleil vergangene Woche bei einer Pressekonferenz in Wien.
Trockenschäden habe es nur vereinzelt und lokal gegeben. Aufgrund der tiefen Wurzeln bei Rebstöcken haben die Trauben trotz der geringen Niederschlagsmengen genügend Wasser bekommen, hieß es. „Einziges Problem“ sieht Pleil darin, dass die hohen Temperaturen ein schnelles Verarbeiten der Trauben erfordern, zumal die Gärung dann „explosionsartig“ erfolge. Ein weiteres Problem könnte sich auch ergeben, wenn es zur Lesezeit stark regnet. Dies würde bedeuten, dass die Beeren aufquellen, platzen und zu faulen beginnen.

Smaragd-Jahrgang
Die Qualitäten dürften heuer durchwegs ausgezeichnet werden. Der Weinbauverband rechnet mit besonders schweren, mächtigen Weinen. Bei Weißwein sei es ein „klassisches Jahr für Smaragde“, die Rotweine würden an den Spitzenjahrgang 2000 herankommen, hieß es. An der Preisfront erwartet Pleil keine großen Bewegungen, zumal Österreich nur 2 Prozent zur EU-Weinproduktion beitrage. Die Spitzenqualitäten werden aber ihren Preis haben, betonte er.
Die regionalen Weinkomitees arbeiten unterdessen eifrig am nächsten DAC-Wein. Es sei zwar noch offen, welche Region nach dem Weinviertel nun den zweiten gebietstypischen DAC-Wein vorstellen werde, weit fortgeschritten sei man aber in der Thermenregion und in der Weinregion Carnuntum. Aber auch im Burgenland seien „interessante Ansätze“ vorhanden, hieß es.
Der DAC-Weinviertel sei nach der Präsentation im heurigen Frühjahr „großartig“ aufgenommen worden. Derzeit seien 600 Flaschen füllende Betriebe Mitglieder, die bisher 1,6 Mio. Flaschen des DAC-Weines erzeugt haben – also doppelt soviel wie etwa vom steirischen Juncker produziert werde. Außer in der Steiermark wurden mittlerweile in allen Weinbaugebieten „Regionale Weinkomitees“ gegründet.

Abschaffung der Schaumweinsteuer gefordert
Mit Sorge sehen die heimischen Weinbauern die Entwicklung auf dem Schaumweinmarkt. Der Trend zu Prosecco hält in Österreich ungebrochen an. Wurden 1995 noch 300.000 Flaschen aus Italien importiert, so waren es 2002 bereits 15 Mio. Flaschen, Tendenz steigend. Diese Zuwachsraten erfolge laut Pleil ausschließlich auf Kosten von Sekt, wobei der österreichische Sektmarkt fast zur Gänze aus in Österreich erzeugten Grundweinen besteht. Dies sei ein „Alarmzeichen“, das die „sofortige Abschaffung der Schaumweinsteuer“ notwendig mache.
Neben Deutschland sei Österreich das einzige Land in der EU, das eine Sektsteuer einhebe. Für die Republik handle es sich zwar um eine „Bagatellsteuer“ – das gesamte Schaumweinsteueraufkommen Österreich betrage rund 21 Mio. Euro pro Jahr oder 0,04 Prozent des Gesamtsteueraufkommens – pro Flasche gemessen sei die Steuer aber mit 1,32 Euro extrem hoch und entspreche in etwa der Preisdifferenz zum Prosecco.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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