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Fachkräfte: Ideen gegen die Krise

14.12.2016

Alle jammern! Die Köche und Kellner, dass sie zu wenig verdienen, schlecht behandelt werden und zu viel arbeiten müssen. Die Arbeitgeber über die „Generation Chill“, die am liebsten nur noch drei Tage arbeiten und vier Tage frei hätte. „Dienstleistung“ sei völlig unpopulär geworden.

Arbeitszeiten könne sich auch der Arbeitgeber nicht aussuchen, die bestimme der Gast: Ein Hotel habe eben rund um die Uhr geöffnet, und eine Hochzeitsfeier dauere so lange, bis der Letzte heimgeht. 
Der Gast klagt über „astronomische“ Preise und dass er immer mehr Fertiggerichte vorgesetzt bekomme. 

Astronomische Preise in Österreich?? Das stimmt im Vergleich mit anderen Ländern selten. Wird aber so wahrgenommen, wenn man im Lokal über 30 Euro für eine Flasche Wein bezahlt, die im Einkauf sechs Euro kostet. Deshalb ist es eine gute Idee, die Einkaufspreise gleich auf die Karte zu schreiben plus pauschal 12 Euro Aufschlag für „Kosten und Service“ – so gesehen in einem Stadtheurigen in Wien. Dann kostet den Gast auch eine edle Flasche Wein vergleichsweise wenig und er bestellt gerne noch eine zweite oder dritte. Und keiner kann dem Wirt „astronomische“ Preise vorwerfen.

Die Grünen schlagen aktuell vor, Ganzjahresarbeitszeitmodelle kollektivvertraglich zu verankern und befristet zu fördern. Die Wirtschaftskammer möchte den Koch auf die Mangelberufsliste setzen – zumindest im Westen Österreichs, wo derzeit auf eine offene Stelle 0,6 vermittelbare Köche kommen. In Deutschland, wo es ähnliche Probleme gibt, stellt eine Zeitarbeitsfirma ungelernte Kräfte als „Foodpresenter“ für Buffets und F&B-Tätigkeiten zur Verfügung, neue Vollzeitkräfte bekommen in einer Werbeaktion einen Smart als Dienstwagen. Der VKÖ möchte die Lehre attraktiver gestalten: Sie sollte in zwei Betrieben absolviert werden können. Andere fordern familienfreundlichere Arbeitszeiten. Dazu könnten mehr Kindertagesstätten in Ferienorten (organisiert von den Arbeitgebern) oder verbilligte Nachttaxis fürs Personal zählen. 

Ideen gibt es. Hoffen wir, dass sich die Blockierer und Bedenkenträger nicht weiter durchsetzen.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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