Direkt zum Inhalt

Fachverband: Serviceangebot für Gastwirte ausgebaut

27.10.2004

Immer wieder ein heißes Thema ist in der Praxis
die Frage, wie weit das den Gastwirten zustehende Hausrecht reicht
und ab wann eine verbotene Diskriminierung vorliegt. Die
komplizierten Normen des Gleichbehandlungsrechtes und die daraus
entstehenden Abgrenzungsfragen überfordern manchmal Gastwirte in der
praktischen Anwendung. Besondere Brisanz erlangt die Frage einer
möglichen Diskriminierung, wenn Menschen anderer Herkunft, Hautfarbe
oder Religion betroffen sind.

Der Fachverband Gastronomie hat dies zum Anlass genommen, um
gemeinsam mit dem Veranstalterverband einen einfachen und
verständlichen Leitfaden durch diese diffizile Thematik
herauszugeben. Mit der Erstellung war eine Institution betraut, die
über sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt, nämlich das
Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte. Mitgewirkt hat weiters
das Bundesministerium für Inneres.

Der vorliegende Leitfaden bietet den Gastronomen einen Überblick über
relevante gesetzliche Bestimmungen, besonders auch das neue
Gleichbehandlungsgesetz, welches mit Juli 2004 in Kraft getreten ist.

Anhand von plakativen Beispielen wird dem Gastwirt veranschaulicht,
welche Möglichkeiten er hat, seine Rechte gegenüber ungebührlichen
Gästen durchzusetzen und ab wann ein ausgesprochener Lokalverweis,
ein Lokalverbot oder eine ähnliche Maßnahme als Diskriminierung
angesehen wird, die gegen die Normen des Gleichbehandlungsrechts
verstößt.

Ein Dauerbrenner in der Gastronomie ist auch die Frage der
"richtigen" Kalkulation.
Daher erfolgt nun eine Neuauflage der beliebten WIFI Broschüre
Kosten- und Ertragsmanagement in der Gastronomie.

"Richtiges Kalkulieren ist ein Dauerthema im Gastgewerbe"
unterstreicht LAbg. Komm.Rat Helmut Hinterleitner, Vorsteher des
Fachverbandes Gastronomie, und meint: "Die Gastwirte dürfen sich
heutzutage nicht mehr auf die alte Wirteweisheit verlassen, die
besagt, dass es für die Preisgestaltung in der Gastronomie zwei
Möglichkeiten gibt: Selber rechnen oder schauen, was der Nachbar
verlangt".
Dieser Standpunkt sei mehr als überholt. Bei einer richtigen
Kalkulation gehe es darum, alle Kosten des Betriebes zu erfassen, sie
den einzelnen Angeboten zuzuordnen und den Preis so festzusetzen,
dass unter dem Strich ein angemessener Gewinn herauskommt.
"Trotzdem", so Hinterleitner weiter, "ist der ergänzende Blick auf
die eine oder andere Speise- oder Getränkekarte der Mitbewerber
durchaus sinnvoll. Die anderen Betriebe repräsentieren den Markt, und
das eigene Angebot muss schlussendlich auch konkurrenzfähig sein".

Wesentliches Ziel jeder Kalkulation sei es, zu einem Preis zu
kommen, der "stimmt". Gerade die Gastronomie ist ein gutes Beispiel
dafür, dass sich viele Einflüsse nicht in harten Zahlen ausdrücken
lassen. Die Geschmackssicherheit und Kreativität des Kochs, das
Lächeln und die Aufmerksamkeit der Kellnerin, sowie das umgebende
Ambiente sind in den seltensten Fällen ziffernmäßig kalkulierbar,
hebt Hinterleitner hervor.

Gemeinsam mit dem Fachverband Gastronomie hat das WIFI
Unternehmerservice der Wirtschaftskammer Österreich die Broschüre
"Kosten und Ertragsmanagement in der Gastronomie" neu aufgelegt. Sie
ist ein Leitfaden für die richtige Kalkulationstechnik und für die
Errechnung von Kennzahlen, die auf einen Blick die Stärken und
Schwächen in einzelnen Teilbereichen erkennen lassen. Zusätzlich
erhält sie eine Anleitung zur Speise- und Getränkekalkulation als
Entscheidungsgrundlage für die Zusammenstellung eines Angebotes.

"Kalkulation bedeutet mehr als Preisrechnung". Mit diesen Worten
wendet sich der Fachverbandsvorsteher an seine Berufskollegen: "Wir
wollen dem Gastwirt eine Hilfestellung bieten, wie er durch
rechtzeitiges Analysieren und Handeln den erfolgreichen Fortbestand
seines Betriebes gewährleisten kann."

Erhältlich ist die Broschüre für Mitglieder der Wirtschaftskammer um
€ 14,50, für Nichtmitglieder um € 18,50 im Mitgliederservice der
Wirtschaftskammer Österreich, Tel. Nr. 0590900 DW 5050, Fax 0590900
DW 236 oder Mail: mservice@wko.at.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

Ein Ausfallbonus soll die Tourismusbranche über Wasser halten.
Gastronomie
18.01.2021

Eine wirtschaftliche Katastrophe ist die Verlängerung des Lockdowns für Hotellerie und Gastronomie. Bis spätestens Mitte Februar braucht es darum Planungssicherheit. Der neu geschaffene ...

Zurück in die  kulinarische ­Zukunft: Die Alpine Küche bietet Touristikern und Gastronomen Geschäftschancen.
Gastronomie
15.01.2021

Die Alpine Küche ist auf dem Vormarsch. Traditionell und doch fortschrittlich. Als Gegenentwurf zur industriellen Landwirtschaft und als touristischer Hoffnungsträger. Lokale Produzenten arbeiten ...

Aus Urlaubern werden Forscher: Skispaß in Vorarlberg.
Hotellerie
14.01.2021

Ob getarnte Geschäftsreise oder "Forschungsaufenthalt" auf der Skipiste: Schwarze Schafe erweisen der Branche keinen guten Dienst.

Ohne "Reintesten" wird es auch in der Gastronomie keine Öffnung geben.
Gastronomie
14.01.2021

Gäste in Hotellerie und Gastronomie werden nach dem Lockdown einen negativen Covid-Test brauchen. Ob die Betriebe ab dem 25. Jänner aufsperren, muss bezweifelt werden. Für die Branche wäre eine ...

Gastronomie
14.01.2021

Von 18. bis 21. Jänner können Interessierte kostenlos an den virtuellen Infotagen teilnehmen und komfortabel Aus- und Weiterbildung planen.

Werbung