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Familie Albrecht mit Senior Alois und Gattin Regina, Alois Albrecht jun. (v. l.  n. r.) und Krumers Alpine Resort & Spa Direktor Marc Schlieper (r.).

Familie Albrecht stockt auf

14.03.2017

Mit dem Kauf des Dorint wächst das Hotel-Portfolio der Seefelder Familie Albrecht weiter an. Gleichzeitig stärkt die Neuerwerbung auch den WM-Ort.

Eine Seefelder Hotelinstitution sperrte wieder auf. Aus dem ehemaligen Dorint Hotel wurde das Krumers Alpine Resort & Spa.
Blick in die Zirbenstube des Krumers Alpin Resort & Spa.

Eigentlich sind die Albrechts Händler. Zu den Familienbetrieben zählen seit mehr als 100 Jahren ein Sportmodengeschäft sowie zwei Spar-Märkte und das Nannis Café in Seefeld. In die Hotellerie ist man „eher quer eingestiegen“, wie Familienoberhaupt Alois Albrecht sen. erzählt. 1988 erwarben die Albrechts das Hotel Post. Heute firmiert es als ein Vier-Sterne-Superior-Betrieb im Zen-trum Seefelds unter dem Namen Krumers Post & Spa. 2004 kam der Karwendelhof dazu. Das Vier-Sterne-Hotel direkt beim Bahnhof beherbergt neben dem Hotelbetrieb auch ein Casino Austria. 

Kauf aus Konkursmasse

Beim jüngsten Neuerwerb handelt es sich um das ehemalige Seefelder Dorint Hotel. Es war zuletzt im Besitz eines deutschen Immobilienfonds. Nach dessen Pleite zog sich die Neue Dorint GmbH als Betreiber zurück. Familie Albrecht hat das insolvente Hotel mit bewegter Geschichte für kolportierte 9,6 Mio. Euro aus der Konkursmasse übernommen und zu Weihnachten wiedereröffnet. Schrittweise sollen Küche und der 3.500 Quadratmeter große Wellnessbereich modernisiert und wenn möglich auch der 1.300 Quadratmeter große medizinische Bereich revitalisiert werden. Obwohl Seefeld im Sommer mehr Nächtigungen zählt, erwartet man sich die Rendite über das Wintergeschäft. „Wir haben uns einen Zeitraum von zwei Jahren gesetzt, um das Rädchen zum Laufen bringen.“ Dazu sei die gesamte Familie gefordert. „Ich selbst habe ja Erfahrung mit Zukäufen. Mein Sohn aber ist zurzeit ziemlich eingespannt“, erzählt Alois Albrecht sen.

Family-Business

Mit seinen 66 Jahren ist der Kaufmann und Hotelier bereits in Pension, entscheidet aber als 75-%-Anteilseigner der Betreibergesellschaft aller drei Albrecht Hotels mit. Sohn Alois hat als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft sowie der Besitzgesellschaft des Krumers Alpin Resort & Spa die operative Führung inne, besitzt am Krumers Alpin 75 und Vater Alois 25 Prozent. „Ich glaube, wir haben eine gute Mischung“, sagt Albrecht Senior. „Die Aufteilung erfordert, dass wir miteinander reden. Das funktioniert gut.“ 

Zusammenhalt ist auch notwendig, um sich den Kauf eines 126-Zimmer-Hotels zuzutrauen. „Letztlich ist es ein Rechenexempel“, sagt Albrecht sen. „Wenn wir das Dorint, so wie es heute da steht, neu bauen müssten, würde es das Drei- bis Vierfache kosten, das ginge nicht ohne Eigenkapital. Den Kauf finanzieren wir mit Fremdkapital und werden uns als Betreiber der zwei anderen Hotels gegenseitig unter die Arme greifen.“ Der schwierigere Teil sei gewesen, der Bank vorzurechnen, dass das Objekt auch wirtschaftlich zu führen ist. „Allein durch die Tatsache, dass wir in der Region schon zwei Hotels haben und jahrelang Ergebnisse liefern, ist die Übernahme überhaupt erst möglich geworden.“ 
Allein in den letzten sechs Jahren hat Familie Albrecht sieben Mio. Euro in das Krumers Post & Spa und den Karwendelhof investiert. „Das Attraktivhalten eines Hotels erfordert laufende Handlungsbereitschaft. Wird nichts gemacht, blutet der Betrieb aus, man verliert die Gäste, und dann gibt es auch kein Geld mehr von der Bank, weil die Ergebnisse nicht stimmen.“

Zielgruppenfokussierung

Erfreulich stimme die neue Betreiberfamilie daher, dass das ehemalige Dorint in einem sehr guten und gepflegten Zustand ist, an den man anknüpfen könne. Innerhalb der Albrecht-Hotelgruppe verfolgt man eine klare Positionierung. Während sich der Karwendelhof an All-inclusive-Gästen und Gruppenreisen orientiert, ist das Krumers Post & Spa auf den gehobenen Wellnessgast ausgerichtet. Im Krumers Alpin Resort & Spa werde man weiterhin Familien ansprechen, wolle aber auch für Pärchen und Singles interessant bleiben. 

Mit der Neuübernahme des insolvent gewordenen Fünf-Sterne-Hotels For Friends in Mösern durch eine renommierte Südtiroler Hoteliersfamilie (die ÖGZ berichtete) bekommt die Olympiaregion Seefeld nun durch ein weiteres Tophotel Aufwind. Das dürfte für die Destination an sich, aber auch für die Austragung der Nordischen Ski-WM 2019 durchaus förderlich sein.

Autor/in:
Barbara Egger
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