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Fast nur Positives aus Berlin

08.03.2017

Gemeinsame Pressekonferenz von Österreich Werbung, WKÖ und ÖHT zum Auftakt der ITB: Nächtigungsrekorde, Digitalisierung, Investitionen und viel Vertrauen in den deutschen Gast.

Von links nach rechts: Wolfgang Kleemann, Petra Nocker-Schwarzenbacher und Petra Stolba am Österreichstand auf der ITB.

Der Video zum Österreichauftritt auf der ITB

Auch wenn der Winter nicht ganz so gut lief, wie erhofft: Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der österreichischen Tourismusbranche auf der ITB konzentrierte man sich auf den Nächtigungsrekord aus 2016. Wie bekannt wurde die laut Regierungsprogramm erst für 2018 angestrebte Schallmauer von 140 Millionen Nächtigungen schon zwei Jahre früher durchbrochen, das sind 4,2% mehr als 2015. Aufgrund der geopolitisch angespannten Lage kam die Nachfrage besonders aus den traditionellen Nahmärkten. Das dürfe aber nicht zu einem Strategiewechsel und einem Rückzug auf die erfolgreichen Nahmärkte führen, betont ÖW-Chefin Petra Stolba: „Internationalisierung ist und bleibt Gebot der Stunde!“

Verlass auf Deutschland

Deutschland ist und bleibt mit einem Anteil von 37% an den Gesamtnächtigungen der wichtigste Herkunftsmarkt für den österreichischen Tourismus. Im Ranking der Deutschen Reiseanalyse liegt Österreich bei den beliebtesten Reiseziele der Deutschen für längere Reisen (5 Tage+) hinter Deutschland selbst, Spanien, Italien und der stark schwächelnden Türkei auf Platz 5. „Bei den Kurzreisen konnte Österreich seine Spitzenposition bei den Auslandsreisen sogar weiter ausbauen“, freute sich Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.“ Hier zieht offenbar auch die Kurzurlaubskampagne „Winterzauber“ mit Angeboten abseits des klassischen Wintersports. Generell ist das Interesse an einem Österreichurlaub bei unseren Nachbarn erneut gestiegen, vor allem bei den „ziemlich sicher“-Planenden, was auf einen weiteren realen Zuwachs hoffen lässt.

Geförderte Kredite

Unterstützt werden der österreichischen Tourismusbetriebe durch die Österreichische Hotel- und Tourismusbank ÖHT. Deren Geschäftsführer Wolfgang Kleemann sagte: „40 Mio. Euro werden Tourismus-KMUs durch die neue Investitionszuwachsprämie 2017/18 zur Verfügung gestellt, diese werden ein Investitionsvolumen von 900 Mio. Euro pro Jahr auslösen. Große Tourismusunternehmen werden mit rund 10 Mio. Euro unterstützt, das wird ein Investitionsvolumen von 100 Mio. Euro auslösen. Für 2017 stehen darüber hinaus Kredite von insgesamt 215 Mio. Euro, Haftungen in Höhe von 60 Mio. Euro und Zuschuss-Förderungen von 6 Mio. Euro. zur Verfügung.“

Digitalisierung kostet Geld

Geld, das dringende benötigt wird. Zum Beispiel um beim Zukunftsthema Digitalisierung mithalten zu können: „Wollen wir einer der erfolgreichsten Tourismusdestinationen der Welt bleiben, müssen wir uns auch auf allen Ebenen des Tourismus intensiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen“, sagt Petra Stolba. Das sagt sie schon länger und zu Recht. Und das fängt bei simplen Dingen an wie einem drahtlosen High-Speed-Zugang im Hotel. Wer den nicht bieten könne, komme für 67 Prozent der Gäste nicht mehr als Übernachtungsmöglichkeit in Frage, betont Petra Nocker-Schwarzenbacher. Wir möchten hinzufügen: Er sollte überall im Hotel zur Verfügung stehen und für Gäste kostenlos sein. Anders als zuletzt in einem Hotel in Bad Ischl und in Berlin erlebt: Einmal gab’s WLAN nur in der Lobby, in Berlin kostete ein normaler WLAN-Zugang 9,90 am Tag. In einem 4-Sterne-Hotel!

Andererseits ist klar: Die Digitalisierung kostet Geld. Ein durchschnittliches 4-Sterne-Hotel mit rund 100 Betten, das als Ganzjahresbetrieb geführt wird, müsse in einem Zeitraum von fünf Jahren mit mindestens 60.000 Euro Ausgaben nur für Website- und Onlinemarketing rechnen, rechnete Nocker-Schwarzenbacher vor.

iTourismus und Forschung

Die ÖW setzt schon länger auf iTourism, also „intelligenten Tourismus“. Natürlich könnte man hier einwenden, dass „analoger“ Tourismus deswegen nicht „unintelligent“ sein muss… zum Beispiel die Arbeit am Gast, von Mensch zu Mensch. Aber das ist wohl eher ein Streit um Begrifflichkeiten. 50% der ÖW-Marketingmaßnahmen der ÖW laufen bereits digital ab – und das ist sicher gut so, vor allem wenn man neue und junge Zielgruppen ansprechen möchte.

Man setzt bei der Österreich Werbung auch auf die Forschung: Gemeinsam mit der TU Wien soll das Geheimnis gelüftet werden, wann Gäste tatsächlich erstmals an Urlaub in Österreich denken. „Damit kann der perfekte Zeitpunkt für optimales Tourismusmarketing bestimmt werden“, hofft Petra Stolba. Die eigene „digitale Transformation“ soll analog und digital verbinden: „Unsere Vision ist, in einer digitalen Welt persönlich zu kommunizieren“, sagt Stolba. „Klingt selbstverständlich, ist aber extrem anspruchsvoll: In Echtzeit der richtigen Person die richtige Botschaft zur richtigen Zeit über den richtigen Kanal senden – und dann noch die Kommunikationserfolge mess- und sichtbar zu machen.“

Natur und Gastgeber

Thematisch hat sich an Auftritt und Motto der Österreich-Präsenz auf der ITB gegenüber dem Vorjahr nur wenig geändert: Es heißt wieder „#austriantime“. Man hat wieder (zumindest ein paar) echte Bäume und Pflanzen aufgestellt, um mit einer kleinen Naturlandschaft des Messebesuchern eine kleine Oase der Ruhe zu gönnen. Aber anders als im letzten Jahr präsentiert man diesmal nicht in erster Linie Österreichs Naturräume , sondern die Gastgeberinnen und Gastgeber. Die stehen auch im Zentrum der weltweiten Werbeaktivitäten der ÖW für 2017: Es wird eine Social Media Kampagne und 14 Videos mit österreichischen Gastgeberinnen und Gastgebern geben, in denen diese ihre ganz spezielle #austriantime beschreiben, an der sie ihre Gäste teilhaben lassen möchten.

Kulinarischer Partner am Österreichstand ist heuer Tirol: Spitzenkoch Franz Raneburger und sein Edelweiß-Team nehmen Besucher des Österreich-Cafés mit auf einen Streifzug durch die österreichische Küche mit nicht nur Tiroler Spezialitäten. Unterstützt wird er dabei von den Schülerinnen und Schülern aus den Zillertaler Tourismusschulen.

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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