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Festtagsstimmung in Mayrhofen

15.05.2009

Der Giro d'Italia machte bei seiner 100. Austragung Station im idyllischen Zillertaler Ort. Der Italiener Michele Scarponi beendete die 248 Kilometer lange Strecke über Osttirol bis ins hintere Zillertal und die abschließende Schleife durch den Ortskern von Mayrhofen als Schnellster.

Die Favoriten um Danilo Di Luca, Levi Leipheimer, Ivan Basso und Carlos Sastre hielten sich nach den anstrengenden Bergetappen der beiden Tage zuvor etwas zurück und kamen mit dem Hauptfeld ins Ziel. Lance Armstrong überquerte erst mit der zweiten Hauptgruppe die Ziellinie. Das Fazit der Organisatoren aus Mayrhofen fällt außerordentlich positiv aus.

Nach einer langen Ausreißerfahrt gewann Michele Scarponi das zweitlängste Teilstück des diesjährigen Giro d'Italia. Mit 32 Sekunden rettete der italienische Radprofi vor dem hinter ihm heranfliegenden Hauptfeld ins Ziel. Wie an einer Perlenschnur aneinandergereiht raste dieses durch die Gassen des Zillertaler Urlaubsortes. Auf der nur 3,5 Meter breiten Zielgerade setzte sich Boasson Hagen aus Norwegen knapp gegen den Australier Allan Davis durch. Giro-Topfavorit Danilo Di Luca kam als Neunter ins Ziel und behauptete souverän sein "Rosa Trikot". Der US-Amerikaner Lance Armstrong büßte nach den beiden schweren Bergetappen erneut Zeit ein und überquerte lediglich als 73. mit einem Rückstand von mehr als einer Minute die Ziellinie.

Anfragen aus Italien nehmen zu

Andreas Lackner, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mayrhofen/Hippach war die Erleichterung nach dem Zieleinlauf deutlich anzumerken: "Wir haben viele Wochen und Monate hart dafür gearbeitet, aber so ein spannendes Event entschädigt für die großen Anstrengungen." Trotz der schwierigen Situation für den Profiradsport in Österreich war die Begeisterung der Anhänger entlang der Strecke ungebrochen. Mehrere Tausend Zuschauer verfolgten die 6. Etappe aus nächster Nähe, der Großteil davon direkt an der Zielankunft in Mayrhofen. "Den Giro verfolgen allein in Italien 30,2 Millionen Fans. 5,2 Millionen besuchen die Rundfahrt direkt an der Straße. Der Radsport hat dort noch einen völlig anderen Stellenwert als bei uns in Österreich. Diese äußerst interessante Zielgruppe haben wir mit der heutigen Veranstaltung erreicht und auf unseren Ort aufmerksam gemacht. Die Mayrhofner Hoteliers werden in Zukunft davon erheblich profitieren", zählt Andreas Lackner die Vorteile für den Tourismusort auf.

Unbezahlbarer Wert für Mayrhofen

Das an diesem Tag in Mayrhofen herrschende Medienaufkommen war enorm: 1.056 Reporter und 340 Fotografen aus der ganzen Welt versammelten sich im Pressezentrum, um über die Ergebnisse der Zielankunft zu berichten. Fernseh- und Radiostationen sowie Printjournalisten verwandelten Mayrhofen für einen Tag in ein globales Radsportzentrum. "Die Aufmerksamkeit, die wir in Ländern wie Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und den Benelux-Staaten durch die Veranstaltung erhalten, ist nahezu unbezahlbar", erklärt Andreas Lackner. Allein der italienische Fernsehsender RAI überträgt live über 150 Stunden im Fernsehen und 50 Stunden im Radio von der Jubiläumsausgabe eines der wichtigsten und traditionsreichsten Radrennen. Insgesamt wird der Giro in 142 Länder ausgestrahlt und erreicht damit 250 Millionen Fernsehzuschauer. Abseits der Strecke lief die Organisation wie am Schnürchen. Mehrere Stunden, bevor die Werbekarawane des Giro mit ihren 150 Fahrzeugen sowie anschließend der gesamte Tross mit den 200 Fahrern und etwa 400 Begleitfahrzeugen, Motorrädern sowie LKWs durch Mayrhofen brausten, sperrten Polizei und Feuerwehr die Zufahrtstraßen. Shuttle-Busse brachten die Zuschauer von den Parkplätzen Moiggfeld, Horbergbahn, Ramsau Sessellift und Zeller Bergbahnen in das Ortszentrum. "Wir haben die Anwohner frühzeitig durch Beilagen sowie unsere Homepage informiert und sind sehr glücklich, dass alles wie geplant geklappt hat", sagt Andreas Lackner.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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