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Flexibel geht anders

30.04.2014

Kommentar von Thomas Askan Vierich zum Abbruch der KV-Verhandlung im Hotel- und Gastgewerbe

Letzte Woche haben die Arbeit­gebervertreter die Verhandlungen über den Kollektivvertrag für das ­Hotel- und Gastgewerbe abgebrochen. Die Gewerkschaftsseite wollte zwei Vorbedingungen nicht akzeptieren: eine flexiblere Verteilung der Nacht­ruhezeiten und eine Angleichung der Durchrechnungszeiträume.

Für die Verhandlungsführer der Gewerkschaften „schlichtweg inakzeptabel", weil beide Anpassungen zu „massiven Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen" geführt hätten. Jetzt sprechen die Gewerkschaften davon, dass alle Angestellten in der Branche eine Reallohnkürzung hinnehmen müssten, nicht einmal die Inflationsrate werde abgegolten. Diese Aussage steht im Widerspruch zu den Ergebnissen des aktuellen Lohnbenchmarktes. Aber, werden die Gewerkschafter sagen, dessen Zahlen kommen ja von der Arbeitgeberseite. Zu den Forderungen der Gewerkschaften zählen eine „Anhebung von Mindestlohn bzw. Mindestgehalt auf 1.500 Euro", eine „Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen und Übernahme der Internatskosten durch die Arbeitgeber" sowie ein „bundesweit einheitliches, modernes Lohn- und Gehaltssystem mit neuer Nomenklatur und einheitlichen Lohn- und Gehaltstabellen". Kann sein, dass das alles aus Sicht der Angestellten nötig ist. Aber sehr flexibel klingt es jedenfalls nicht. Und um Flexibilität geht es den Hoteliers in einer nach wie vor angespannten Gesamtsituation mit vielen überschuldeten Unternehmen und einer im Vergleich zu anderen Branchen geringen Gewinnmarge (siehe Seite 5). Die Hoteliers sehen in ihren Anpassungen im Rahmenrecht „Vorschläge zur Modernisierung". Sie wollen einen KV, der „die tatsächlichen Arbeitsvorgänge und Gästebedürfnisse abbildet". Dazu passen bundesweit einheitliche Tabellen und Mindestlöhne eher weniger.

t.vierich@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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