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Entwicklung der Zimmer-Kategorien in Wien

Fluch oder Segen?

16.07.2014

2013 sind rund 2.000 neue Zimmer auf dem Wiener Hotelmarkt hinzugekommen, 2014 werden weitere 1.400 folgen. Und am Hauptbahnhof wird kräftig gebaut

Text: Thomas Askan Vierich

ie viele Zimmer verträgt Wien? Und wie kann man die durchschnittliche Zimmerrate steigern? Das waren Fragen, die Matthias Hautli, Geschäftsführer von Kohl & Partner in Wien, bei einer Runde mit Branchenexperten zur Diskussion stellte. Insgesamt stieg 2014 die Bettenanzahl um 0,5 %, die ADR lag konstant bei 93,32 Euro, die Auslastung bei 65,5 % (+ 2,7 %) und die RevPar bei 61,11 Euro (+2,7 %).

Erfreuliche Nachrichten brachte Dietmar Ploberger, Projektmanager Fachbereich Hotel bei Signa Development: „Wir sind fünf Wochen mit dem Park Hyatt in Betrieb und extrem zufrieden, vor allem der F&B-Bereich wird sehr gut angenommen." Das Beste: Man kann hohe Zimmerpreise durchsetzen, momentan sind das 375 Euro, ab Oktober will man zwischen 450 und 480 Euro verlangen. „Wir haben die Preise nach oben gebracht."


Lokomotive Park Hyatt

Das freut auch die anderen Hoteliers: Rolf Berg, Vice President Business Development Steigenberger, sieht das Park Hyatt als „Belebung": „Wenn das Hyatt seine Raten durchsetzt, ist das für uns alle von Vorteil." Berg beschreibt den Werdegang des Steigenberger Herrenhofs als „anfangs schwierig, jetzt gut, 2014 sogar sehr gut". Die Großrenovierung des InterCity Hotels am Westbahnhof ist abgeschlossen, und er kann sich ein weiteres InterCity am Hauptbahnhof vorstellen, Platz wäre dort noch.

Hermann Gruber, Head of Sales & Marketing Austria Trend Hotels, ist mit seinen sieben Häusern zufrieden, vor allem in der Innenstadt. Die Randlage gestalte sich allerdings immer schwieriger: „Dort leiden wir unter einem extrem Preisdruck." Überhaupt spricht er von „sinkenden Erträgen" im Bereich drei/vier Sterne, aber die RevPar habe sich stabilisiert. Er setzt ganz klar auf Positionierung, zum Beispiel mit einem neuen Frühstückskonzept: radikal regional und bio. Oder Kopfkissenmenüs auch im Budgetbereich. Außerdem wird zentralisiert und ein Revenue-Management eingesetzt.

Alexander Ipp, Eigentümer und CEO der IPP Hotels und Vizepräsident der ÖHV Region Ost, ist eher pessimistisch: „Die Raten stagnieren, die Auslastung steigt, wir haben uns in Wien einen Bauch zugelegt und erwarten Drillinge." Auch er rät zur klaren Positionierung: „Der Kunde muss verstehen, wofür er zahlt."

Abschließend merkte Dietmar Ploberger an, dass das Park Hyatt nur deshalb funktioniere, weil es in das Goldene Quartier eingebunden sei. „Beide befruchten sich gegenseitig." Er meint, dass es in Wien an einem Full-Service-Conference-Hotel mangle. Ipp warnt vor der „großen Welle", die auf Wien zurolle. Aber das werde sich in einer wachsenden Stadt auch wieder entspannen. Er fordert dennoch eine Deckelung bei neuen Betten, der Markteintritt der Ketten sei für die Privathoteliers „existenzbedrohend". Er vergleicht das mit dem Greißlersterben in den 1980ern. Wovon die anderen Hoteliers als Vertreter der Ketten eher nichts wissen wollen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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