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Französischer Frühling in Wien

04.05.2009

Wiener Lebensart und französischer Esprit in der Hofburg: Mehr als 5500 Gäste gaben sich beim ausverkauften 52. Ball der Wiener Kaffeesieder frischen Frühlingsgefühlen hin und stürmten die große Tanzfläche, um gleich nach der Mitternachtseinlage an der von Thomas Schäfer-Elmayer geleiteten Publikums-Quadrille teilnehmen zu können.

Traditionell verwöhnten die Wiener Kaffeesieder ihre Gäste auch beim 52. Ball nach allen Regeln der (Kaffeehaus-)Kunst. Und fügten gemäß der Lebens-Philosophie des diesjährigen Gastlandes Frankreich heuer noch eine Extra-Prise Esprit dazu. Mehr als 5500 Besucher, darunter viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur - wie Sandra Pires, Christoph Fälbl, Tini Kainrath, Claudia Stöckl, Karl Wlaschek, Hannes Farnleitner und Johannes Hahn - feierten, flirteten, tanzten und lustwandelten bis in die frühen Morgenstunden in der Hofburg. Und ließen sich nicht nur von Live-Musik (klassisch bis Disco-Style) der mehr als 15 Orchester, Ensembles und Solisten mitreißen, sondern auch von facettenreichen Überraschungen verführen.
Ein Fest für alle Sinne
Und der Verführungen gab es zahlreiche. Schon im Foyer waren die Schokolade-Kunstwerke fingerfertiger Patissiers und Konditoren einfach zum Anbeißen. Eindrucksvolles Ergebnis des bereits zum siebenten Mal organisierten Patisserie Grand Prix. Dessen Motto "Ludwig XIV. Am Hofe des Sonnenkönigs" setzte sich bei der feierlichen Eröffnung im komplett ausgebuchten Festsaal in den Kostümen des Wiener Staatsopernballetts mit barocken Ornamenten auf schwarzem Tüll stimmig fort. Was wäre allerdings französisches "Savoir- vivre" ohne entsprechende Frühlingsgefühle? Theodora Gheorghiu und die Wiener Sängerknaben schmeichelten glockenhell mit dem "Frühlingsstimmenwalzer" von Johann Strauß. In einer Komposition von Émile Waldteufel fanden "Amour et Printemps" in vollendetem Tanz zueinander.
Einer der Höhepunkte während der gesamten Ballnacht war das Café "Les Deux Garçons" aus der Künstlerstadt Aix-en-Provence, das sich auf Einladung von Ballvater KR Maximilian K. Platzer mit seinen kulinarischen Spezialitäten präsentierte. Der prämiierte Kostüm- und Bühnenbildner Christof Cremer (er entwarf die Kostüme für die Ballett-Darbietungen beim Wiener Neujahrskonzert 2009) zauberte für das Café nicht nur eine Gartenlounge mit üppiger floraler Dekoration, sondern brachte mit seiner künstlerischen Gesamtgestaltung sämtliche Hofburg-Säle zum Leuchten.
Passend zu den Farben der Provence kleidete sich die Hofburg von den prunkvollen Redoutensälen bis zum modern-designten Dachgeschoß - mit Tini Kainrath grooviger Treffpunkt für Jazz-Fans - in Pfirsichfarben aller Nuancen. Von blass-gelb bis kräftig-orange. Abgestimmt mit dem silbrigen Grün von Olivenzweigen und begleitet von würzigem Lavendel-Duft. Nicht zuletzt auch eine Hommage an den Maler Paul Cézanne, der die Farben und Früchte der Provence verewigte, in Aix-en-Provence geboren wurde und neben Pablo Picasso und Jean Paul Sartre einer der berühmten Gäste des Cafés "Les Deux Garçons" war.
Mitternachts-Einlage
Arien und Duette französischer Komponisten beziehungsweise aus Opern und Operetten mit Schauplatz Frankreich, dargeboten von Theodora Gheorghiu, Eva Maria Riedl und Sebastian Reinthaller, krönten das mitternächtliche Ballgeschehen. Schauspielerin Nicole Beutler wurde zur Chansonniere. Die von Thomas Schäfer-Elmayer choreografierten Publikums-Quadrillen sorgten abermals für kokett-amüsante Verwechslungen. Erstmals konnte dieses Jahr auch (fast) im Freien getanzt werden: Im gläsernen Pavillon im Bibliothekshof mit Ein- und Ausblicken auf die beleuchtete Hofburg-Fassade. Klassisch wienerisch wurde es dann gegen Ende des Balls. Fiaker brachten die Ballbesucher zum stärkenden Frühstück ins Café Landtmann. Das "Ballfrühstück im Kaffeehaus" erfreut sich in den letzten Jahren anhaltender Beliebtheit. Über eine Kooperation mit der Sektkellerei Schlumberger bietet der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer seinen Partnerbetrieben in diesem Jahr attraktive Sektkarten als zusätzlichen Service für die Gäste. Versehen mit einem kleinen Grußwort der Kaffeesieder stimmen diese die Ballgäste in den Kaffeehäusern auf ein unvergessliches Erlebnis ein und bieten mit einem erholsamen Ballfrühstück den krönenden Abschluss einer rauschenden Ballnacht. Auf der Sektkarte stehen dann erfrischende Köstlichkeiten wie der Schlumberger Bellini Bianco, Schlumberger Raspberry oder Schlumberger Orange on Ice - genau das Richtige nach einer durchtanzten Ballnacht!
Für den Ball reiste sogar eigens ein japanisches Fernsehteam an, um die Wiener Balltradition einzufangen, denn diese soll als imaterielles Weltkulturerbe unter UNESCO Schutz gestellt werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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