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Schräg: Die grüne Mischmaschine schmückt den Frühstücksraum. Woanders undenkbar!

Freud als Kleider-Haken

02.05.2019

Vorab-Besuch im neuen Andaz: Das zweite Haus der Hyatt-Gruppe in Wien hat wenig mit der Noblesse des Park Hyatt am Hof zu tun. Witzige Details regieren am Hauptbahnhof, wie die ÖGZ beim exklusiven Vorab-Besuch erlebte.

Am 6. Mai eröffnet das „Andaz 
Vienna Am Belvedere“, doch zwischen Stehleitern und Bodenreinigern zeigt schon jetzt ein ungewöhnliches Hotelprojekt freche Konturen. Das „Krauthappel“ der Secession beleucht den Lokus, die Wattepads im Bad liegen in den Mini-Confiserie-Kasterln von Altmann & Kühne. Wem das zu subtile Anspielungen auf Wien sind: Für Rucksäcke fungiert ein metallschwarzer Sigmund-Freud-Kopf als Aufhänger. „Die beiden Häuser darf man nicht vergleichen“, sind sich die Direktorinnen Monique Dekker (Park Hyatt) und Gözde Eren (Andaz) beim exklusiven Rundgang mit der ÖGZ einig. Die grüne Mischmaschine im Frühstücksraum wäre Am Hof undenkbar. 
Hier am Hauptbahnhof nimmt sie auch nach der Eröffnung Bezug auf die Kran-Tätigkeiten rundherum. Die Nähe zum Belvedere stellt einen weiteren Bezugspunkt dar, den das 303-Betten-Haus (ab 250 Euro/Nacht) ironisch aufnimmt. „Prinz Eugen war ja so etwas wie der Rockstar seiner Zeit, und das Andaz ist der Rockstar der Hyatt-Gruppe“, lacht Gözde Eren. Auch in puncto Eigentümerschaft unterscheiden sich Wiens „Hyatts“, denn hier gehört auch die Immobilie zu 50 % der Hotelgruppe, die anderen 50 % hält die Signa-Gruppe.

Apropos Bau: Weder Besucher der Banketträume – der größte fasst 680 Personen – noch Nicht-Hausgäste, die es zur spektakulären Aussicht der Rooftop-Bar „Aurora“ im 16. Stock zieht, müssen durch die Rezeption. Ein Bar-Lift, der nicht über die Zimmeretagen geführt wird, bringt sie in das skandinavische Reich des Marcus Philipp. Neben den Drinks des ehemaligen Barchefs der „Spelunke“ wird es hier Lachs, Austern, aber auch schwedische Fleischbällchen wie im Möbelhaus geben. 

Hummus im Fahrradsattel

Ebenfalls „casual“ ist die Küchenlinie im Bistro „Cyclist“ im Erdgeschoß, das über einen Platz unmittelbar mit den Büros am Hauptbahnhof verbunden ist. Wer gerne seine Mittagspause bei Caesar’s Salad oder Hummus im Fahrradsattel verbringt, ist ebenso willkommen wie Freunde eines kräftigen Espressos. Im eigentlichen Restaurant „Eugen21“ gibt der historische Feldherr aus dem Palais nebenan als Namensgeber quasi auch die Küchenlinie vor: Schweinsbraten, Schnitzel und Beuschel sollen den Touristen die Wiener Küche perfekt nahebringen. 
Für das als „Modern Austrian Wirtshaus“ konzipierte Lokal konnte der versierte Michael Fortner (ehedem „Sofitel“) als Leiter gewonnen werden. Er schenkt als Bindeglied zwischen skandinavischer Küche am Dach und dem Wiener Restaurant das Hausbier ein: „Wacholder verbindet die beiden Küchen, in unserem Sud sind sechs Kilo auf 1.000 Liter“. Denn dieses neue Fünf-Sterne-Haus will in jedem Fall Pep haben.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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