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„Frizz“ heißt der Frühlingsbote auf den Getränkekarten

22.03.2019

Schanigarten und Frizzante gehören zusammen wie Frühling und Prosecco. Die ÖGZ präsentiert daher einen Marktüberblick der besten Perlweine für die beginnende Freiluft-Saison.

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Endogenes gelöstes Kohlendioxid“ klingt wenig sexy. Und doch trägt diese Eigenschaft dazu bei, dass wir Frizzantes so mögen. Ob die Kohlensäure dabei aus der Vergärung stammt oder im Imprägnierverfahren zugesetzt wurde, macht im besten Falle keinen Unterschied: ein leichtfüßiger Wein mit leichtem „Fizz“, der an laue Abende auf der Terrasse denken lässt, ist das angestrebte Ideal beim sogenannten Perlwein.
Technisch ist der Überdruck zwar mit 2,5 bar limitiert (gegenüber mindestens 3 bar bei Sekt), doch erwarten die Konsumenten auch in dieser „Liga“ den Frischekick der Kohlensäure. Ein flacher Perlwein wäre schlicht eine Themenverfehlung, die enttäuscht. Das gilt es – unter einem anderen Aspekt – auch im Service zu beachten. Je später und somit kühler eingeschenkt werden kann, desto besser. Vorbereitete Tabletts mit Frizzante sollten auch im Catering und Bankett die Ausnahme sein. Dann nämlich kann der prickelnde Wein sein größtes Atout ausspielen – die Erfrischung des Gaumens, inklusive Anregung des Appetits.

Es wird wieder trockener

Dass man diese Eigenschaften immer besser versteht und auch bei der Vinifikation antizipiert, merkt man an der immer größeren Zahl trockener Frizzantes aus Österreich. Aber auch die würzigen Rosés, die statt dem „Zuckerspitzerl“ auf Rebsorten-Charakter setzen, zeigen diese Lernkurve. In diesem Zusammenhang kann man aus Gastrosicht das Wettbewerbsverhältnis zum Nachbarn Italien und seinen namhaften Prosecco-Erzeugern durchaus positiv sehen. Die Frische und der teilweise als Terroir-Charakter anzusprechende mineralische Zug (etwa bei den „Cartizze“-Abfüllungen) waren sicher stilbildend. Interessanterweise finden die restsüßen „Sprudel“ aus Italien, wie sie etwa in den Colli Euganei bei Padua aus Moscato Giallo gekeltert werden, ihre größten Freunde in Frankreich, wie Winzerin Elisa Dilavanzo („Maeli“) erzählt: Das Champagner-Land kennt eben genug trockene Schaumweine.
In Österreich scheinen die Zeichen momentan auf weniger Zucker zu stehen. Sollte es dennoch eine sommerliche Fruchtsüße sein, die dem Gast im Glas angeboten werden soll, ist auch da die Kühlung entscheidend. Der Charme der Schäumer entfaltet sich so allmählich – ein Effekt, der sich im Idealfall mit jedem Mal Nachschenken wiederholen lässt. Womit auch die Funktion des „Sprudels“ als Umsatzbringer klar definiert wäre. Cin Cin!

Autor/in:
Roland Graf
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