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Frühstücken ist wieder „in“

09.05.2006

Vom vitalen bis zum prickelnden Frühstück – über die Kunst, sich morgens verwöhnen zu lassen. Es ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Frühstück im Café als Alternative zum Frühstücks-Buffet im Hotel.

Die Fachgruppe der Kaffeehäuser Wien rückt im Jahr 2006 das Thema „Frühstück im Kaffeehaus“ in den Mittelpunkt und präsentiert eine neue und einheitliche Karte für die wichtigste Mahlzeit des Tages.
Die Idee der neuen Frühstückskarte beruht auf dem Wissen, dass kein anderer Ort für ein in Ruhe genossenes Frühstück geeigneter ist als das Kaffeehaus. Denn hier ist der Gast daheim und doch nicht zu Hause, hier hat er Gesellschaft und hat trotzdem seine Ruhe, hier wird er aufmerksam bedient und braucht keinen Finger zu rühren. Frau und Herr Österreicher sowie die zahlreichen Touristen werden beim Durchblättern der neuen Frühstückskarte dank anregender Fotos wahrlich zum Frühstück verführt.
Umsatzbringer
„Es waren eigentlich die Großbäckereien, die mit einem Steh-Frühstück die erste Mahlzeit des Tages wieder populär machten. Doch der Gast von heute möchte sein Frühstück in Ruhe im Sitzen genießen, bedient werden und nicht mit Kaffee und Marmeladesemmerl zwischen Einkaufsschlangen jonglieren. Frühstück im Café ist wieder „in“ – dank unseres hervorragenden Service“, ist der stellvertretende Fachgruppenobmann der Wiener Kaffeehäuser Heinz Fischelmaier überzeugt und dadurch, dass schon die erste Mahlzeit oft außer Haus eingenommen wird, bringt das Frühstück den Klein- und Mittelbetrieben zusätzliche Einnahmen. Heute muss der Cafetier mehr als nur das klassische Wiener Frühstück servieren. „Wir als traditionelles Kaffeehaus sind Schnittstelle für viele Generationen. Besonders bei der Jugend sind die Ansprüche und Erwartungen hinsichtlich Qualität gestiegen. Sie verlangen ein vitamin- und mineralstoffreiches Frühstück mit hochwertigem Kaffee. Das Frühstücksei sollte biologisch sein und es wird ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis erwartet“, erklärt Christina Hummel vom Café Hummel in Wien-Josefstadt. Diesen Umdenk-Prozess kann auch der führende Marmeladenhersteller Hans Staud erkennen: „Unsere Konsumenten setzen wieder auf Qualität statt Quantität. Qualität muss aber nicht gleich teurer heißen. Wir haben den Einstandspreis neu kalkuliert, offerieren größere Gebinde zu einem leistbaren Preis und geben den Gastronomen ein Wiener Produkt.“ Mit Sprüchen wie „Geiz ist geil“ oder „Blödmann-Werbungen“ rationalisieren wir uns aber unsere eigenen Arbeitsplätze weg, gibt Hans Staud zu bedenken.
„Natürlich müssen wir Gastronomen auch auf den Einkaufspreis schauen, aber ich kaufe bewusst heimische Lebensmittel ein und erstelle eigene Kalkulationen mit meinen Lieferanten“, so Christina Hummel. Besonders die Generation der unter 30-Jährigen kann sich nicht täglich ein Frühstück im Café mit Schinken und Käse um € 6 bis 7,– leisten. „Hier bin ich als Cafetier gefordert, Frühstücksvariationen zu kreieren, die für jede Geldbörse leistbar sind und auch den gestiegenen Qualitätsansprüchen gerecht werden“, meint Hummel.
Frühstücks-Gutschein
Das klassische Frühstück im Kaffeehaus ist nicht nur eine Frage der Ernährung, sondern ein „frühes Stück Lebensphilosophie“. „Wir haben vor etwa drei Jahren unser Frühstücksprogramm erweitert und damit den Umsatz beträchtlich gesteigert. Wir bieten unseren Gästen wochentags das Frühstück bis 11 Uhr an, denn wir haben auch Mittagsmenüs und eine À-la-carte-Karte, und ich möchte mir nicht mein eigenes Mittagsgeschäft mit einem verlängerten Frühstück untergraben. Doch an Sonn- und Feiertagen kann der Gast bei uns bis 14 Uhr frühstücken“, erklärt Christina Hummel.
Im Hotel kann der Gast meist nur bis 10 Uhr frühstücken. In manchen Cafés kann er dies bis mittags und in manchen bereits den ganzen Tag.
Andrea Krieger, Fachlehrerin in der Tourismusschule Wassermanngasse in Wien 21, sieht das Frühstück im Café als Alternative zum Buffet-Frühstück im Hotel. „Fast jeder Wien-Besucher geht auch ins Café. Also warum nicht zum Frühstück? Das Hotel sollte seinen Gästen einen Gutschein für ein Frühstück im Café als Alternative zum hoteleigenen Buffet-Frühstück anbieten. Ein Buffet-Frühstück ist doch alles andere als bequem – ich muss mir alles selber holen und die Qualität des Kaffees in der silbernen Thermoskanne ist mehr als fragwürdig“, meint Andrea Krieger.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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