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Fünf Jahre für den Grünen Veltliner

03.03.2010

Laurenz Moser trägt einen Namen, der in Österreich für unsere Paraderebsorte Grüner Veltliner steht. Seit fünf Jahren erobert der gleichnamige Enkel des Weinpioniers mit dem Namen Laurenz V. die ganze Welt.

Laurenz Maria Moser

Nach dem Weinskandal 1985 kamen vor allem die größeren heimischen Weingüter, die bereits einen starken Exportmarkt hatten, ins Trudeln. So musste auch das Weingut Lenz Moser aufgrund der wegbrechenden Absatzmärkte verkauft werden. Der junge Laurenz Moser entschied sich dennoch dafür, das Weingut, das seinen Namen trägt, weiter zu führen. Nach schwierigen, aber schlussendlich erfolgreich gemeisterten Jahren, zog es ihn 1997 dann in die weite Welt. Konkret ging er für Robert Mondavi nach Frankfurt und kümmerte sich dort als Geschäftsführer um die Betreuung der europäischen Märkte. „Das war eine wirklich spannende Zeit, in der ich das internationale Weingeschäft von einer anderen Seite kennengelernt habe. Als Winzer kümmert man sich ja zuerst einmal um den Weingarten und die Kellerarbeit. So Sachen wie Etiketten, Name, Markenführung und Vertrieb stehen zumeist im Hintergrund.

Im internationalen Weinhandel geht es jedoch vor allem um die richtige Präsentation und Platzierung der Weine“, umschreibt Laurenz Moser seine Erfahrungen aus dieser lehrreichen Zeit. Nachdem Mondavi sein Unternehmen verkauft hatte, widmete sich Moser – trotz attraktiver Job-Angebote – der Gründung seines eigenen Unternehmens. „Zum einen wollte ich selbstständig werden, zum anderen war ich vom Potenzial des Grünen Veltliners in verschiedenen Exportmärkten überzeugt. Also habe ich gemeinsam mit meinen Partnern Dieter Hübler und Franz Schweiger Laurenz V. gegründet“, erinnert sich Moser.

Dabei sind die drei mit Laurenz V. andere Wege gegangen als die meisten traditionellen Weingüter Österreichs. Unter dem Namen Laurenz V. wird ausschließlich Grüner Veltliner verkauft, und sonst nichts. Bei den Weinen selbst wird die Herkunft Österreichs betont, nicht jedoch die Weinbauregion oder gar die Kleinlage. Und auch Namensgebung und Etiketten sind sehr modern gehalten. Vor allem aber konzentrierte sich Laurenz Moser von Anfang an auf den Exportmarkt. „Wieso soll ich mich mit geschätzten Kollegen um den engen Heimmarkt Österreich streiten, wenn uns die ganze Welt offen steht?“, antwortete mir Moser vor ein paar Jahren auf die Frage nach dem überdurchschnittlich hohen Exportanteil seiner Weine. Dank exzellenter internationaler Verbindungen findet man Laurenz V. heute in den besten Restaurants der Welt, egal ob in New York, Las Vegas, Hongkong, Singapur oder London. Aber auch im Fachhandel (KaDeWe in Berlin, Mövenpick in der Schweiz, Harrods in London) ist Laurenz V. stark vertreten.

Mit dem Jubiläumsjahrgang 2009 will Laurenz Moser jetzt auch in Österreich stärker Flagge zeigen: „Seit ein paar Jahren sind wir bei Wein & Co gelistet, der Absatz hat sich hervorragend entwickelt. Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir uns auch verstärkt in der heimischen Gastronomie engagieren, denn eventuelle Vorbehalte gegen die englischen Namen unserer Weine sind nicht mehr gegeben. Wir sprechen sicher ein jüngeres Publikum an als manche traditionellen Marken, aber schlussendlich spricht ja der Wein für sich selbst. Der Jahrgang 2009 ist jedenfalls einer der besten, die wir jemals gekeltert haben“, so Laurenz Moser.
In Österreich wird Laurenz V. über Wein & Co und Morandell vetrieben.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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