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Gäste fischen im Netz – aber richtig

16.09.2010

Ob Hotel oder Pension, ob Restaurant, Bistro oder Gasthof: Die Homepage ist die wichtigste Informationsquelle. Daran hat sich trotz aller Social-Media-Euphorie nichts geändert, meint Hildegard Dorn-Petersen.

Die sozialen Netzwerke entfachen derzeit einen regelrechten Hype. Dennoch wirken die Versuche vieler Unternehmen, das Internet für die Gewinnung von Gästen zu nutzen, oft wenig ausgereift und professionell. Welchen Weg man auch wählt, halbherzig geht gar nichts. Darüber hinaus ist es wie beim Eislaufen: Vor der Kür kommt die Pflicht. Bevor man die Kunst der Pirouetten wagt, sollte man die kleinen Schritte auf dem Eis beherrschen. Bevor Sie also mit Facebook und Twitter flirten, sollte der eigene Internetauftritt optimal gestaltet sein.

Der erste Eindruck entscheidet
In keinem Medium haben Sie als Gastgeber die Gelegenheit, so anschaulich für Ihre Betriebe zu werben. Lassen Sie Bilder sprechen: das Haus, die Umgebung oder die herrliche Aussicht, die Zimmer, das Restaurant, Sie als Gastgeber und das Team. Auch eine Spezialität aus der Küche, welche das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, ist gut geeignet. Einzige Bedingung: Die Bilder müssen professionell und authentisch sein. In vielen Fällen sind diese bereits aus der Prospekt-Produktion vorhanden. Denn in die Printwerbung wird gerade in der Ferien- und Wellnesshotellerie immer noch viel Geld investiert, mit teuren, großformatigen Hochglanzprospekten, oftmals gar zweimal pro Jahr für Sommer- und Wintersaison. Für die Gestaltung des Internetauftritts gibt es stattdessen viele sogenannte Experten im Bekanntenkreis, die für ein kleines Budget schnell mal die Homepage stricken. Mein guter Rat: Finger weg und Profis fragen!

Wem schmeckt der Köder?
Das Sprichwort sagt: Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht umgekehrt. Betrachten Sie Ihre Homepage als schmackhaften Köder, die Ihnen Gäste bringt. Ein klares Layout, das nicht überladen ist und wichtige Informationen auf den ersten Blick in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt, lässt den Besucher auf der Website verweilen. Eine klare Strukturierung trägt zur Benutzerfreundlichkeit bei. Schließlich hat der potenzielle Gast zumeist nur ein Ziel: Er möchte sich rasch, umfassend und zuverlässig über das Angebot, die Leistungsfähigkeit und gegebenenfalls über die Verfügbarkeit informieren.
Zu den Basis-Informationen gehören Lage und Anfahrt, Öffnungszeiten und natürlich die Kontaktmöglichkeit. Diese besteht nicht nur im üblichen Formular, sondern vor allem in einer klar erkennbaren Telefonnummer – am besten mit Durchwahlmöglichkeit zur Rezeption, zur Wellnessabteilung oder zur Tischreservierung. Viele Gäste informieren sich zwar online, greifen dann aber doch gerne zum Hörer und ziehen den persönlichen Kontakt bei der Buchung vor.

Eckdaten für ein Hotel oder eine Pension sind Infos zu Zimmertypen und -preisen. Hat Ihr Haus eine bestimmte Ausrichtung oder Zielgruppe, zum Beispiel Wellnessgäste, Kinder oder Golfer, ist es unerlässlich dies an allererster Stelle zu kommunizieren. Aktualität ist oberstes Gebot: Wer im Hochsommer noch den Osterbrunch anpreist, schießt sich selber ab. Weitere vermeintlich kleine Dinge sind es, welche den erfolgreichen Internetauftritt vermasseln: zu kleine oder schlecht lesbare Schrifttypen, überladene Seiten, aufwendige Intros mit zu langen Ladezeiten oder Elemente, die nur mit speziellen Zusatzprogrammen angezeigt werden – das kann den Nutzer regelrecht nerven. Er beißt nicht an, sondern surft weiter im World Wide Web zum nächsten Anbieter.

Im großen Haifischbecken nicht untergehen
Das Wichtigste ist es jedoch, im Netz überhaupt gefunden zu werden. Das Zauberwort heißt Suchmaschinen-Optimierung. Jeder, der sich professionell mit Internet-Marketing beschäftigt, kennt die Kunst, die entscheidenden Suchbegriffe an der richtigen Stelle zu hinterlegen. Diese Aufgabe gehört in die Hand von Experten, wie sie unter anderem im Kreis des FCSI Deutschland-Österreich e.V. zu finden sind (www.fcsi.at). In der nächsten FCSI-Expertise lesen Sie mehr über die Möglichkeiten und Chancen von Web-2.0-Marketing.

Hildegard Dorn-Petersen (www.spa-hotel-consult.de) wohnt zwischen München und Salzburg und berät mittelständische Hotels mit Angebotsschwerpunkt Wellness im deutschsprachigen Raum. Sie ist Vorstandsmitglied im FCSI Deutschland-Österreich e.V. und betreut die Bereiche Marketing und Presse.

(Redaktion: Hildegard Dorn-Petersen, ÖGZ)

Checkliste für homepage
1. Wie ist der erste Eindruck? Er ist entscheidend!
2. Vermittle ich Herzlichkeit als Gastgeber?
3. Werden die Zielgruppen klar definiert?
4. Wie steht es um die Benutzerfreundlichkeit?
5. Sind alle wichtigen Informationen schnell zu finden?
6. Entsprechen die Bilder dem heutigen Stand?
7. Sind alle Angebote und Packages aktuell?
8. Wird meine Homepage gefunden, wenn ich den Namen meines Betriebes oder Standortes z. B. bei Google eingebe? An welcher Stelle rangiere ich?

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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