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Gastgewerbe: Branchensituation vor allem Dank treuer Stammgäste befriedigend

02.09.2005

"Die Polarisierung in der Gastronomielandschaft wird größer", führt Helmut Hinterleitner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), aus: Das ist eines der Ergebnisse der Branchenerhebung "Gastromonitor", die im Auftrag des Fachverbandes heuer erstmals von "Gastro Obsearcher" in Zusammenarbeit mit dem renommierten Meinungsforschungsinstitut Karmasin durchgeführt wurde.

"Gewinner sind", so fasst es Obmann Hinterleitner zusammen, "Betriebe
mit klar strukturierten innovativen Konzepten, die engagiert und
professionell geführt werden." Gewiss sei: "Die vom Gast geforderte
Innovationskraft stellt eine große persönliche und finanzielle
Herausforderung an die Betreiber dar."

Laut Branchenerhebung ist die Umsatzsituation "befriedigend":
Immerhin 19 Prozent der Betriebe konnten im ersten Halbjahr 2005
Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres
erzielen. Knapp mehr als die Hälfte der österreichischen
Gastgewerbebetriebe konnte im ersten Halbjahr 2005 ihre Umsätze
halten bzw. steigern. Zuwächse erzielen konnten im Durchschnitt 19
Prozent der Betriebe. Erfolgreiche Betriebe sind in allen Kategorien
und Betriebsgrößen zu finden. Besonders gut ist die Entwicklung bei
"jungen" Betrieben im städtischen Bereich.

Hier setzt sich ganz klar der Trend fort, der bereits seit einiger
Zeit in der österreichischen Gastronomielandschaft zu beobachten ist:
Die Polarisierung zwischen "Gewinner" und "Verlierer" wird größer.
"Gewinner" sind Betriebe mit klar strukturierten, innovativen
Konzepten, die engagiert und professionell geführt werden. Das zeigt,
dass die "soft Facts" (Betriebskonzept, Motivation und Einstellung
von Betriebsinhabern und Mitarbeitern, Mitarbeiterführung) zumindest
ebenso wichtig sind wie die äußeren Rahmenbedingungen (Größe,
Ausstattung, Standort).

Erwirtschaftet wird der Umsatz
* mit Stammgästen: Die befragten Betriebe konnten den Anteil an
Stammgästen überwiegend halten: 11 Prozent melden ein Mehr an
Stammgästen, bei 63 Prozent ist die Anzahl gleich geblieben. Bei
Tagesgästen und Touristen hingegen verzeichnet jeder zweite Betrieb
Rückgänge. Groß sind diese bei den Tagesgästen im Bereich der so
genannten "Kommunikationsgastronomie" (Pubs, Szenelokale) - 60
Prozent der Betriebe sind davon betroffen.
* mit Gastgärten: Im Durchschnitt werden 18 Prozent der Umsätze in
der Outdoor-Gastronomie (Gastgarten, Terrasse) erzielt. Jeder fünfte
Gastronomiebetrieb erzielte sogar mehr als 30 Prozent seiner Umsätze
in diesem Bereich. "Das zeigt die große wirtschaftliche Bedeutung der
Außengastronomie und die Notwendigkeit für eine gesicherten
Rechtsgrundlage für die Ausübung in diesem Bereich", hält
Interessenvertreter Hinterleitner fest.

Voll im Trend liegen in der Gastronomie alkoholfreie Getränke: 48
Prozent der Betriebe verzeichnen Steigerungen beim Absatz von
Alkoholfreiem, 33 Prozent eine gleich bleibende Tendenz. Das betrifft
im besonderen die Nachfrage nach Leitungswasser: 72 Prozent der
Betriebe verzeichneten hier im vergangenen Jahr eine verstärkte
Nachfrage: So wird Leitungswasser in 85 Prozent der Betriebe als
Beigabe zu den Mischgetränken, aber auch pur (79 Prozent) auf Wunsch
des Gastes ausgeschenkt - und das überwiegend kostenlos: Weniger als
jeder zehnte Betrieb (91 Prozent) verrechnet dafür etwas, davon 90
Prozent weniger als 50 Cent pro Viertelliter. Im Gegensatz dazu ist
der Absatz alkoholischer Getränke bei 60 Prozent der Betriebe
rückgängig, nur 8 Prozent verzeichnen eine Absatzsteigerung bei
alkoholischen Getränken. Besonders hoch ist der Rückgang in der
Kommunikationsgastronomie (63 Prozent) und bei den Gasthäusern (67
Prozent).

Für die kommenden sechs Monate steht das Stimmungsbarometer der
Gastronomen auf "vorsichtig optimistisch". Die Erwartungen der
Gastronomen in die Geschäftsentwicklung für die nächsten 6 Monate
sind vorsichtig optimistisch: 56 Prozent gehen von gleich bleibenden
Umsätzen aus, 24 Prozent erwarten Umsatzsteigerungen, 13 Prozent
Rückgänge. Die Ergebnisse der Branchenuntersuchung zeigen, dass
Erfolg motiviert: Erfolgreiche Betriebe blicken nämlich wesentlich
optimistischer in die Zukunft: 57 Prozent jener Betriebe, die zuletzt
Umsatzsteigerungen verzeichnen konnten, erwarten im kommenden halben
Jahr weiteren Zuwachs. 39 Prozent gehen davon aus, dass das Niveau
des zuvor gestiegenen Umsatzes gleich bleibt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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