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Gastkommentar: Finanzierungsfalle!

05.02.2020

 Der heimische Tourismus brummt. Die für Banken geltenden Regulatorien machen es jedoch zunehmend schwieriger, neue Projekte im Tourismus zu finanzieren. Aus unseren Umfragen wissen wir: Die Anzahl der Unternehmer, die künftig weniger investieren wollen, nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Die Branche jubelt über einen Rekordstart in die Wintersaison. Der heimische Tourismus brummt. Voraussetzung für ein weiteres, nachhaltiges Wachstum ist die permanente Qualitätsverbesserung im eigenen Betrieb. Gerade die Tiroler Hotellerie ist mit ihren laufenden Investitionen zweifellos am Puls der Zeit. 
Die für Banken geltenden Regulatorien machen es jedoch zunehmend schwieriger, neue Projekte im Tourismus zu finanzieren. Aus unseren Umfragen wissen wir: Die Anzahl der Unternehmer, die künftig weniger investieren wollen, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Das ist ein echtes Alarmsignal.Die Bürokratie und der schwierige Zugriff auf Fremdkapital nehmen insbesondere den klassischen Familienbetrieben – dem Rückgrat des Tourismus in Österreich – die Perspektive. Dabei stehen in den nächsten Jahren zwei Drittel (!) der familiengeführten Hotels zur Übergabe an. 

Es wird eng

Der heimische Tourismus steuert auf eine echte Finanzierungsfalle zu. Am Ende steht die Schließung des Betriebs oder der Ausverkauf an ausländische Investoren und Großkonzerne, die mit ihren Investorenmodellen unseren Markenkern aushöhlen und unerwünschte Nebenwirkungen in den Regionen erzeugen. Stichwort: Grundstückspreise. Und das heizt die zunehmend kritische Einstellung gegenüber dem Tourismus weiter an. Hier ist die Politik gefordert, strenge Regeln gegen diese schleichende Unterwanderung aufzustellen. Darüber hinaus braucht es im Bereich der Bürokratie und Steuerpolitik eine Entlastung für die heimische, familiengeführte Hotellerie:  Anpassung der Abschreibungsdauer an die tatsächliche Nutzungsdauer,  Fristerweiterung für behördliche Auflagen bei Betriebsübergaben.
Derzeit jammern wir (noch) über den Fachkräftemängel. Wenn wir aber nicht rechtzeitig gegensteuern, haben wir bald ganz andere Sorgen …

Mario Gerber ist Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer Tirol und seit 2018 Abgeordneter zum Tiroler Landtag.

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