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Gault Millau 2011 ist da!

18.11.2010

Keine neuen 3- und 4- Hauben-Restaurants. Dieser Tage ist der neue Gault Millau erschienen, der von den heimischen Top-Restaurants mit großer Spannung erwartet wurde. Im absoluten Top-Bereich sind diesmal Überraschungen ausgeblieben.

Mit Johanna Maier, Karl und Rudi Obauer, Walter Eselböck und Heinz Reitbauer sind weiterhin vier Köche mit der Top-Bewertung von vier Hauben ausgezeichnet. Viel Bewegung gab es jedoch im 1- und 2-Hauben-Bereich.

Das vergangene Krisenjahr hat auch in der heimischen Top-Gastronomie Spuren hinterlassen, die sich im soeben erschienen Gault Millau niederschlagen. Bemerkenswerte Abwertungen an der absoluten Spitze blieben zwar aus, aber einige Top-Betriebe mussten schließen bzw. verfolgen mit einem weniger ambitionierten Konzept andere Ziele.

Aus der Liga der 3-Hauben-Betriebe verabschiedeten sich heuer Meinl am Graben, Schloss Fuschl, Didi Dorner (Stainach) sowie das Schlossstern aus Velden, nachdem Küchenchef Silvio Nickol in Zukunft im Hotel Coburg in Wien kochen wird. Mit Stefan Lastin (zuletzt Bentleys House in Zürs, 2 Hauben) steht Nickols Nachfolger im Schlossstern bereits fest, eine Bewertung kann es aber erst für den kommenden Gault Millau 2012 geben.

Nüchterne Bestandsaufnahme
Insofern mag der aktuelle Gault Millau sensationshungrigen Lesern heuer etwas „langweilig“ erscheinen, weil es an spektakulären Neubewertungen (abgesehen von drei Hauben für das „... liebes Rot Flüh) oder überraschenden Abstufungen fehlt. Andererseits spricht es für die verlegerische Verwantwortung von Martina und Karl Hohenlohe der Branche gegenüber, wenn man auf spektakuläre Bewertungen verzichtet, wenn diese einfach nicht gegeben waren.

Was die Aufsteiger im aktuellen Guide betrifft, ist zuvorderst das Restaurant Nigl in Senftenberg zu nennen, das nach dem Einstieg von Küchenchef Erwin Windhaber (zuvor im Kloster Und) mit zwei Hauben (15 Punkte) bewertet wurde. Ebenfalls bemerkenswert ist die Aufwertungen des Petit Tyrolia in Kitzbühel um einen Punkt, wo sich Küchenchef Bobby Bräuer nun über 18 Punkte freuen darf.
Einen Haubenzuwachs mit einem Plus von zwei Punkten gibt es beim Steira-Wirt in Trautmannsdorf (2 Hauben, 16 Punkte), in der Traube in Bad Tatzmannsdorf (2 Hauben, 15 Punkte), beim Neubeck in Bregenz (2 Hauben, 15 Punkte), im Goldenen Berg in Lech (2 Hauben, 15 Punkte), in der Post in Lech (2 Hauben, 15 Punkte) und im Herberstein in Linz (2 Hauben, 15 Punkte).

49 neue Haubenlokale
Erfreulich ist die Anzahl der neuen Haubenlokale: Insgesamt 49 Restaurants schafften einen Neueinstieg bei mindestens 13 Punkten. Dem „... Liebes Rot Flüh“ in Haldensee im Tannheimertal gelang durch die Leistung des Küchenchefs Jürgen Benker sogar ein Neustart mit 17 Punkten.

„Ungebrochen bleibt der Trend zu regionalem Bewusstsein. Aufgescheucht durch Skandale und geschmackliche Uniformität der globalisierten Lebensmittel sehnt man sich nach Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit und Ursprünglichkeit“, stellt Karl Hohenlohe fest. „Die Kraft der Top-Marken der heimischen Lebensmittelproduktion nimmt zu – immer wieder stießen wir auf Mariazeller Wildsaibling, Alpenlachs, Neusetzer Lardo oder steirischen Almochsen“, resümiert Martina Hohenlohe.

Wenig Individualität
„Bei aller Liebe zu unseren kulinarischen Schätzen, erstklassige Produktqualität und das Vertrauen auf heimische Marken sind nur die halbe Miete: Viele Speisekarten wirken wie Abziehbilder“, kritisierte Karl Hohenlohe bei der Präsentation.
Martina Hohenlohe hatte dazu eine Erklärung parat: „Die Krise scheint den zart vorhandenen Mut zahlreicher Gastronomen noch weiter minimiert zu haben, sehr viele trauen sich nur mehr das zu kochen, von dem sie sich sicher sein können, dass es einer überwiegenden Mehrheit ihres Publikums gefällt – und nicht das, was ihnen unter Umständen auf der Seele brennt.“

Ein Guide für Mitteleuropa
Gault Millau bietet mit dem aktuellen Guide auch eine kompetente und in dieser Form einzigartige Übersicht über die lebendige Restaurant-Szenen in Prag, Budapest und Bratislava. Wie gehabt werden auch die besten Restaurants in Südtirol und an der dalmatischen Küste von Istrien bis nach Dubrovnik präsentiert.

Der aktuelle Gault Millau 2011 ist ab sofort um 33,– € im Buchhandel erhältlich.
www.gaultmillau.at

Wolfgang Schedelberger

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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