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Gebührenlawine überrollt die Branche

14.12.2011

Wien. Zwei Meldungen erschüttern derzeit die Branche. Zum einen ist es die geplante Orttaxenerhöhung ab 2013, die die Hotellerie schockt, zum anderen ist es die Erhöhung der Gebrauchsabgabe für Schanigärten, die sowohl die Kaffeehausbesitzer als auch Gastronomen erzürnt.

Die Gebrauchsabgabenerhöhung für Schanigärten und die geplante Anhebung der Orttaxen in Wien verärgern die Branche

Heute gegen Mittag wurde von der Pressestelle des WienTourismus ausgesendet, dass die Stadt Wien mit 2013 die Orttaxen von 2,8 Prozent auf 3,2 Prozent erhöhen möchte. Die Reaktion darauf ließ nicht lange auf sich warten. Die ÖHV (Österreichische Hoteliersvereinigung) meldete sich in kürzester Zeit kritisch zu Wort und fordert mehr Mitsprache bei der Mittelverwendung.

Wirtschaftlicher Druck
"Die Stadthotellerie steht unter enormem Wettbewerbsdruck, die Krise hat die ganze Branche viel Substanz gekostet. Den Hoteliers vom ohnehin schon knappen Preis noch mehr wegzunehmen, ist fatal. Die Erhöhung an die Gäste weiterzugeben ist derzeit illusorisch", erklärt Michaela Reitterer, Vorsitzende der ÖHV Wien. Damit sei eingetreten, wovor die Österreichische Hoteliervereinigung schon anlässlich der Erhöhung der Ortstaxe in Niederösterreich und dem Burgenland gewarnt hat: "Offenbar sind alle Hemmungen gefallen. In einer so preissensiblen und volkswirtschaftlich wichtigen Branche wie dem Tourismus müsste anders vorgegangen werden", so Reitterer. Im Vorjahr haben die Hoteliers 2,8 Prozent des Netto Nächtigungsumsatzes von 451 Mio. Euro an WienTourismus überwiesen, in Summe über 12 Millionen Euro. 2013 werden die Hoteliers durch steigende Nächtigungen, Preiserholung und vor allem die Steigerung der Ortstaxe an die 17 Millionen Euro abführen, die Stadt ihre Mittel in dem Ausmaß reduzieren.  Das mindeste, was Reitterer sich im Gegenzug erwartet, sind spürbare Einsparungen der Stadt, noch mehr Internationalisierung und eine stärkere Einbindung der Unternehmer in Tourismusbelange der Stadt.

Schwere Belastungen
Aber auch in der Gastronomie stehen die Zeichen auf Sturm. Die geplante Gebrauchsabgabenerhöhung für Schanigärten in Wien lässt sowohl die Kaffehausbesitzer als auch die Wirte schäumen. "Die Wiener Kaffeehauskultur wurde soeben von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe ernannt. Dies zeigt deutlich die Bedeutung der Wiener Kaffeehausszene. Besonders in der warmen Jahreszeit tragen die Schanigärten zum Flair der Touristenmetropole Wien bei. Dass die Unternehmer jetzt für ihre ausgezeichnete Arbeit mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert werden, ist unerhört. Mit diesem unabgesprochenen "Panikantrag" der Stadt Wien wird offensichtlich versucht, erneut Einnahmen zu lukrieren. Wir fordern den Dialog, denn auch wir hätten einige Anliegen unserer Branche an die Stadt Wien", so Berndt Querfeld, Obmann der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser der Wirtschaftskammer Wien. Auch der Wirteobmann des Wirtschaftsbundes, Peter Dobcak, ist über die achte Erhöhung in diesem Jahr entsetzt und fordert ein vehementes Vorgehen dagegen.  Nach den Erhöhungen bei Abfall, Wasser, Abwasser, Kanal, Fernwärme, Gas und die Marktgebühren straft die Stadt Wien die Wirte mit einer neuen Schanigartensteuer. Zu dem brachte die Stadt Wien zuletzt noch eine eigene 15 Prozent Alkoholsteuer ins Spiel, die sich laut einer Wirtschaftskammer Studie auf 93 Mio. belaufen würde. "Nach diesen Gebühren-Stakkato dachte ich mir es kann nicht mehr schlimmer kommen! - doch die Stadt Wien kann es noch ärger."

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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