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Geeigneten Lehrberuf finden

09.12.2004

Karriere mit Lehre im Tourismus zu machen ist kein Problem – nur wie finde ich den passenden Beruf?

Die wichtigste Form der Berufsorientierung für Jugendliche ist die Schnupperlehre. Diese wird vorwiegend von Haupt- und polytechnischen Schulen angeboten. Die Jugendlichen können sich direkt vor Ort im Betrieb ein Bild davon machen, ob der Lehrberuf für sie geeignet ist und ob er ihren Vorstellungen entspricht. Umgekehrt bietet die Schnupperlehre auch dem Unternehmer die Möglichkeit zu schauen, ob der Jugendliche für den Beruf überhaupt geeignet ist und kann sich dementsprechend seine potentiellen Lehrlinge aussuchen.

Fülle an Informationen
Die Schülerberater oder Berufsorientierungslehrer an Schulen stehen den Jugendlichen für Informationen über die Fülle von Lehrberufen zur Verfügung. Sie müssen unbedingt fachlich ausgebildete und engagierte Fachkräfte sein. Schülerberater organisieren auch einen Besuch der Beratungsstellen von WKO und AMS bzw. von Berufsmessen.
Der Berufsinformationscomputer – kurz BIC (www.bic.at) – ist das größte und umfassendste Online-System in Österreich. Es ist ein Beratungstool zur Berufsorientierung und -information und enthält auch einen Fragebogen für Jugendliche, die so gar keine Ahnung haben, welche berufliche Richtung sie einschlagen wollen und welche Möglichkeiten es überhaupt gibt.
Wer schon ungefähr weiß, welchen Beruf er ergreifen möchte, kann in der elektronischen Lehrstellenbörse der Wirtschaftskammer nach freien Lehrstellen bzw. nach einem Betrieb, der Jugendliche ausbildet, suchen: wko.at/bildung.

Lehre plus Berufsmatura
Eine Möglichkeit, schon während der Lehre einen Grundstein für die spätere Karriere zu legen, ist, parallel zur Lehre eine Berufsmatura zu machen. Diese Möglichkeit besteht bereits seit 1997. Aus dieser Ausbildungskombination resultieren enorme Qualifikationsvorzüge für Jugendliche, denn damit haben sie gleich zwei Fliegen auf einen Streich: einen Beruf und eine Ausbildung, die der eines Absolventen einer mittleren oder höheren Schule um nichts nachsteht. Mit einer Berufsreifeprüfung nach der Lehre steht auch einem Studium nichts im Wege. Ganz wichtig ist eine Informationskampagne, damit Eltern, Lehrer, Bildungsberater und ausbildende Unternehmen den Stellenwert und die Abwicklung von Lehre und Matura kennen und auch empfehlen. Mit dieser Ausbildungskombination steigt das Ansehen und der Stellenwert der Lehre. Gleichzeitig kann die Drop-out-Rate an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen minimiert werden. Denn der Ausbildungsweg Lehre und Matura ist gerade für praxisorientierte Lerntypen eine hervorragende Alternative zu einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule.
Lehrberufe im Tourismus sind bei den Jugendlichen „in“. Bei Mädchen sind z. B. Restaurantfachfrau, Köchin/Restaurantfachfrau, Köchin, Hotel- und Gastgewerbeassistentin unter den Top 10 der am häufigst gewählten Lehrberufe. 6.703 von den insgesamt 29.475 Mädchen mit einer Top-10-Lehre üben einen dieser Lehrberufe aus. Zusammengezählt liegen somit die Lehrberufe im Tourismus auf Platz zwei hinter dem Einzelhandel (9.934) und vor dem „Klassiker“ Friseurin (5.362). Bei den Burschen liegt der Lehrberuf Koch mit 2.971 Lehrlingen immerhin auf Platz 7.

Günstiges Freizeitangebot
Dem oft negativen Image einer Lehre im Tourismus kann vieles entgegengestellt werden. Neben den abwechslungsreichen Tätigkeitsbereichen, der guten Bezahlung, die sich mit gutem Trinkgeld noch aufbessern lässt, und einer beinahe grenzenlosen Karriereleiter hat eine Lehre im Tourismus noch andere Qualitäten: Tourismusberufe haben nicht nur ungewöhnliche Arbeitszeiten, sondern auch besondere Freizeiten! Auch wochentags mal so richtig ausschlafen, ist genauso möglich wie stressfreies Bummeln und Einkaufen oder Schifahren, wenn alle anderen arbeiten. Außerdem können Lehrlinge im Tourismus das Freizeitangebot der Betriebe bzw. der Region meist vergünstigt in Anspruch nehmen. Kost, Quartier und Arbeitskleidung werden oft vom Betrieb bereitgestellt. Dass Lehrlinge im Tourismus jedes zweite Wochenende frei haben müssen, ist gesetzlich geregelt!

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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