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Gehälter weisen West-Ost-Gefälle auf

17.03.2004

Die Tourismusgehälter weisen in Österreich ein deutliches West-Ost-Gefälle auf. Bei Geschäftsführern eines Tourismusbetriebes liegen die Brutto-Gehälter im Westen Österreichs im Schnitt um 74 Prozent höher als im Osten, geht aus einer Studie des Tourismusberaters Kohl & Partner hervor, bei der die Gehälter in 130 Tourismusorganisationen verglichen wurden.

Kein West-Ost-Gefälle gibt es hingegen bei der Arbeitszeit, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Tourismusbeschäftigten beträgt 42 Stunden.
In der Marktbearbeitung verdienen Tourismusbeschäftigte laut Studie in Westösterreich im Durchschnitt um 35 Prozent bzw. 734 Euro brutto mehr als im Osten. Mitarbeiter in der Gästeinformation und Reservierung verdienen in Westösterreich brutto 1.613 Euro pro Monat, im Osten sind es nur 1.448 Euro. Mitarbeiter im Bereich Büro/Verwaltung werden in Westösterreich um im Schnitt 8 Prozent höher bezahlt als in Ostösterreich. Im Bereich Gästebetreuung/Animation sind die Gehälter in Westösterreich im Schnitt doppelt so hoch wie in Ostösterreich.

Mehr Gäste, mehr Gehalt
Nächtigungsstarke Destinationen mit mehr als 2 Mio. Nächtigungen pro Jahr zahlen laut Studie insgesamt besser als touristisch schwächere Orte und Destinationen. Besonders groß ist die Abweichung im Bereich Geschäftsführung und Gästebetreuung. Bei den Orten und Regionen mit 0,5 Mio. bis 2 Mio. Nächtigungen liegen die Gehälter größtenteils im Österreichschnitt. Die Geschäftsführung und Mitarbeiter in der Gästeinformation verdienen dabei verglichen mit dem österreichweiten Durchschnitt etwas besser, die Angestellten in der Marktbearbeitung, Verwaltung und Gästebetreuung etwas weniger.
In Orten und Regionen zwischen 100.000 und 500.000 Übernachtungen verdiente man 2003 durchschnittlich bis zu 30 Prozent weniger als im bundesweiten Vergleich. Bei den Orten und Gemeinden mit unter 100.000 Nächtigungen im Jahr liegen die Gehälter zum Teil sehr stark unter den Durchschnittswerten und die Anzahl der Mitarbeiter in den einzelnen Bereichen liegt deutlich unter dem Österreich-Schnitt.

Arbeitszeit annähernd gleich
Auf die Arbeitszeiten schlägt sich das West-Ost-Gefälle der Gehälter allerdings nicht nieder. Bei den durchschnittlichen, tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden gibt es laut Studie keine gravierenden Unterschiede, sowohl West- als auch Ost-Österreich liegen im bundesweiten Durchschnitt von 42 Arbeitsstunden. Je geringer die touristische Intensität bzw. Nächtigungszahl pro Ort oder Region ist, desto geringer ist auch die durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit. In nächtigungsstarken Destinationen beträgt die Arbeitszeit durchschnittlich 43 Stunden, in Orten mit weniger als 100.000 Nächtigungen 31 Wochenstunden, was laut Studie vor allem auf den dortigen hohen Anteil an Teilzeitkräften zurückzuführen ist.
Die Mitarbeiterkosten betragen österreichweit laut Studie rund 26 Prozent des Gesamtbudgets einer Tourismusorganisation. Während in Ost-Österreich rund 32 Prozent des Budgets für Mitarbeiterkosten aufgewendet werden, sind es in Westösterreich nur knapp mehr als 21 Prozent.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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