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Gehobene Berggastronomie boomt

12.09.2013

Kaum eine Branche investiert mehr. Die österreichischen Seilbahnen haben im vergangenen Winter rund 415 Mio. Euro investiert, davon flossen 14,5 Mio. in den Gastronomiebereich.

Die Gastronomiebereiche der Hütten bieten viel Platz und ein angenehmes Ambiente für die zahlreichen Besucher aus dem In- und Ausland

Kaum eine Branche investiert mehr. Die österreichischen Seilbahnen haben im vergangenen Winter rund 415 Mio. Euro investiert, davon flossen 14,5 Mio. in den Gastronomiebereich. „Die österreichischen Seilbahnunternehmen sind nicht nur Generaldienstleister am Berg, sondern gelten ebenso als Leitbetriebe im Tourismus. Als solche müssen wir eine hohe Dienstleistungsqualität garantieren können, und da ist das Gastronomie-Erlebnis ein wesentlicher Faktor. Unsere Mitglieder haben schon einige Leuchttürme in diese Richtung gesetzt, und wir stellen fest, dass die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Gastronomieangeboten am Berg stetig steigt", sagt der Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs, Franz Hörl.

Tiroler Haus

Auch in Tirol beweisen die Seilbahnen Investitionsfreude in Sachen Berggastronomie. Im Winter 2012 eröffnete die Tiroler Zugspitzbahn GmbH das Tiroler Haus im Skigebiet Ehrwalder Alm und investierte dafür 10,8 Mio. Euro. Die neue Berggastronomie bietet 1.400 Gästen Platz. Verpackt in eine ansprechende Architektur, beherbergt das Tiroler Haus ein Bedienungs- und ein SB-Restaurant, Café-Lounge, einen Seminarraum, Selbstverpflegungsraum und Skischul-Kinderraum. Der komfortable Einstieg in die Berghütte erfolgt über eine Rolltreppe. „Wir zählen an Spitzentagen bis zu 5.000 Gäste im Skigebiet. Die Gastronomie auf der Ehrwalder Alm war nicht mehr zeitgemäß. Die kleinen Hütten konnten den Ansturm nicht mehr bewältigen", erklärt Franz Dengg, Geschäftsführer und Gesellschafter der Tiroler Zugspitzbahn. „Deshalb haben wir entschieden, in ein neues und vor allem modernes Gastronomieangebot zu investieren."

Gamsgarten

Kräftig investiert wird auch am Stubaier Gletscher. Am Gamsgarten auf 2.620 Metern Seehöhe wird der Gastronomiebereich vergrößert. Das Bedienungsrestaurant „Zur Goldenen Gams" erhält einen Open-Air-Pavillon mit zwei Etagen mit 140 Sitzplätzen für gehobene Ansprüche. Im Zuge des Umbaus wird außerdem die Grillstation erweitert und der bereits bestehende Gastronomiebereich modernisiert. Das Investitionsvolumen beträgt 4 Mio. Euro. Die Fertigstellung ist für Oktober 2013 geplant. Der Stubaier Gletscher bietet darüber hinaus das höchstgelegene Haubenrestaurant Europas. Das mit 55 Sitzplätzen ausgestattete Restaurant Schaufelspitz in der Bergstation Eisgrat auf 3.000 Metern Seehöhe wurde vom Restaurant-Guide Gault Millau 2013 mit 14 Punkten und somit einer Haube ausgezeichnet.

Höllboden

Eine bewegte Geschichte weist das Restaurant Höllboden im Skigebiet Ischgl-Samnaun auf. 1975 als Selbstbedienungsrestaurant mit 200 Sitzplätzen und Sonnenterrasse eröffnet, brannte es 1980 bis auf die Grundmauern ab, wurde 1981 neu erbaut und 2001 modernisiert. 2012 erhielt das Restaurant Höllboden an der Talstation Höllkarbahn einen neuen Zugang mit zwei Rolltreppen, neue WC-Anlagen im Erdgeschoß und eine neue Bar mit Raucherecke. Auch das Restaurant wurde erweitert. Durch die neue Fassade aus Glas, Holz und Vider Stein erhielt das Restaurant zudem ein völlig neues Gesicht. Für diese Runderneuerung hat die Silvrettaseilbahn AG 1,7 Mio. Euro investiert. An Spitzentagen zählt die Silvret-ta-Skiarena Ischgl-Samnaun mehr als 20.000 Skigäste. Im Skigebiet stehen gesamt 9.075 Restaurantplätze zur Verfügung. Silvrettaseilbahn-AG-Vorstand Hannes Parth: „Die Verpflegung unserer Skigäste erfordert von der Einlagerung im Herbst, der täglichen Anlieferung der Frischprodukte über die Zubereitung bis zum Service eine nahtlos funktionierende Logistik und ein eingespieltes Team von hervorragenden Mitarbeitern."

Ahornboden

Mit der 2006 neu errichteten Ahornhornbahn in Mayrhofen gelangt der Besucher in sechs Minuten auf den Ahornboden. Dort befindet sich in der neuen Bergstation auf 2.000 Metern Seehöhe der im Dezember 2010 eröffnete Freiraum. Highlight des architektonischen Meisterstücks ist eine 56 Meter lange, nahezu freitragende Aussichtsplattform. Breite Glasfronten ermöglichen den Gästen den Panoramablick auf die Zillertaler Alpen. Der Freiraum bietet ein Café-Bistro in edler Lounge-Atmosphäre und wird auch als beliebte Location vor allem für Tagungen, Seminare, Produktpräsentationen und Hochzeiten für 20 bis 120 Personen genutzt.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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