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Geld für Wasser

25.07.2013

Wiener Cafetier-Familie Querfeld hat die Karaffe Leitungswasser auf die Getränkekarte gesetzt. Cafetier Berndt Querfeld (Café Landtmann, Wien) hat schon mehrfach das Glas Leitungswasser zum Thema gemacht.

„Kommen wir doch endlich dem Wunsch unserer Kunden nach und bieten dieses als Getränk aktiv an, setzen es auf die Getränkekarte und siedeln es preismäßig beim Soda an.“ Gesagt, getan: Die Wiener Cafetier-Familie Querfeld verlangt ab sofort in ihren drei Kaffeehäusern (Landtmann, Mozart und Museum) 2,50 Euro für einen halben Liter Leitungswasser.

„Wenn es auf der Getränkekarte ausgezeichnet ist, darf ein Gastronom für Leitungswasser ein Entgelt verlangen. Wie hoch der Preis für Wasser angesetzt wird, bleibt dem Gastronom überlassen“, erklärt WKW-Spartenobmann Josef Bitzinger. „Das Argument, dass Leitungswasser nichts kostet (kosten darf), trifft auf die Gastronomie nicht zu. In der Gastronomie wird eine Dienstleistung erbracht, die honoriert werden muss. Die Zeiten für Gastronomiebetriebe sind hart, die Gebührenbelastungen sind hoch. Um das Überleben eines Betriebes zu sichern, müssen Leistungen verrechnet werden. Und ein Glas Wasser ist eine Leistung, denn man braucht das Glas, den Kellner, den Geschirrspüler. Und am Ende ist es der Konsument, der entscheidet, ob er den Preis zahlen will.

So funktioniert die Wirtschaft“, betont Bitzinger. Willy Turecek, FG-Obmann Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien, erklärt, dass Querfelds Vorstoß Vorbildwirkung für andere Gastronomen haben könnte, aber das muss jeder Betrieb für sich selbst entscheiden, und er setzt bei der Verrechnung von Leitungswasser auf das Fingerspitzengefühl der Wirte. „Beim Kauf eines Mercedes muss die Batterie auch dabei sein und kann nicht extra verrechnet werden“, so Turecek.

is

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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