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Gemeinsam für die Interessen der Dorfgasthäuser

02.03.2006

Fachverbandsobmann begrüßt jüngsten Diskussionsbeitrag von Bauernbundpräsident Grillitsch - Mehr Partnerschaften zwischen Gastronomie und Landwirtschaft zugunsten ländlicher Regionen

Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich setzt sich seit Jahren mit Nachdruck für die Interessen der Gastwirte in ländlichen Regionen ein. Gefordert wird vor allem eine vernünftige Gestaltung der Rahmenbedingungen. Denn die durch Abwanderung der Jugend und Auspendeln der Arbeitsbevölkerung ohnehin stark gebeutelten Dorfgasthäuser sehen sich in letzter Zeit einer verstärkten Konkurrenzierung durch Bier- und Zeltfeste, Clubbings und Buschenschenken sowie einer Änderung der Öffnungszeit von Gastgärten ausgesetzt.

Der Obmann des Fachverbandes Gastronomie, Komm. Rat Helmut Hinterleitner, begrüßt daher die Unterstützung durch Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch, der die Probleme der ländlichen Gastronomie erkennt und in einem Zeitungsartikel aufgreift. "Die von Grillitsch angesprochenen Forderungen nach Verbesserungen und Förderungen sind ein Beleg dafür, dass Gastronomie und Landwirtschaft an einem Strang ziehen", stellt Hinterleitner fest.

Die Partnerschaft zeige sich in Initiativen wie das "Kulinarische Österreich" aber auch in zahlreichen regionalen Wirtekooperationen und Wirtshauskulturinitiativen, die seitens der Wirtschaftskammer nach Kräften unterstützt werden. Diese Schiene ließe sich nach Ansicht Hinterleitners sicher noch ausbauen.

Hinsichtlich einer Ausweitung der Nebenrechte auf Post- und Lotto/Toto-Dienste zeigt sich Hinterleitner realistisch. Es gebe bereits zahlreiche Betriebe in ländlichen Regionen, die Funktionen der Post wahrnehmen. Die Übernahme von Lotto/Toto-Diensten rechne sich hingegen erst ab einem bestimmten Mindestumsatz. Ein dringendes Problem sieht Hinterleitner bei der Öffnungszeit von Gastgärten.

Wie berichtet, hat der Verfassungsgerichtshof im Vorjahr festgestellt dass das Recht zur abweichenden Regelung der Öffnungszeit von Gastgärten nun den Gemeinden und Städten im eigenen Wirkungsbereich zufällt. Ohne Gemeindeverordnungen drohe daher ein Rückschritt bei den Öffnungszeiten. Werden diese nicht rechtzeitig erlassen, dürfen Gastgärten nach der Gewerbeordnung nur bis 23.00 Uhr (sofern auf öffentlichem Grund oder an öffentliche Verkehrsflächen angrenzend) bzw. bis 22.00 Uhr (sofern auf privatem Grund und nicht an öffentliche Verkehrsflächen angrenzend) offen halten. "Wir appellieren daher an die Bürgermeister, dass diese rechtzeitig von den ihnen neu übertragenen Rechten Gebrauch machen und bei ihren Entscheidungen die Interessen der in- und ausländischen Besucher maßgeblich berücksichtigen" betont Obmann Hinterleitner.

Vor allem im ländlichen Raum, in dem Gastgewerbebetriebe durch Buschenschankbetriebe, Clubbings und Zeltfeste von Vereinen konkurrenziert werden, müsse alles unternommen werden, um die Gastronomie als wesentliche Basis der Nahversorgung und des gesellschaftlichen Lebens zu erhalten. Letztendlich würde auch das Vereinsleben unter der Schließung von Gasthäusern spürbar leiden. "Es darf nicht sein, dass im ländlichen Raum beinahe jede Woche ein Zeltfest veranstaltet wird. Zwar haben diese Veranstaltungen theoretisch dieselben Anforderungen an Hygiene, Jugendschutz, Abfall etc. zu erfüllen, die Praxis zeigt jedoch, dass deren Einhaltung kaum zu kontrollieren ist", kritisiert der Sprecher der heimischen Gastronomie.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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