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Gemeinsam statt einsam - Coverstory 51-52/06

20.12.2006

70 Prozent der Österreicher sind für die Einrichtung von Raucher- und Nichtraucherbereichen in der Gastronomie, 21 Prozent der Österreicher sind für ein generelles Rauchverbot.

Rauchen sollte auch zukünftig in Lokalen erlaubt bleiben, meinen selbst Nichtraucher

Das ergab eine vom Institut OGM durchgeführte Befragung von 1.001 Österreicherinnen und Österreichern aus allen Bundesländern, Alters- und Berufsgruppen. Selbst von den Nichtrauchern plädieren 67 Prozent für zwei getrennte Bereiche, nur 26 Prozent votieren für ein Rauchverbot. „Das zeigt, dass die Österreicher den Weg des Miteinander und der Gemütlichkeit gehen wollen. Bevormundung und Verbote sind der falsche Weg“, kommentiert Stefanie Werger, Sängerin und Buchautorin, das Ergebnis.

Wahlmöglichkeit ist besser
In der Umfrage zu Rauchverboten wurden auch Motive abgefragt: 63 Prozent der Befragten begründeten ihre Ablehnung eines Rauchverbots damit, dass die Wahlmöglichkeit zwischen Nichtraucher- und Raucherbereich einfach besser sei. Die Umfrage ergab weiters, dass Nichtraucher sich mit Rauchern meist in Raucherbereiche setzen (67 Prozent), 30 Prozent der Nichtraucher wollen sich dabei nur in Nichtraucherbereiche setzen. Bei der Aufteilung sind die Österreicher salomonisch: 49 Prozent wollen, dass der Nichtraucherbereich 50 Prozent der Fläche ausmacht. Auch die relative Mehrheit der Nichtraucher ist für 50/50. Ein generelles Rauchverbot würde das Ausgehverhalten in Summe verändern. 9 Prozent der Nichtraucher würden häufiger ausgehen, immerhin 35 Prozent der Raucher würden dann aber seltener ausgehen. Hier käme es zu einer Verlagerung in den privaten Bereich, was für die Gastronomie negative Auswirkungen hätte.
Friedliche Koexistenz
„Aktiver Nichtraucherschutz hat oberste Priorität“, erklärt dazu abermals Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. Man verfolge allerdings den Weg einer friedlichen Koexistenz zwischen Rauchern und Nichtrauchern, so die Ministerin.
Die Ergebnisse der OGM-Umfrage, laut der 70 Prozent der Österreicher Nichtraucher-Bereiche wünschen, bestätigt den bisher eingeschlagenen Weg, sagt Rauch-Kallat. „In Zukunft soll sich dieses Verhältnis jedoch umkehren. Nichtrauchen ist dann die Norm, Rauchen die Ausnahme.“ Die Selbstverpflichtung der Gastronomie, in allen Speiselokalen über 75 Quadratmeter einen 40 Prozent großen Nichtraucherbereich einzurichten, laufe noch bis Jahresende. Sollte diese Initiative nicht zum gewünschten Ziel führen, würden jedoch weitere Maßnahmen ergriffen.
Fünf-Punkte-Programm
Man hat bereits 2004 ein Fünf-Punkte-Nichtraucher-Schutzprogramm präsentiert, das neben Anti-Einstiegskampagnen für Jugendliche, Rauchausstiegsprogrammen auch den aktiven Nichtraucherschutz sowie eine konsequente Umsetzung von Rauchverboten vorsah, sagt Rauch-Kallat.
Sehr zuversichtlich ist Spartenobmann Johann Schenner bezüglich der Umsetzung der freiwilligen Selbstverpflichtung: „Die Gastronomie schafft das bis zum 31. Dezember 2005.“
Sollte aus welchen Gründen auch immer dennoch ein generelles Rauchverbot in Lokalen kommen, müsse das aber auch für die Zelte bei Zeltfesten und Vereinslokale gelten.
50 rauchfreie Lokale
Über 50 Lokale in Vorarlberg sind rauchfrei, 730 Lokale bieten ihren Gästen Nichtraucherschutzeinrichtungen. Das teilt die Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Vorarlberg mit. Die Nichtraucher-Bestimmungen haben sich laut Fachgruppenobmann Andrew Nussbaumer nicht negativ auf den Umsatz ausgewirkt. 74 Prozent der Gastbetriebe gaben in einer im Sommer unter 121 Mitgliedsbetrieben durchgeführten Umfrage an, dass sich das Geschäft nicht geändert habe.
Rund zwölf Prozent der Gastronomen spürten laut Umfrage sogar eine Verbesserung, nur sieben Prozent beklagten Rückgänge. Die Zufriedenheit der Gäste habe sich zu 44 Prozent verbessert, informierte Nussbaumer. Die Vorarlberger Gastronomie rechne mit einer insgesamt konstanten Geschäftsentwicklung, erklärt Fachgruppengeschäftsführer Harald Furtner. Die Mehrheit der Wirte (47 Prozent) ging im Sommer von einem stagnierenden Umsatz aus. 43 Prozent der Betriebe erwarteten sich aber für die Wintersaison eine Umsatzsteigerung.
Aber auch die übrigen Bundesländer sind hart an der 90-Prozent-Marke. Die Fachgruppen der einzelnen Landeskammern appellieren eindringlich und mit Erfolg, die Vereinbarung umzusetzen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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