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Einer der schönsten, sogar ohne Schnee: Christkindlmarkt vor dem Oberen Belvedere in Wien.

Genussurlaub statt Aktivurlaub

02.12.2015

Es ist wirklich wahr: Denken die Deutschen an Österreich im Winter, träumen sie davon mit Schlitten durch verschneite Traumlandschaften, gerne auch Tannenwälder, zu prächtig illuminierten Schlössern zu fahren, wo eine romantische Ballnacht auf sie wartet.

 Das hat eine tiefenpsychologisch fundierte Studie mit „Morphologischer Wirkungsanalyse“ jüngst ergeben. Das Winterwunderland Österreich punktet in der Hauptzielgruppe mit Tradition, fürstlich-höfischer Romantik, Dorfidylle und schönen Häusern. Voilà!

Wir leben in „spannenden Zeiten“, sagt ÖW-Chefin Petra Stolba bei der Vorstellung des Magazin „Wissenschaft des Winters“, herausgegeben von der Österreich Werbung, beruhend auf aktuellen Zahlen und einer tiefenpsychologischen Studie, die unter (potenziellen) deutschen Gästen in Bezug auf ihre Vorstellungen von Winter und Winterurlaub durchgeführt wurde.

Eines der Ergebnisse, die Projektleiter Holger Sicking von der ÖW vorstellte: Für die Deutschen ist der Winter grau und trist, sie fühlen sich ihm „ausgeliefert“. Deshalb fahren einige so vehement gerne Ski: weil sie dann den Winter auf Skiern beherrschen. Allerdings: Entweder hat man das Skifahren früh gelernt, oder man wird nie mehr ein leidenschaftlicher Skifahrer. Immer weniger Deutsche fragen einen aktiven (Ski-)Winterurlaub nach. Dafür träumen sie von einem Wintererholungsurlaub, machen ihn dann aber doch nicht, weil die passenden Angebote auch in Österreich fehlen. Sie träumen von Winterlandschaften, durch die sie mit einer Kutsche zu einem Schloss fahren, um dort auf einen Ball zu gehen ... Das seien tatsächlich keine Einzelfälle, betont Sicking, sondern tiefenpsychologisch verankert. Für viele Deutsche verbindet sich Österreich mit gelebter Tradition, adeliger Romantik und Dorf- und Stadtidyllen: In Österreich dürfe man im (und vom?) Winter träumen. Auch bei den potenziellen Genussurlaubern gelte: „Der Winter wird beherrschbar.“ Aber anders als bei den Skifahrern gehe es nicht um „Körperbeherrschung“, sondern um die „Erweckung von Kindheitserinnerungen“. Sie träumen in einem zunehmend hektischeren Alltag von Erdung und Halt.

Alternativen zum Skifahren

Und die geben ihnen keine vermeintlichen sportiven Alternativen zum Skifahren: „Langlauf macht Angela Merkel“, das sei also alles andere als cool. Skifahrer seien nur durch Skiangebote am Berg zu begeistern, der Rest bleibe im Tal – um zu genießen. „Zwischen Genussurlaubern und Sporturlaubern gibt es nur eine sehr kleine Schnittmenge“, sagt Holger Sicking. „Auch wenn wir das gerne anders hätten.“ Man müsse beide Zielgruppen komplett unterschiedlich ansprechen. Und gerade beim Genussurlauber, beim Winter-erholungsurlauber gebe es noch viel Potenzial, das man abholen könne.

Genusspotenzial

Deshalb strebt Petra Stolba „engmaschige Netze“ im Marketing an, mit denen man bestimmte Potenziale zielgerichtet analysieren und ansprechen könne. „In fünf Jahren werden wir ein völlig anderes Marketing haben“, sagt sie, auch wenn das vielleicht für manche wie eine Drohung klingt. Potenzial für aktiven Skiurlaub sieht die ÖW zum Beispiel noch in Polen, da möchten noch
50 % der Befragten in Zukunft auf den Brettern stehen. Auch in der Schweiz sei das Potenzial noch hoch. Nicht in D, CZ, NL, UK und HU. Dort dominiert (auch) im Winter der Trend zum Städtetourismus.                     

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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