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Geradliniger Querkopf

12.09.2013

Hans Tschida hat Grund zum Feiern. Anlässlich des 20-jährigen Betriebs-jubiläums und der vierten Auszeichnung zum „Sweetwine Maker of the Year" bei der IWC in London lud er zu einer exquisiten Degustation nach Illmitz.

Charles Metcalfe (l.) von der IWC mit „seinem“ viermaligen „Sweet Wine Maker of the Year“ Hans Tschida

iele Winzer spielen die Rolle der Kellertechnik herunter und versuchen mit Floskeln wie „Guter Wein entsteht im Weingarten" die Rolle des Terroirs besonders zu betonen. Nicht so Hans Tschida. Er spricht voller Stolz davon, dass er seit 2006 in einem modernen Keller arbeiten kann, der es ihm ermöglicht, seine edlen Trockenbeerenauslesen temperaturkontrolliert bis zu 24 Monate auf der Feinhefe reifen zu lassen, um die für die jeweiligen Rebsorten typischen Primär-aromen möglichst deutlich bewahren zu können.

Er spricht auch gerne über Maischestandzeiten, Reinzuchthefen („Pannonia") und die richtige Dosierung von Schwefel. Dieses Fachwissen hat sich der ehemalige Zimmermann, der sich vor 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Lisa dazu entschieden hat, Winzer zu werden, mit viel Ehrgeiz und Liebe zum Detail Schritt für Schritt erarbeitet. Als Winzer, der sich (fast) zur Gänze dem Süßwein verschrieben hat, ist ihm die Bedeutung des Terroirs und der Weingartenarbeit mehr als bewusst. Edelsüße Weine von höchster Qualität kann man bekanntlich nur an wenigen Orten der Welt wie Sauternes, Rheingau, Tokaj und rund um den Neusiedler See keltern. Und dass bei spätgelesenen Reben, die eine gesunde Botrytis entwickeln sollen, die Gartenarbeit eine entscheidende Rolle spielt, ist ohnehin klar. Das muss man ja nicht besonders betonen, so Tschida.

Weltweite Anerkennung

Dass Tschida zu Österreichs besten Süßweinproduzenten gehört, zeigen alle Verkostungen (so auch der ÖGZ-Süßweincup, bei dem Tschidas TBA Sämling 2007 mit 5 Gläsern bewertet wurde). Doch auch bei der Internatio-nal Wine Challenge in London ist er eine Klasse für sich. Bereits zum vierten Mal hintereinander wurde er dort als „Sweet Wine Maker of the Year" ausgezeichnet. Gut für Tschida, aber wollen die Veranstalter nicht einmal ein neues Gesicht präsentieren? „Vom Marketingstandpunkt aus betrachtet, sollten wir jedes Jahr jemand anderen präsentieren, aber wir verkosten alle Weine verdeckt, und der Gesamtsieger wird mathematisch ermittelt. Jury-Diskussionen gibt es bei uns nicht. Hans Tschida ist seit Jahren einfach eine Klasse für sich", erklärte IWC-Co-Chairman Charles Metcalfe, der zum 20-Jahr-Fest von Hans und Lisa Tschida Ende August nach Illmitz kam und die exklusive Verkostung mitkommentierte. Tschida präsentierte zehn Sämling-Trockenbeerenauslesen von 1998 bis 2010 (2000, 2003 und 2009 gab es keine TBA), die das Reifepotenzial von edelsüßen Weinen aus Österreich eindrucksvoll unterstrichen. Herausragend die Jahrgänge 1998 und 2006.

www.angerhof-tschida.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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