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Gesundheitsmarkt trotzt der Krise

25.08.2009

Das Thema Gesundheit erweist sich als krisensicher: 2009 wird der Gesundheitsmarkt in Österreich erstmals ein Volumen von über 35 Milliarden Euro erreichen. Durch den medizinisch-technischen Fortschritt, die demografische Entwicklung und das steigende Gesundheitsbewusstsein werden sich die Ausgaben bis 2020 nochmals auf rund 70 Milliarden Euro verdoppeln.

Gesundheitsmarkt: Trotz Krise stetig im Aufwärtstrend

Rund 40 Prozent entfallen davon auf privat finanzierte Produkte und Dienstleistungen. Die größten Potenziale stecken in den Bereichen Fitness & Wellness, gesunde Ernährung, Wohnen und Tourismus. Das Wachstum im Gesundheitsmarkt schafft auch neue Arbeitsplätze. Das sagte Dr. Roland Falb, Managing Partner im Wiener Büro von Roland Berger Strategy Consultants, am Montag bei einer Veranstaltung der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich in Kooperation mit dem Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Alpbach.

Das Gesundheitsbewußtsein ist ausschlaggebend

"Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise hat keine Auswirkungen auf die privaten Gesundheitsausgaben. Das bestätigen die Ergebnisse einer von uns durchgeführten Umfrage zum Thema", so Falb. Demnach erklärten 86% der Befragten, ihr Konsumverhalten im Gesundheitsbereich nicht geändert zu haben. 6% geben in Krisenzeiten mehr für Gesundheit aus, 8% weniger. Den Grund für die stabile Entwicklung sieht der Berater im steigenden Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung. Das unterstreichen auch die Ergebnisse der Studie "Zukunftsmarkt Gesundheit & Wellness", die Roland Berger im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) durchgeführt hat. Der Konsum von Gesundheitsdienstleistungen und -produkten hängt mehr von der Einstellung als vom verfügbaren Einkommen ab.

Ausgaben für die Gesundheit steigen

Der Wertewandel sorgt dafür, dass der Anteil privat finanzierter Gesundheitsausgaben am Warenkorb kontinuierlich wächst. "2020 wird der privat finanzierte Zweite Gesundheitsmarkt in Österreich ein Volumen von 24 Milliarden Euro aufweisen. Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist das eine große Chance in einen nachhaltig wachsenden Markt einzusteigen", erklärt Dirk M. Kauffmann von der WKÖ. Das Portfolio des Zweiten Gesundheitsmarktes ist dabei breit gestreut. "Die Angebotspalette reicht von freiwilligen Zusatzversicherungen über gesundheitsfördernde Lebensmittelzusätze bis hin zur Kleidung aus Bio-Baumwolle oder Pulsfrequenzmesser. Der Schwerpunkt liegt auf der Gesunderhaltung, also Prävention und Vorsorge", meint Kauffmann.

Tourismus und Wellness besonders attraktiv

Für österreichische Unternehmen sind vor allem die Bereiche Lebensmittel, Wohnen, Tourismus sowie Fitness & Wellness besonders attraktiv. So wuchs der Markt für Bio-Lebensmittel, Functional Food und Nahrungsergänzungsmittel in den vergangenen Jahren um über 20% jährlich. 2008 wurden in Österreich über 700 Mio. Euro in diesem Bereich umgesetzt. Im Tourismusland Österreich ebenfalls von großer Bedeutung sind Gesundheitsreisen, Medical Wellness und Sportreisen. "Die Marktgröße liegt bei 1,2 Milliarden Euro, wobei vor allem der Bereich Medical Wellness noch großes Potenzial aufweist", sagt Kauffmann. Ebenfalls boomend ist der Bereich Fitness & Wellness. Hier erwartet der WKÖ-Experte ein jährliches Wachstum von 10%. Ein noch eher kleines Marktsegment ist der Bereich Wohnen. "Barrierefreies und naturbelassenes Wohnen sind Themen, die in den nächsten Jahren stark an Bedeutung gewinnen werden", zeigt sich Kauffmann optimistisch.

Neue Jobs auch in Krisenzeiten

Trotz Wirtschaftskrise entwickeln sich Gesundheitswesen und die damit verbundenen Branchen zum Jobmotor der Volkswirtschaft. "In den vergangenen Jahren nahm die Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialbereich jährlich um über 2% zu. 2008 arbeiteten erstmals mehr als 350 000 Menschen in diesem Bereich", sagt Roland Falb. Während jedoch die solidarische Finanzierung des ersten Gesundheitsmarkts aus öffentlicher Hand zunehmend an ihre Grenzen stößt, erwartet der Berater im Zweiten Markt weiterhin dynamisches Wachstum bei Umsätzen und Arbeitsplätzen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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