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Gib dem Gast die Kugel

25.04.2008

Könnte so die Gastronomie von morgen aussehen? Individuelles Wohlfühlambiente für jeweils zwei bis acht Gäste in gläsernen, lichtdurchfluteten Kugeln.

„Mood Pebbles“ heißen die Glaskugeln, die sich an der Gefühlswelt der Gäste orientieren

Vier Studentinnen des Studienlehrgangs „Innovation und Management im Tourismus“ an der Fachhochschule Salzburg haben den von der Fachzeitschrift Gastronomie-Report ins Leben gerufenen visionären Wettbewerb „Die Restaurantwelten der Zukunft“ gewonnen. Die Ergebnisse dieses Brainstormings unter der Leitung von Prof. Alfred Merl, der eigentlich an der Hochschule München lehrt, wurden im Rahmen der Salzburger „Alles für den Gast“-Messe vorgestellt.

Eines der Projekte, das Restaurant-Konzept von Anita Bott, Maria Harrasser, Kristina Höhn und Christine Mayer etwa, basiert auf der „Mood Management“-Theorie, die besagt, dass wir uns bestimmter Medien bedienen, um unsere innere Gefühlswelt auszubalancieren. Sie haben diese Theorie in die Gastronomie von morgen übertragen und nennen ihr Konzept „Mood Pebbles“. „Der Gast soll sich in einer natürlichen Umgebung ganz nach seinen Wünschen entspannen können“, erklärt das Sieger-Quartett.
„Restaurants im Kleinen“
„Mood Pebbles“ sind fest auf einer Wasserfläche verankerte Glaskugeln, die per Boot und über einen zentralen Verbindungssteg erreicht werden können. Von außen sind die „Restaurants im Kleinen“ nicht einsehbar, im Inneren sind sie mit Touchscreens ausgestattet, die eine individuelle Farb- und Musikgestaltung – je nach Stimmung – erlauben. Nach der Einweisung und der Annahme der Bestellung kommt das Servicepersonal nur noch nach Betätigung des Rufknopfes. So ist die Privatsphäre der Gäste gewährleistet und sie können sich eine eigene kleine Welt fernab vom Alltag schaffen – auf Wunsch auch in freier Natur, denn jede Kugel lässt sich an einer Seite öffnen und verfügt über eine Terrasse mit Liegestühlen.

Selber Kochen möglich
Jede dieser „Kugeln“ ist mit einem Küchenblock ausgestattet. Die Gäste können selber kochen oder sich die Speisen vor ihren Augen von einem Spezialitätenkoch ihrer Wahl zubereiten lassen.
Auffallend ist, dass sich das Konzept nur am Rande um die klassische gastronomische Leistung dreht. Wer als Gast die Restaurantwelten der Zukunft betritt, der möchte sich erholen und relaxen. Der Erfolg der Gastro-Unternehmer von morgen hängt also mehr denn je davon ab, dass sie diese Bedürfnisse erfüllen, den Gast für einige Stunden aus seinem Alltag herausholen und alle Sinne ansprechen – also letztendlich eine ganzheitliche Erlebniswelt bieten!
Als Resümee des visionären Konzepts lässt sich festhalten, dass sich junge Menschen offenbar nach intakter Natur sehnen. Gastro-Konzepte von morgen dürften also vor der Aufgabe stehen, verlorene Werte von gestern nachzubilden. Wasser, das Lebenselixier schlechthin.

Reine Denkanstöße
Prof. Alfred Merl, der den Lehrgang, in dem diese Entwürfe kreiert wurden, geleitet hatte, betonte allerdings, dass diese Art von Visionen nicht mit realistischen Zukunftsprognosen verwechselt werden dürften: „Das hier sind Denkanstöße. Der eine oder andere Aspekt davon wird sich vielleicht einmal in der Realität wiederfinden, aber Kriterien wie etwa ‚ökonomische Realisierbarkeit‘ waren hier kein Thema.“

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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