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Gipfeltreffen der Weinbotschafter

05.11.2004

Bei der 11. Weltmeisterschaft der Sommeliers in Athen kämpften 43 Teilnehmer aus aller Welt um den begehrten Titel.

Das Teilnehmerfeld der 11. Sommelier-Weltmeisterschaft, die von San Pellegrino gesponsert wurde, war beeindruckend:

Aus mehreren Wettbewerbsjahren waren etliche Gewinner der Trophée Ruinart sowie ehemalige Vizeweltmeister und -europameister, Favoriten von Schweden bis Frankreich am Start. In diesem illustren Kreis mit vertreten auch Aldo Sohm, der Österreich wie schon zuvor bei der diesjährigen Trophée Ruinart als WM-Teilnehmer vertrat. Begleitet wurde er von Siegfried Brudermann, dem Präsidenten des Österreichischen Sommelierverbands und der Tirolerin Annemarie Foidl, der technischen Direktorin des Verbandes.

Leider ereilte den Tiroler auf dem Flug von New York (von seiner neuen Arbeitsstätte Restaurant Wallsé) zur WM eine Erkältung, sprich: Nase und Gaumen taub. Die letzten Monate hatte Sohm in New York mit dem amerikanischen WM-Kandidaten, Hervé Pennequin, trainiert. Dieser schaffte dann auch den Sprung ins Finale, gemeinsam mit dem Italiener Enrico Bernardo, Gérard Basset (der Franzose arbeitet in Großbritannien und startete als Doppelstaatsbürger für GB) sowie Jürgen Fendt aus Deutschland.
Schon die Teilnahmebedingungen sind sehr selektiv. Die besten Sommeliers der jeweiligen Nationen müssen mindestens zwei Fremdsprachen fließend beherrschen und dürfen nicht älter als 35 sein. Die Examen und praktischen Tests galt es in einer Fremdsprache zu absolvieren. Der schriftliche Teil der Prüfung bestand aus einem 89-seitigen Fragebogen, der in knapp zwei Stunden auszufüllen war. Die Fragen kreisten um Geografie und Geschichte des Weins, Rebsorten, Persönlichkeiten, Daten, Vinifikation, Weingesetze, Spirituosen, Tee, Kaffee, Mineralwasser, Bier, Wein und Speisen, Käse und Zigarren.

Nach diesem Test war einer undefinierten, verkosteten Speise ein Wein mit spezifischen Begründungen zuzuordnen. In einer Blindverkostung galt es dann, einen Wein zu erkennen und zu beschreiben, Rebsorte, Jahrgang, Herkunft etc.
Kandidaten aus Japan, China, Brasilien und Russland
Die 43 Teilnehmer, u. a. aus Peru, Chile, Korea, Norwegen, Finnland, darunter übrigens auch drei Sommelier-Damen (Argentinien, Venezuela, Kroatien), schritten zu den nächsten Durchgängen. Blind war ein Rotwein zu identifizieren, weiters für eine Experten-Jury ein Weißwein zu dekantieren und zu servieren.

Am Finaltag wurden schließlich alle 43 Kandidaten in die voll besetzte Konzerthalle Athens geladen, doch nur die vier besten nach den bisherigen Wertungen durften ins Finale. 600 Zuschauer aus aller Welt (darunter auch alle bisherigen Sommelier-Weltmeister der letzten Jahrzehnte) verfolgten die fünf entscheidenden Durchgänge:
Zunächst hieß es, eine mit Fehlern gespickte Weinkarte zu korrigieren. Dann waren drei Weine und zwei Spirituosen zu erkennen und zu beschreiben (inklusive Speisenempfehlungen). Zu einem fünfgängigen Menü galt es Weine aus aller Welt zu empfehlen. Einem Gästepaar war in Rekordzeit ein Rotwein zu servieren und schließlich mussten noch Fragen zu Zigarren beantwortet werden.

Souverän holte Enrico Bernardo den Weltmeistertitel nach Italien. Auch Aldo Sohm zeigte sich beeindruckt: „Enrico war eine eigene Liga. Trotzdem schien mir das Finale nicht unerreichbar, aber meine Erkältung war bei den Blindverkostungen doch sehr störend.“ Der Tiroler kokettiert daher mit der nächsten WM; 2007 in Spanien. Vielleicht auch ein Ansporn für die Jungsommeliers Österreichs.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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