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Glamping in Titos Gemüsegarten

11.10.2018

Das nachhaltige Boutique-Glamping-Resort „Garden Village Bled“ beherbergt Urlauber in glamourösen Zelten und Baumhäusern mitten in einem blühenden Garten.

Ein schmaler Weg schlängelt sich vom Eingang tief hinein in einen Garten. Tomaten, Gurken, Kürbisse, Melanzani, Zucchini: Rechts und links hängt Gemüse schwer an Sträuchern und Stauden, dazwischen wachsen Obstbäume voller Früchte. Jetzt erst fällt der Blick auf ein Gebäude aus Holz, das mitten im wildwachsenden Garten steht. Das dreieckige Dach, weiße Planen statt einer Türe und ein hölzerner Bottich neben der Veranda verraten, um welche Art von Tourismus es hier geht: Luxus-Glamping.

Titos Garten

Nur wenige hundert Meter vom berühmten Bleder See in Slowenien ließ der jugoslawische Präsident Tito einen üppig blühenden Garten anlegen, um dort die Seele baumeln zu lassen. Heute gibt es hier ein nachhaltiges Tourismuskonzept zu entdecken. Private Investoren – die Familie Kelih – haben 2014 diese Gärten erworben. Die Idee war von Anfang an klar: Man wollte ein Projekt für sanften Tourismus realisieren, das rundum nachhaltig funktioniert – von der Bauweise über die Energieversorgung bis hin zur Mitarbeiterpolitik und der Gastronomie. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, innovative Produkte anzubieten, die einige grundlegende Gemeinsamkeiten aufweisen: Wertschätzung von Natur (Nachhaltigkeit) und Wohlbefinden (Bio, lokale Produkte, hausgemachte kulinarische Köstlichkeiten, lokale Mitarbeiter). Auf diesen Grundwerten beruht die gesamte Vision des Unternehmens“, sagt Bogdan Capuder, der sich Creative Director des Garden Village nennt. Das Angebot beinhaltet nicht nur luxuriöse Glamping-Zelte, sondern auch günstige Alternativen. Auf dem Gelände gibt es neben sechs Glamping-Zelten und zwei Luxus-Appartements sechs hölzerne Baumhäuser und neun Pier-Zelte, die über einem Fluss gebaut wurden, der durch das Gelände fließt. Rund 98 Gäste finden Platz, wenn das Resort ausgebucht ist.
Im Sommer ist Bled ein Touristenmagnet. Der Bleder See am Fuße der Julischen Alpen mit seiner Postkartenidylle gilt schon lange als perfekter Ort für die Sommerfrische. Schon 1858 eröffnete der Schweizer Arnold Rikli eine Naturheilanstalt, ab 1895 entstanden erste Badeanstalten am See. Der Tourismus rund um Tito startete dann 1984. Da wurde aus dem ehemaligen Sommersitz des jugoslawischen Staatschefs ein Luxushotel gemacht. Die „Villa Bled“ wird aktuell von der slowenischen Sportina-Gruppe geführt; wer will, übernachtet in den ehemaligen Privaträumen von Tito, allerdings ohne nachhaltige Basis. 
Der Tourismus in Slowenien zeigt zwar schon länger Interesse an sanftem Tourismus, steht aber oft vor bürokratischen Hürden. „Der slowenische Tourismusverband sowie einzelne Anbieter sind für umweltfreundliche und nachhaltige Praktiken in Slowenien. Bled hat eine lange Geschichte des Tourismus, daher sind einige der bekanntesten Hotels älter und müssen sich Herausforderungen in Bezug auf Energieeffizienz stellen. Auch die Gemeinde arbeitet daran, eine gesunde Umgebung für die Gäste zu schaffen, aber wie immer verlangsamen wirtschaftliche Faktoren die Dinge“, sagt Bogdan Capuder.

Nachhaltiges Konzept

Im Garden Village geht das Konzept der Nachhaltigkeit jedoch auf. Das Resort wurde mehrfach vom slowenischen Tourismusverband und internationalen Organisationen ausgezeichnet: „Wir sind das erste Resort der Welt mit sechs Sternen, die uns von ‚The World of Glamping‘ verliehen wurden“, sagt Capuder stolz. Das hatte jedoch seinen Preis: „Es war definitiv eine Herausforderung, denn wenn Sie solide, nachhaltige Konstruktionen und Materialien haben wollen, sind die Investitionsraten automatisch höher. Die Rückmeldungen unserer Gäste zeigen jedoch, dass wir in die richtige Richtung gehen.“ 
Das liegt den Betreibern zufolge auch an einer neuen Zielgruppe: „Urlauber sind heute bewusster und neugieriger als je zuvor. Sie kümmern sich um die Umwelt und schätzen Hotels mit nachhaltigem Ansatz, vor allem, wenn sie nicht auf Komfort oder Luxus verzichten müssen“, sagt Capuder. Es kommen Familien genauso wie Paare, die Altersgruppen mischen sich. „Unsere Gäste stammen aus der ganzen Welt. Nachbarländer wie Italien, Österreich, Ungarn bieten eine solide Basis, aber mehr als 70 % unserer Gäste kommen aus weiter entfernten EU-Ländern oder sogar aus Übersee.“
Bei den Mitarbeitern setzt man indes auf die Region: „Die meisten kommen aus Bled und Umgebung. Während der Hauptsaison haben wir etwas über 30 Angestellte mit Studierenden, ein Standardvertrag wird mit 21 Personen abgeschlossen, die von Anfang an bis Ende der Saison bei uns bleiben – von 1. April bis 1. November.“

Ungewöhnliches Restaurant

Es kommen aber nicht nur Übernachtungsgäste ins Garden Village, zum Konzept gehört auch das Restaurant „Vrtnarija“ (deutsch: Gärtnerei), das für jeden geöffnet ist. Es gibt überall Pflanzen, Gras wächst buchstäblich auf den Tischen, und ein Wasserstrom fließt durch das Restaurant und das gesamte Resort. 
Das Restaurant schwört auf lokale und saisonale Küche. „Gemüse und Früchte stammen aus unserem Garten, während andere Zutaten entweder von lokalen Bauernhöfen oder aus biologischem Anbau kommen. Alle Getränke sind slowenischer Herkunft, und es werden keine Lebensmittelzusatzstoffe oder Geschmacksverstärker verwendet“, sagt Bogdan Capuder.

 

Autorin: Jasmin Kreulitsch, Bled

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