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Gleiches Recht für alle?

02.07.2015

Wenn die Freiwillige Feuerwehr mit dem Verkauf von Speisen und Getränken ihren neuen Löschzug mitfinanziert oder ein Gehörlosenverein Gelder durch das Ausschenken von Glühwein hereinholt, brauchen sie weder die Gewerbeordnung beachten noch Steuern abführen. Das ist okay, über Details könnte man streiten.

Aber warum soll das Gleiche auch für Parteiorganisationen gelten, wenn sie mit Festen und Clubbings Gelder zur Eigenfinanzierung oder zur Finanzierung von politisch motivierten Tätigkeiten lukrieren?

Aber genau das wird von der Politik im Rahmen der aktuellen Steuerreform diskutiert. Eine frühsommerlich tief fliegende Presseente?
Den Gastronomen und Hoteliers wirft die Politik seit Jahren Knüppel zwischen die Beine, Entscheidungsträger, die es besser wissen könnten/ müssten, stellen sich bei allen Klagen und Verbesserungsvorschlägen ausder Branche mehr oder weniger taub. Aber wenn es um ihre eigenen Interessen geht, sind sie großzügig. Für die Gastronomie entstünde – besonders am Land – so noch mehr Konkurrenz, die den Wirten steuerund auflagenbefreit das Wasser abgräbt.
Das ist genauso unfair wie die Behandlung von Privatvermietern, die nicht die gleichen Auflagen wie Hotels oder Pensionen erfüllen müssen und oft komplett an der Steuer vorbei agieren (dürfen). Das immerhin könnte sich hoffentlich in nächster Zeit ändern. Aber gleichzeitig wird eine neue Hintertür für den „Mitbewerb“ geöffnet.
Eine Farce! Die hoffenlich bald ausgequakt hat.

 

t.vierich@wirtschaftsverlag.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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