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Gleichklang statt Mißklang

11.04.2003

Stellen Sie sich ein Orchester vor! Eine Person ist kein Orchester, zwei Personen sollten schon orchestriert auftreten, bei drei Personen ist die Harmonie schon schwieriger und danach wird es immer komplizierter.
Ein Heurigensänger kann nur so gut unterhalten wie er dazu fähig ist, zwei müssen sich schon stimmlich und instrumental aufeinander abstimmen. Eine Jazzcombo muß aus ausgezeichneten Musikern, die sich schätzen und tolerieren, aufgebaut sein und ein Symphonieorchester muß einen starken, einfühlsamen Dirigenten haben um erfolgreich zu sein.

Bei Ihren Mitarbeitern handelt es sich auch um Individualisten die entweder alle Fachkräfte sind und gut miteinander "können" oder um eine Mischung aus gelernten und angelernten Kräften, mit einfachem oder schwierigem Charakter, die nur mit einem guten Dirigenten zu Höchstleistungen gelangen. Daher ist das "orchestrieren" Ihrer Mitarbeiter eine Frage des Erfolges oder Mißerfolges.
Ein Dirigent wird sich seine Ensemblemitglieder sorgfältig aussuchen um den Gleichklang am Ende optimal zu gestalten und der Hotel- oder Restaurantinhaber oder -manager wird sich seine Mannschaft ebenfalls zur optimalen Gästebetreuung und -zufriedenstellung zusammenstellen müssen.

Ihr Team. Es gibt immer einen "IST"- und "SOLL"-zustand - das, was Sie im Augenblick als Team aufgebaut haben und Ihre Wunschvorstellung, die es zu erreichen gibt. Ziehen Sie sich einmal zurück und stellen Sie sich Ihre optimale Mannschaft vor und halten sie auch schriftlich fest. Lassen Sie danach alle Ihre Mitarbeiter vor Ihrem geistigen Auge Revue passieren und halten, ebenfalls schriftlich, fest wie weit sie mit Ihrer Meinung eines kompletten Mitarbeiters für die jeweiligen Funktionen konform gehen. Überlegen Sie, welche Maßnahmen es erfordert, um den jeweiligen Assistenten auf Ihr gewünschtes Niveau zu bringen. Überlegen Sie aber auch, ob er auf diesen Stand gebracht werden kann. Es klingt zwar sehr business-like, aber es ist wahr - "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende". Darunter versteht man, daß es besser ist, sich von einem Mitarbeiter zu trennen als ihn mitzuschleppen, seine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und permanent die negativen Folgen davon in Kauf nehmen.
Halten Sie für jeden Mitarbeiter ein Schulungsprogramm fest, das es ihm ermöglicht, Ihren Wunschvorstellungen so nahe wie möglich zu kommen.

Hier sind unter dem Begriff "Schulungsprogramm" Ihre Maßnahmen zu verstehen, die von der Belegung eines Kurses bis zur halbtägigen Begleitung des Mitarbeiters reichen. Oft ist es schon genug, sich einmal länger mit einem Mitarbeiter zu unterhalten, ihm die Gelegenheit zu geben sich zu äußern und seine Ideen "herüber" und Ihre Wünsche "hinüber" zu bringen.

Die Administration Ihres Teams. Alle Maßnahmen, die Sie setzen, sind nur so gut wie die verwaltungstechnische Organisation dahinter. Legen Sie für jeden Mitarbeiter eine Karteikarte an, halten Sie fest, was Sie von ihm erwarten und welche Maßnahmen Sie gesetzt haben sowie den Erfolg, den Sie damit hatten. "Opfern" Sie jede Woche mindestens einen halben Tag, um sich über den Erfolg Ihrer Bemühungen zu informieren. Machen Sie kein Geheimnis daraus, sondern sie lassen Ihre Mannschaft daran teilnehmen, aber nicht ohne gewisse Überlegungen für sich zu behalten. Es ist für das Betriebsklima sicher nicht förderlich, wenn bekannt ist, daß Sie für die Mitarbeiter X, Y und Z Ersatz suchen, weil sie nicht in Ihr Orchester passen und sich auch nicht zu vollwertigen Mitgliedern Ihrer Mannschaft formen lassen wollen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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