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Goldene Zukunft in Aussicht

17.04.2008

Der angekündigte Rückzug Österreichs vom Bocuse d’Or ist nur vorübergehend. Beim übernächsten Bewerb 2011 kann ein österreichischer Koch dank der BÖG wieder mit dabei sein.

BÖG-Präsident Toni Mörwald und Starkoch Rudi Obauer bei der „Staffelübergabe“ in Zell am See

Der Bocuse d’Or ist der bedeutendste Koch-Wettbewerb der Welt und gilt in Branchenkreisen als inoffizielle WM für Spitzen-Köche. Er findet alle zwei Jahre in Lyon, der Heimatstadt des Namenpatrons Paul Bocuse, statt. In den vergangenen zwölf Jahren haben sich Karl und Rudi Obauer als ehrenamtliche Präsidenten des Bocuse d’Or um die Österreich-Ausscheidung, das Coaching der Kandidaten und um die Bereitstellung des Budgets für die Teilnahme gekümmert.
Ihr größter Erfolg war wohl die Teilnahme von Thomas Dorfer, heute Küchenchef im Landhaus Bacher, der beim vorletzten Bocuse d’Or 2005 den tollen sechsten Platz erkochen konnte.
Beim vergangenen Bocuse d’Or im Jänner 2007 lief es nicht mehr so rund. Thomas Göls (Souschef von Joachim Gradwohl im Meinl am Graben) wurde 13.; nicht schlecht, aber doch deutlich hinter den hochgesteckten Erwartungen.
„So macht es keinen Sinn“
Dass Rudi und Karl Obauer nach dem Wettbewerb ihren Rückzug vom Bocuse d’Or ankündigten, hatte jedoch nichts mit dem Abschneiden von Thomas Göls zu tun, sondern in erster Linie mit den neuen Regeln des Wettbewerbs. Um den Bocuse d’Or für außereuropäische Länder noch interessanter zu machen und um gleichzeitig jedes Jahr in Europa medial präsent zu sein, wurde eine neue Zwischenqualifikation für kleinere europäische Länder eingeführt, bei der sich nur die besten sechs Länder für das Finale in Lyon qualifizieren.
„Der Aufwand war für uns einfach nicht mehr zu machen. Zusätzlich zur nationalen Qualifikation auch noch die Vorbereitung für die Europa-Ausscheidung zu organisieren und dann ein Jahr später noch das Finale in Lyon zu bestreiten, war mit unserer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht mehr zu schaffen. Ohne professionelles Management und das Engagement solider Partner aus der Industrie macht das auch keinen Sinn“, berichtete Rudi Obauer vor einem Jahr resignierend.
Diese Aufgaben werden in Zukunft von der Besten Österreichischen Gastlichkeit (BÖG) übernommen. Das geplante Vorgehen ist im Detail zwar noch nicht fixiert, vordringlich geht es jedoch einmal zuerst darum, ein solides Budget zu erstellen. „Der Bocuse d’Or ist eine einzigartige Plattform, um Österreich als Feinschmeckerland zu positionieren und österreichische Produkte internationalen Top-Chefs zu präsentieren.

Fortsetzung von Seite 1
„Wir zählen auch auf das Engagement von Institutionen wie das Lebensministerium von Josef Pröll, die AMA oder die Österreich-Werbung. Denn eines ist klar. Wenn man bei einem Bewerb wie dem Bocuse d’Or mitmacht, muss man es professionell tun, sonst lässt man es besser“, meinte BÖG-Präsident Toni Mörwald auf einer Pressekonferenz, die während des heurigen BÖG-Kongresses in Zell am See (Bericht in der kommenden ÖGZ 16) am 7. April stattfand.
Dass man den Bocuse d’Or auch in Österreich medial gut vermarkten kann, hat sich schon bei der letzten nationalen Ausscheidung 2006 gezeigt.
Der Zug zum kommenden Bocuse d’Or 2009 bzw. zur dazu gehörigen Europa-Ausscheidung, die heuer im Sommer in Stavanger, Norwegen, stattfindet, ist jedoch abgefahren.
„Schnellschüsse haben da keinen Sinn. Wir werden die Zeit nutzen, um eine adäquate Plattform mit potenten Partnern aufzubauen und starten 2009 mit einer tollen nationalen Qualifikation für die Europa-Ausscheidung 2010, an deren Ende hoffentlich auch eine Final-Teilnahme 2011 in Lyon stehen wird“, umriss BÖG-Präsident Mörwald die Pläne für die weitere Zukunft.
Auch Rudi Obauer – übrigens seit Kurzem selbst BÖG-Mitglied – freut sich, dass es jetzt doch weitergeht. „Ich übergebe ein gut gewickeltes Baby, von dem ich hoffe, dass es gut heranwachsen wird. Es wäre schade gewesen, wenn sich Österreich dauerhaft von diesem einzigartigen Bewerb zurückgezogen hätte.“
www.boeg.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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